Sicht Stegi
Den Rest des Tages hatte ich gute Laune. Ich hatte die Möglichkeit einen neuen Freund zu finden. Tim schien zwar etwas schüchtern zu sein aber ich hatte das Gefühl, das war der Anfang einer wunderbaren Freundschaft. ,,Na, verliebt?'' Felix stieß mir in die Seite. Ich lachte und sagte dann: ,, Nein. Aber er scheint echt okay zu sein'' Ich grinste ihn an und spürte dann wie ich angerempelt wurde. ,,Ey Arschloch! Pass auf!'' Natürlich waren es wieder Freddie und Patrick aber ich beachtete sie gar nicht. Es hatte eh keinen Sinn sich mit Idioten abzulegen. ,,Ey ich rede mit dir!'' Patrick packte mich an der Schulter und riss mich zu sich rum. ,,Typ, was ist eigentlich dein scheiß Problem?!'', schrie ich ihn an. Er grinste nur dumm, holte aus und schlug mir dann ins Gesicht. Ich taumelte rückwärts und fiel auf den Boden. Mir wurde leicht schwarz vor Augen und ich hörte Felix schreien: ,,SPINNST DU?!'' Dann merkte ich wie ich hochgezogen wurde und Felix schüttelte mich leicht an den Schultern:,, Geht es dir gut?'' Ich nickte und sah hinter Felix Tim stehen. Er sah schockiert in mein Gesicht. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen doch ich lächelte leicht und bedeutete ihm damit, dass alles okay sei. Sein Blick wanderte an mir vorbei und blieb dann an Freddie und Patrick hängen welche sich vor lachen schüttelten. Felix sah mich besorgt an und zeigte auf meine Nase. Ich hob die Hand und wischte mir drüber wobei sich gleich wieder ein stechender Schmerz ausbreitete. Als ich auf meine Hand sah, erblickte ich Blut. ,, Seid ihr jetzt zufrieden?'', schnauzte Felix die beiden an und nahm mich dann am Arm. Er zog mich an ihnen vorbei und schleifte mich in Richtung Krankenstation. ,,Felix, lass mich los. Ist schon okay. Ich will nur das Blut wegwischen und dann ist gut.'' Ich versuchte meinen Arm aus Felix Griff zu entfernen, schaffte dies auch. Doch als ich umdrehen wollte, rannte ich gegen jemand anderen. Ich fiel wieder nach hinten, landete auf dem Hintern und schaute hoch in Tims Augen. ,,Stegi, du solltest das wirklich untersuchen lassen. Das sieht nicht gut aus.'' ,,Ach quatsch, ich sehe immer gut aus'', scherzte ich doch gab den beiden dann doch recht. Wiederwillig ließ ich mich von ihnen zur Krankenschwester begleiten. Sie schaute sich meine Nase an und reichte mir dann einen kleinen Pappbecher mit Wasser und eine Schmerztablette. ,,Sie ist nur geprellt. Was ist denn überhaupt passiert?'' ,,Ich bin gegen meine Spindtür gerannt'', antwortete ich schnell und sah die anderen beiden warnend an. Felix sah finster zurück und Tim schaute aus dem Fenster. Die Schwester nahm mir den Becher ab und drückte mir dann ein Kühlkissen in die Hand. ,,Immer schön kühlen, dann ist das in ein paar Tagen fast wieder weg. Es wird zwar eine Weile ein blauer Fleck bleiben aber die Schmerzen lassen nach.'' Ich nickte, stand auf und griff nach meinem Rucksack. Doch dann sah ich, dass Felix sich diesen längst über die eigene Schulter gehängt hatte und mir die Tür aufhielt. Die Tür war nicht mal richtig ins Schloss gefallen, da ging er auch schon auf mich los und fragte: ,,Wieso die Lüge?'' ich seufzte. ,,Scheiß doch auf die beiden. Ich will ihnen nicht die Genugtuung geben und sie verpetzen. Ich kann mich alleine wehren. Die hören schon wieder auf und wenn nicht, scheuche ich dich halt auf sie los'', lachte ich und Felix sah zufrieden aus. Ich wusste, es war dumm, dass ich es keinem Lehrer sagte aber wenn ich ihnen keine Beachtung schenkte, würde ihnen schnell langweilig werden, so hoffte ich. Wir gingen in die Cafeteria und Tim holte mir eine Flasche Wasser. Felix scannte den Raum, doch die beiden Unruhestifter waren nirgends zu sehen. ,,Ich habe ein ungutes Gefühl in meinem Magen. Die beiden sind immerhin in unserem Zimmer. Sollen wir fragen, ob wir mit irgendwem tauschen können?'' Ich überlegte, sagte dann aber: ,, Ach quatsch. Wir waren mal beste Freunde und ich glaube, mehr als das '' ich zeigte auf meine Nase ,,werden die beiden sich eh nicht trauen. Freddie ist eigentlich immer gegen körperliche Gewalt gewesen und Patrick sah im nachhinein auch sehr erschrocken aus.'' Felix nickte und trank einen Schluck aus meiner Flasche. ,,Ich bin gleich wieder da'', damit stand er auf und verschwand aus dem Essenssaal. Meine Hände zupften das Etikett von der Flasche und meine Augen blickten nach draußen. Plötzlich ließ Tim sich neben mich fallen. ,,Sag mal, kann ich dich was fragen?'' er bekam ein Nicken meinerseits und fuhr dann fort: ,, Was haben die beiden Typen denn eigentlich für ein Problem mit dir? Weshalb machen die dich so an?'' ,,Ach weißt du, ich habe mich vor 4 Monaten bei ihnen als Pan geoutet und das jetzt ist ihre Reaktion darauf.'' Als ich zu Seite und damit direkt in Tims Gesicht guckte, erkannte ich Verwirrung. ,,Was .. was heißt Pan?'' Auf seinen Wangen war ein leichter Rot Schimmer zu sehen. ,,Pansexuell heißt, dass ich mich nicht zu einem Geschlecht angezogen fühle bzw mich nicht auf die typischen Geschlechtsmerkmale festlege sondern, dass mir halt wirklich die Person dahinter wichtiger ist. Sprich ich verliebe mich nicht in ein Geschlecht sondern in die individuelle Person die dahinter steckt.'' ,,Ah okay. Und warum haben die damit so ein Problem?'' ,,Sie denken, ich würde mich an sie ran machen'', lachte ich Tim an und er stieg mit ein.
Am Abend wollten wir uns noch im Gemeinschaftsraum treffen und ein wenig Videospiele zocken. Als ich mit Felix im Schlepptau in den Raum trat, stellten sich mir Freddie und Patrick in den Weg. ,,Na, wie geht es deiner Nase?'' Ich drängte mich an ihnen vorbei und gab keine Antwort. Freddie packte mich am Arm, doch ich riss mich los. ,,Du sollst uns doch angucken, wenn wir mit dir reden du dummes ...'' Patrick holte aus und wollte mir grade wieder ins Gesicht schlagen, doch ich konnte rechtzeitig ausweichen. Leider vergaß ich Freddies Hand, die mich noch immer festhielt und nun auf den Boden schubste. Patrick kniete direkt über mir und klemmte meine Arme unter seinen Beinen ein. Ich sah mich hilfesuchend um doch der Raum war bis auf uns vier, leer. ,,Lass ihn in Ruhe Patrick!'', hörte ich Dner schreien. Freddie hielt ihn fest, damit er mir nicht helfen konnte und ich versuchte Patrick irgendwie von mir runter zu stoßen. Doch ich bekam die Arme nicht frei und so sah ich einfach nur hoch in sein Gesicht. ,,Auf einmal nicht mehr so mutig, was?'' Ich sagte nichts und starrte nur zurück. Ich hatte keine Angst und genau das schien ihn auch zu stören, denn er holte aus und ließ seine Faust auf meinen Unterkiefer krachen. Felix schrie, Freddie lachte und sagte immer noch nichts. Patrick holte erneut aus und wollte grade zuschlagen, da wurde er von mir runter gerissen. Ich setze mich schnell auf und sah, das Tim Patrick im Schwitzkasten hielt. Felix konnte sich ebenfalls befreien und half mir hoch. Er verzog das Gesicht bei einem Blick auf meinen Kiefer und drehte sich dann wieder um. ,,Lasst Stegi in Ruhe! Er hat euch nichts getan! Wenn ich noch einmal sehe, dass ihr ihn schlagt oder sonst irgendwie in einer Art auch nur ein Haar krümmt, bekommt ihr es mit mir zutun!'' Tim hatte sich vor Patrick und Freddie aufgebaut und sprach mit ruhiger Stimme zu den beiden. Schon fast zu ruhig. Mich überkam eine Gänsehaut und Felix schauderte ebenfalls. Die beiden Schläger machten einen Abgang und Tim kam zu uns. ,,Geht es dir gut? Sollen wir dich zur Schwester bringen?'' Ich schüttelte den Kopf und umarmte die beiden. ,,Danke, ihr seid die besten!''
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Stexpert - das ist nicht nur ein Name, sondern ein Lebensgefühl
FanfictionStexpert FF