27 | pain

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Es klingelte and der Tür. Wer konnte das sein? Natürlich war es Seokjin, warum auch immer. Bevor ich die Tür öffnete und ihn hereinließ, zog ich mir schnell das Shirt über, welches ich gestern wegen der Hitze ausgezogen hatte. Im Nachhinein war es mir schon etwas unangenehm, aber dafür war es nun auch zu spät.

"Taehyung, du siehst beschissen aus. Ist was passiert?"

Ich schüttelte den Kopf. "Nein, ich glaub ich habe mich nur erkältet. Nichts schlimmes", erklärte ich. Den Fakt, dass ich gestern fast gestorben wäre, ließ ich sicherheitshalber aus.

"Wie du meinst. Falls es ernst wird, gib mir Bescheid. Ich habe jetzt nicht viel Zeit, wollte dir eigentlich nur das hier vorbeibringen", meinte er und drückte mir einen Sack mit drei Blutkonserven darin in die Hand.

"Ah, danke. Wie lief dein Date gestern eigentlich?", fragte ich neugierig.

"Besser als erwartet. Wir gehen heute Abend noch einmal essen. Wenn ich morgen um die Uhrzeit nicht vor deiner Tür stehe, weißt du Bescheid. Ansonsten halte dir 'ne Stunde frei", sagte er mit einem Grinsen im Gesicht. Ich freute mich für Jin, er war schon viel zu lange alleine.

"Ist gut. Hoffentlich kommst du vorbei", kicherte ich.
Jin verdrehte die Augen und lachte, ehe er wieder ging.

"Hast du Hunger?", fragte ich Yoongi und ging in die Küche.

"Nein danke", meinte er kalt. Hab ich was falsch gemacht oder warum war er plötzlich so mies drauf?

"Alles gut bei dir?", wollte ich wissen. Er sah mich mit leeren aber dennoch wütenden Augen an. Ich verstand es nicht. Vorhin war er doch noch so nett, ich hatte schon fast vergessen, was er eigentlich war. Aber anscheinend zeigte sich das jetzt wieder.

"Komm schon, so schlimm ist es nicht. Soll ich es dir jetzt warm machen oder ni-" Bevor ich meinen Satz überhaupt beendete, wurde ich gewaltsam gegen eine Wand gedrückt.

Ich war immer noch nicht ganz fit, es war für mich also umso schwerer zu versuchen, seinem Griff zu entkommen, aber ich hatte keine Chance. Vor allem hat er mich mit so einer Wucht gepackt, dass ich nur mehr schwer atmen konnte. Sein Arm an meiner Kehle begünstigte dies noch mehr, aber ich gab mich nicht geschlagen.

"Willst du mich jetzt töten oder wie?", meinte ich mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen. "Nur zu, ich steh drauf, gebissen zu werden."

"Oh nein, ich zeig dir etwas viel Schlimmeres. Danach wirst du mich anbetteln, es zu beenden." Ein kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter, trotzdem gab ich nicht nach.

Yoongi fuhr mit seiner freien Hand unter mein Shirt und wanderte langsam von meinem Bauch hoch zu meiner Brust. Die Kälte, die von seiner Haut ausging, drang bis in mein Herz. Plötzlich verwandelte diese sich in puren Schmerz um. Ein Schmerz, der so unbeschreiblich war, dass er mich um den Verstand brachte.

Das, was ich gestern Abend verspürte, war nichts im Gegensatz zu dem, was jetzt gerade passierte. Jede Zelle meines Körpers schien zu brennen. Mir wurde sämtliches Wasser entzogen, ich vertrocknete von innen. Ich lechzte nach Wasser, aber ich hatte keine Kraft, um mich gegen Yoongi zu wehren. Der Schmerz ließ nicht nach, im Gegenteil: Es fühlte sich an, als würde ich langsam platzen und an den Rissen, die dabei entstanden, verbrannte meine Haut nur noch mehr. Selbst die Stelle, an der Yoongis Hand war, brannte.

Ich litt so sehr, dass ich nicht einmal mehr schreien konnte. Keiner konnte mir helfen, keiner konnte das Feuer in mir löschen. Das Feuer, welches heißer als die Sonne war. Mein Kopf schien zu explodieren, es war unerträglich. Doch so sehr ich es wollte, ich gab nicht auf. Und wenn ich dabei mein Leben verlor, wenn ich von innen verbrannte. Wie Jin einmal sagte: Ich werde dank meiner Sturheit irgendwann draufgehen. Ja, das werde ich. Aber es war mir egal.

Miteinem Lächeln auf den Lippen gab ich mich dem Feuer hin, bis ich zusammensackteund auf dem Boden aufprallte.

hunted || taegiWo Geschichten leben. Entdecke jetzt