Fühlte sich so der Tod an? War das wirklich mein Ende? Das Feuer war weg, also ging ich davon aus. Immerhin hatte ich jetzt meinen Frieden und der Schmerz war erloschen.
Ich hatte nie Angst vor dem Tod. Er war ein Teil des Lebens, ich akzeptierte ihn. Auch wenn ich sagen muss, dass ich es mir definitiv anders vorgestellt hatte.
Plötzlich öffnete sich eine Tür. Ich erkannte die Person, die den Raum betrat, nicht, aber ich hörte sie murmeln. "Er lebt", verstand ich. Das war also nicht der Tod? Wurde ich etwa gerettet?
Plötzlich wurde ich hochgehoben und weggetragen. Das hier war mein Zuhause. War das etwa Yoongi? Sanft wurde ich auf die Couch gelegt. Sie war eiskalt, der Raum hier war wie ein großer Eisklotz. Erst verbrannte ich und dann erfror ich. Aber es half mir, zu Sinnen zu kommen.
Ich öffnete meine Augen nun ganz. "Kalt", flüsterte ich.
"Fünf Minuten", antwortete die Stimme.
Ich bewegte mich während dieser Zeit nicht, doch ich merkte, wie ich von Sekunde zu Sekunde wacher wurde. Alles was um mich herum passierte wurde immer deutlicher. Die Fenster waren alle offen, kein Wunder, dass es hier so kalt war. Zudem hatte ich auch kein Shirt an, warum auch immer.
Im Gegensatz zu gestern fühlte ich mich nicht benommen oder ähnliches. Mir ging es... gut. Nach ungefähr fünf Minuten stand ich auf und ging in die Küche, um einen Schluck Wasser zu trinken. Meine Kehle war immer noch etwas trocken. Ich sah auf die Uhr. Länger als eine viertel Stunde war ich nicht weg, obwohl es sich wie eine Ewigkeit anfühlte.
Da ich total verschwitzt war, ging ich erst einmal duschen und zog mir frische Sachen an. Wo war Yoongi eigentlich? Eigentlich kümmerte es mich nicht wirklich, ich hatte bloß Angst, dass er in seiner Wut jemanden umgebracht hat. Das Feuer war gerade das einzige, über was ich nachdachte. Natürlich habe ich nicht wirklich gebrannt, aber warum hat er das gemacht? Wollte er mir bloß weh tun und beweisen, dass ich ihm nichts anhaben konnte?
Zu viele Fragen schwirrten durch meinen Kopf, aber ich hatte keine einzige Antwort.
Da seine Tasche noch da war, schließ ich darauf, dass er wieder zurückkommen würde. Vielleicht brauchte er Zeit, für was auch immer. Bestimmt hatte er auch seine Probleme.
Plötzlich klickte es. Es machte alles Sinn. Yoongi meinte, er würde mir etwas zeigen, dann spürte ich diesen unerträglichen Schmerz. Er übertrug das, was er fühlte, auf mich. Vielleicht brachte es ihn deswegen nicht um, weil er kein Mensch war, aber er war deutlich geschwächt und ständig gereizt. Lebte er also in ständigem Schmerz? Es musste grauenvoll sein. Ich konnte mich nicht einmal bewegen, aber ihm sah man es nicht einmal an. Aber warum war es so?
Wenn ich Yoongi wäre, wo würde ich hingehen? Diese Frage war schwerer als gedacht, denn dieser Mann war alles andere als leicht zu durchschauen. Innerlich ging ich noch einmal jedes Gespräch, jeden Ort an dem wir gemeinsam waren, durch. Auf der Bank, an der wir uns das erste Mal getroffen hatten? Nein, warum sollte er freiwillig unter die Menschen gehen. Nicht einmal, wenn er jemanden umbringen wollte, würde er dahin gehen.
Dann fiel es mir ein. Eigentlich war es sehr offensichtlich. Warum war ich da nicht gleich darauf gekommen?
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hunted || taegi
Fanfiction"Es war schon fast zu ruhig. Normalerweise hörte ich immer irgendwelche Tiere oder Insekten auf dem Weg, doch diesmal war keine Spur davon zu entdecken. Mein Bauchgefühl sagte mir auch, dass etwas nicht stimmte, aber ich konnte nicht sagen, was fals...