Sie waren wie Stegis Augen

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Sicht Sebastian

Als ich von Tim gehört hatte, was vorgefallen ist, stürmte ich aus dem Zimmer und suchte Marissa. Als ich sie fand, griff ich sie am Handgelenk und zog sie hinter mir her. ,,Boar, Sebastian lass mich los.'' Ich blieb stehen und drehte mich zu ihr um. ,,Was erzählst du für scheiße? Du weißt, du kannst Stegi damit heftig schaden, oder?'' Sie schaute ein wenig schuldbewusst doch setzte dann wieder ihren Bitchblick auf. ,,Mir doch egal. Er hat mir mein Herz gebrochen und das nur, wegen einem Typen.'' ,,Aber mit Felix lief nie was, dass weißt du auch!'' Sie verschränkte die Arme vor ihrem zu tiefen Ausschnitt und meinte: ,,Das meine ich auch nicht!'' Nun war ich verwirrt. ,,Was denn dann?'' ,,Mia hat mir erzählt, dass Tim und er sich geküsst haben. Und als ich Stegis Hals geküsst habe, hat er Tims Namen geflüstert.'' Ich fühlte mich, als hätte mir jemand ein Brett vor den Kopf geschlagen. ,,Was redest du denn da?'', stotterte ich und sie erklärte es mir nochmal. Ich reagierte nicht und sie ging entnervt weg. ,,Sebastian, was ist?'', hörte ich hinter mir Felix Stimme. Ich drehte mich zu Felix und schaute ihn geschockt an. Ich wollte ihm das nicht erzählen, das war die Aufgabe von den beiden anderen aber ich brauchte eine Erklärung. ,,Alles gut. Ich habe Marissa zur Rede gestellt aber ich glaube es ist ihr egal, was mit Stegi ist. Diesmal sollten wir wirklich zum Direktor gehen.'' Wir gingen zu den anderen beiden zurück und sahen, dass Stegi, in eine Decke gewickelt, auf seinem Bett saß und am ganzen Körper zitterte. ,,Was ist mit ihm?'', fragte ich und zeigte auf Stegi. ,,Na was glaubst du wohl? Erst belästigt Marissa ihn und dann sagt sie auch noch allen, dass es anders rum war'' ,,Stimmt. Stegi?'' Er reagierte nicht. Ich sprach leise zu Tim und sagte auch ihm, dass wir zum Direktor gehen müssen. ,,Du hast recht. So geht das nicht weiter.'' Die ganze Zeit während Tim sprach, musste ich daran denken wie die beiden sich geküsst haben. Das muss der Tag gewesen sein, als ich die beiden auf dem Bett gesehen habe. Jetzt wo ich so drüber nachdenke, macht es Sinn. Sie sahen sehr durch genommen aus. ,,Basti?!'', sagte Tim und wedelte mit der Hand vor meinem Gesicht rum. ,,Was? Tut mir leid'' ,,Ich habe gesagt, Stegi muss es aber selber sagen. Sonst glaubt der Rektor das vielleicht nicht. Aber er muss sich jemanden holen'' Ich nickte und Felix setzte sich neben Stegi. Stegi zuckte zusammen und wich ein Stück zur Seite. Schnell stand er wieder auf und Stegi entspannte sich ein wenig. Er sah furchtbar verstört aus und das alles nur wegen seiner dummen Ex. ,,Felix, bleib du kurz bei ihm. Ich und Tim gehen schnell was zu trinken holen.'' Felix nickte und ich schob Tim vor mir aus dem Zimmer. Sollte ich ihn darauf ansprechen? Was hatte ich zu verlieren? ,,Tim, kann ich dich was fragen und eine ehrliche Antwort erwarten?'' Er nickte und ich fuhr fort. ,,Marissa sagte, das Mia ihr erzählt hat, du und Stegi hätten sich geküsst. Stimmt das?'' Tim wurde rot und erklärte dann:,, Ja, aber nur um Mia loszuwerden. Sie hatte an dem Tag, als du einfach rein kamst und Stegi auf mir saß, etwas in mein Trinken gemischt und wollte dann das gleiche machen wie Marissa mit dem Kleinen.'' Was stimmte denn nicht mit den beiden Weibern. ,,Und das war der einzige Kuss den ihr hattet? Weil ich muss schon sagen, ihr verhaltet euch manchmal wie ein Paar. Ihr schlaft zusammen in einem Bett, kuschelt viel und habt immer Körperkontakt.'' ,,Das war der einzige. Wir sind einfach beste Freunde'' Ich nickte und wir gingen weiter in die Cafeteria. 

Sicht Tim

Ich hoffe, Basti würde die Geschichte mit dem einen Kuss glauben. Niemand wusste, dass es einen zweiten gab. Und ich wollte, dass das auch so bleibt. Zumindest bis ich wusste, wie Stegi darüber dachte und wir wussten, was das zu bedeuten hatte. Wobei ich glaube, dass er nichts zu bedeuten hatte. Wir haben nicht darüber geredet und weiter gemacht wie vorher. Als wir mit Wasser bewaffnet waren, gingen wir zurück und stießen unterwegs auf Mia und Marissa. Ich schaute beide nicht an und Sebastian schnaubte nur einmal. Ich spürte, wie sich die Blicke der beiden in unsere Rücken bohrten.  ,,Und was lief zwischen dir und dieser Mia auf der Party? Stegi war recht sauer und saß allein am Badesee.'' Ich guckte zu Sebastian. Ich wusste nicht, das Stegi gegangen war. Ich dachte, ich hätte ihn einfach nur nicht wieder gefunden. ,,Sie hat mich geküsst und ich habe sie nicht von mir gestoßen. Ich dachte, ... ach keine Ahnung'' Ich konnte ihm schlecht sagen, dass ich in den grünen Augen von Mia versunken war. Sie waren wie Stegis Augen. Nur seine waren ein wenig dunkler. ,,Bruder, das tat ihm weh. Aber ich glaube auch nur, weil er so betrunken war. Du musst wissen, du bist ihm verdammt wichtig und du kommst für ihn einer Beziehung am nächsten momentan. Er ist schon eine ganze Weile Single.'' Verständnisvoll nickte ich und wir betraten das Zimmer. Stegi lag auf dem Bett und ich ging direkt rüber. Vorsichtig legte ich eine Hand auf seine Schulter, er verspannte sich und ich reichte ihm eine Flasche Wasser. Er nahm sie und legte sie ins Bett. ,,Stegi, willst du drüber reden?'' Er schüttelte den Kopf. ,,Aber wir gehen morgen zum Direktor. Das musst du melden. Du darfst sie damit nicht durchkommen lassen'' Er zuckte die Schultern und ich seufzte. Sebastian saß auf seinem Bett und unterhielt sich mit Felix. Sie lachten leise und ich blieb einfach still bei Stegi sitzen. Ich wollte für ihn da sein. Ich machte mir Vorwürfe. Klar, war es nicht direkt meine Schuld aber wäre ich bei ihm gewesen, wäre das nicht passiert. Stegi griff nach meiner Hand, als würde er spüren, dass ich mir die Schuld gab an dem was passiert ist und drückte sie vorsichtig. Mittlerweile war es wieder spät am Abend und ich wollte ins Bett gehen doch Stegi hielt mich weiter fest. ,,Soll ich mich zu dir legen?'', fragte ich und er nickte fast nicht sichtbar. Vorsichtig legte ich mich neben ihn und versuchte ihn so wenig wie möglich zu berühren. Mit jeder Berührung, zuckte er zusammen und verspannte sich, ich wollte ihn in den Arm nehmen, hatte aber Angst es wäre zuviel für ihn. Doch er nahm mir die Entscheidung ab indem er sich umdrehte und sein Gesicht an meine Brust drückte. Ich spürte, wie er tief ein atmete und ich legte meine Arme um ihn. So schliefen wir ein. 

Stexpert - das ist nicht nur ein Name, sondern ein LebensgefühlWo Geschichten leben. Entdecke jetzt