Sicht Sebstian
Als Felix zu Ende gesprochen hatte, musste ich schwer schlucken. Ich konnte mir nicht vorstellen, wir schwer es sein musste, so gequält zu werden. Ich starrte fassungslos auf den Fußboden und merkte, wie Tim neben mir seine Hände zu Fäusten ballte und seine Arme sich anspannten. ,,Das ist aber Vergangenheit. Jetzt geht es darum Stegi zu helfen. Er will nicht, dass wir die Lehrer oder den Direktor da mit rein ziehen aber, irgendwem müssen wir es doch erzählen.'' Felix musterte und und Tim brachte zwischen zusammen gebissenen Zähnen:,, Wir werden uns selber darum kümmern. Ich hoffe Patrick hat es verstanden. Freddie scheint nicht handgreiflich zu sein. Er spielt immer nur den Mitläufer, hält das Opfer fest. Zuschlagen tut aber nur Patrick. Irgendwie müssen wir uns das zu nutzen machen.'' Ich dachte nach. Tim war neu hier und kannte die beiden noch nicht so lange wie ich und erst recht nicht so lange wie Felix und Stegi. ,,Wir müssen nochmal mit Stegi reden. Vielleicht weiß er etwas, was wir tun können.'', meinte Felix dann. Irgendwie mussten wir das klären, ohne Stegi da weiter mit rein zuziehen als er ohnehin schon drin steckte. ,,Ich bin gleich wieder da'', sagte ich und ging den Flur entlang zu meinem Zimmer. Wir sollten ja mit in das von Stegi und Felix ziehen, also wollte ich schon mal ein paar Dinge zusammen packen. Ich musste versuchen, einen klaren Kopf zu bekommen. Als ich die Zimmertür öffnete, sah ich das Felix H und Alex mitten im Raum standen und sich scheinbar stritten. ,,Du checkst es nicht, oder? Du sollst deine Sachen nicht immer überall rumliegen lassen Alter!'', schrie Felix Alex entgegen, dieser erwiderte ebenso laut: ,,Mach nicht immer einen auf Mutti!'' Ich beobachtete das ganze und musste schmunzeln. Sie verhielten sich aber auch manchmal echt wie ein altes Ehepaar. ,,Seid ihr fertig Jungs?'' Sie sahen mich erschrocken an, hatten scheinbar nicht mitbekommen, dass ich rein gekommen war. ,,Kannst du vielleicht Alex auch mal sagen, dass er seine Sachen einfach wegräumen soll?'', meinte Felix und verschränkte seine Arme vor der Brust. Ich musste lachen und griff mir meine Sporttasche. In diese stopfte ich meine Klamotten und zog anschließend den Reißverschluss zu. ,,Wo willst du hin?'', Alex zog eine Augenbraue hoch und sah mich an. ,,Ich werde in das Zimmer von Stegi ziehen, mit Tim zusammen. Wir müssen uns ein wenig um ihn kümmern. Ihm ... geht es nicht so gut'', antwortete ich und schulterte meinen Rucksack, nahm meine Tasche in die Hand und ging zur Tür. ,,Patrick und Freddie werden bei euch einziehen. Also wahrscheinlich, wenn sie nicht doch noch ein Doppelzimmer kriegen. Tut ihr mir einen Gefallen?'' Alex zog eine Augenbraue hoch und Felix nickte einmal. ,,Behaltet die beiden bitte im Augen und sagt mir alles was für euch so klingt, als hätte es was mit Stegi zutun, okay?'' Sie nickten beide und ich ging zurück zu meinem neuen Zimmer. Tim und Felix standen nicht mehr vor der Tür, also waren sie wahrscheinlich wieder rien gegangen. Als ich eintrat sah ich, wie Stegi in seinem Bett lag und noch immer tief und fest schlief. Ich schaute mich um, konnte die anderen beiden jedoch nicht entdecken, also legte ich meine Taschen ab und setzte mich an den Tisch der am Fenster stand. Ich beschloss, so lange hier zu bleiben, bis Tim oder Felix wieder da wären. So saß ich einfach da, schaute aus dem Fenster und beobachtete, wie der Regen an dem Fensterglas runterlief. Nach einer Weile wurde ich etwas müde, mein Kopf sank an die Fensterscheibe und ich schlummerte weg.
Ich wurde wach, weil ich hörte, wie jemand leise meinen Namen sagte. Langsam öffnete ich meine Augenlider und blickte durch das Zimmer. Mein Blick blieb an Stegi hängen, der mich ansah und versuchte sich aufzusetzen. Ich sprang auf und eilte ihm zur Hilfe. ,,Tut mir leid, ich wollte dich nicht wecken. Aber ich muss mal ... wohin'', Stegi rieb sich verlegen den Nacken und grinste mich an. Ich griff unter seinen Arm und half ihm hoch. Langsam und vorsichtig liefen wir über den Flur, in die Jungstoilette und blieb dann vor der Kabinentür stehen. Als wir auf dem Weg zurück ins Zimmer waren, trafen wir auf Tim. ,,Was macht ihr hier?'', fragte er aufgebracht. ,,Ich musste mal. Was soll ich denn machen?'', Stegi wurde rot und guckte Tim an während er sich die Seite hielt. Tim legte eine Hand auf seinen Rücken und schon ihn somit vorsichtig vor sich her, wieder in sein Bett. ,,Du musst dich ausruhen, Stegi. Versprich mir, dass du liegen bleibst.'' Tim hatte sich auf die Bettkante gesetzt und schaute Stegi bestimmend an. ,,Und was soll ich machen, wenn ich mal auf die Toilette muss oder wenn ich mal duschen will?'', wollte dieser wissen und zog seine Augenbraue hoch. ,,Dann sagst du bescheid. Dann helfen wir dir.'' ,,Aber ich habe doch genau das gemacht. Sebastian war sogar eingeschlafen und ich habe ihn extra geweckt. Ich hätte auch allein gehen können.'' Tim guckte über seine Schulter und blickte mich an. Er nickte kurz und stand dann auf. ,,Ich hole dann mal meine Sachen. Sebastian, kannst du vielleicht schonmal die Betten frei machen?'' Ich nickte und Felix kam rein. Er hatte Tränen auf den Wangen und sah sehr verstört aus. ,,Oh mein Gott, Felix was ist los?!'', Tim nahm Felix an den Schultern und drückte ihn auf sein Bett. ,,Schon okay. Halb so wild.'' Er versuchte ein Lächeln, welches nicht sehr überzeugend war. Stegi lag auf den Ellbogen aufgestützt im Bett und starrte Felix fassungslos an. ,,Was ist passiert?'', flüsterte er. Felix wischte sich über das Gesicht und zog sich die Ärmel über die Hände. ,,Nichts, wirklich. Alles gut'' Stegi ließ sich in die Kissen fallen und schlief fast sofort ein. Ich griff Felix am Handgelenk und merkte sofort eine warme Flüssigkeit. Als ich meine Hand wegnahm, war sie rot. Ich schaue auf und sah, Felix vor Schmerzen verzogenes Gesicht. Ich griff nach seinem anderen Handgelenk, zog ihn mit mir vor die Tür und schloss diese hinter uns. ,,Du sagst mir jetzt sofort, was passiert ist!''

DU LIEST GERADE
Stexpert - das ist nicht nur ein Name, sondern ein Lebensgefühl
FanfictionStexpert FF