Sicht Tim
Nervös stand ich vor der Wohnungstür von Stegi. Es war soweit, ich würde nun bei ihm einziehen. Noch ein letztes Mal richtete ich meine Haare und klingelte dann. Sofort öffnete der Kleinere die Tür und ich lächelte ihn an. ,,Du bist ja schon da'', meinte er und ich erwiderte: ,,Ja, ging schneller als ich dachte. Hab nicht so viel Stuff wie ich dachte'' Er ging einen Schritt zur Seite und zeigte auf eine Tür. ,,Das ist dein Zimmer. Soll ich dir beim tragen helfen oder so?'' ,,Nein, alles gut. Es sind nur drei Kartons.'' Ich ging in mein neues Zimmer und stellte den Rucksack auf dem Bett ab. Das hatte ich als erstes hergebracht. Stegi kam hinter mich und stellte sich in den Türrahmen. ,,Ist das wirklich okay für dich?'', wollte ich wissen. Er lächelte und nickte dann. ,,Du bist mir nicht fremd. Klar'' Ich hatte sein Lächeln vermisst. Dann rannte ich schnell runter, holte die Kartons hoch und schloss dann die Wohnungstür. Stegi räumte grade in der Küche rum und ich sortierte meine Sachen ein. Die Bilder hängte ich an die Wand und das Bild von ihm stellte ich auf meinen Nachttisch. Als ich fertig war, ging ich schnell duschen. Ich hatte ziemlich geschwitzt. Nach dem duschen ging ich zu Stegi in die Küche und fragte, was er noch geplant hatte. ,,Nichts eigentlich. Muss ein paar Papiere sortieren'' Er sah mich gelangweilt an und ich nickte. Dann verschwand er in seinem Zimmer. Ich griff mir eine Pfanne und einen Topf und zauberte uns etwas zu essen. Nach zwei Stunden war ich endlich fertig, hatte den Tisch gedeckt und eine Kerze angezündet. Langsam ging ich zu Stegis Zimmer und klopfte. ,,Ja?'', kam es von drinnen. Ich öffnete die Tür und er sah mich an. ,,Ich hab uns was zu essen gemacht. Willst du?'' Er nickte, stand auf und streckte sich. Mein Blick blieb an ihm kleben und er ging an mir vorbei. In der Küche blieb er kurz stehen und schaute auf den Tisch. ,,Zuviel?'', fragte ich vorsichtig und er schüttelte den Kopf. Erleichtert atmete ich aus und er setzte sich an den Tisch. Wir aßen und unterhielten uns. Meine Hand lag auf dem Tisch und plötzlich merkte ich, wie Stegi danach griff. Als ich hochblickte, traf ich seinen Blick. ,,Tim, es tut mir leid. Ich war echt nicht so nett zu dir. Ich habe es dir nicht leicht gemacht dich zu entschuldigen. Ich verzeihe dir. Aber nur wenn du mir die ganze Woche so leckeres Essen kochst'', sagte er und deutete auf den Teller. Innerlich schrie ich vor Glück. Er verzieh mir. Klar wir waren noch nicht wieder zusammen aber einen Schritt näher. ,,Mach ich'', lachte ich und er aß seinen Teller leer. Als er fertig war, nahm ich unsere Teller und räumte die Küche auf. Stegi blieb auf seinem Stuhl sitzen und beobachtete mich die ganze Zeit. Als ich ihn ansah, hatte er noch etwas Schokosoße vom Nachtisch am Mund kleben. ,,Ähm ... du hast da was'', kicherte ich und zeigte auf seinen Mundwinkel. Er wischte drüber, traf aber nicht. ,,Weg?'', fragte er und sah mich mit großen Augen an. Ich schüttelte den Kopf und ging zu ihm. Ich kniete mich vor ihn und hob die Hand. Vorsichtig wischte ich die Soße mit meinem Daumen weg und schaute dabei die ganze Zeit auf seine Lippen. Es war als würde die Zeit plötzlich stehen bleiben. Stegi schaute mir in die Augen und ich starrte zurück. Mein Gesicht war nur wenige Millimeter von seinem entfernt. In meinem Kopf schrie eine Stimme, ich soll ihn küssen. Er zog sich nicht zurück, wartete einfach ab, was passieren würde. Ich atmete einmal zitternd ein und aus und schloss dann meine Augen. Ich wollte, aber ich hatte Angst damit irgendwas kaputt zu machen. Meine letzte Chance zu zerstören. Langsam stand ich auf und verließ die Küche und ließ einen perplexen Stegi zurück.
Sicht Stegi
Er hat mich nicht geküsst. Ich hatte es eigentlich erwartet, doch war ein wenig Erleichtert. Es wäre wahrscheinlich zu früh gewesen. Zitternd stand ich auf und ging in mein Zimmer. Ich warf mich auf mein Bett und drückte mein Gesicht ins Kissen. Ich hätte ihn auch küssen können, doch ich hatte Angst. Irgendwann musste ich eingeschlafen sein, denn ich wurde wach, weil mir jemand über die Stirn strich. Müde öffnete ich meine Augen und sah in Tims Gesicht. ,,Ich wollte dich nicht wecken. Ich muss zur Arbeit. Schlaf gut'', sagte er und verschwand dann. Ich schaute auf die Uhr. Es war 22 Uhr. Genervt warf ich mich wieder in die Kissen, kickte meine Hose von den Beinen und zog mein Shirt über den Kopf. Sofort war ich wieder eingeschlafen. Tim kam irgendwann in der Nacht zurück, öffnete kurz meine Zimmertür und ich bat ihn, bei mir zu schlafen. Zögerlich legte er sich neben mich und ich seufzte zufrieden. Ich hatte seine Nähe vermisst. Meine Mutter hatte Recht. Worauf wartete ich eigentlich?
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Stexpert - das ist nicht nur ein Name, sondern ein Lebensgefühl
FanfictionStexpert FF