Sicht Tim
Die nächsten Monate vergingen wie im Flug. Emilia wuchs und wurde mit jedem Tag hübscher. Sie hatte die blonden Haare von Stegi und eine Augenfarbe die irgendwie eine Mischung unserer beiden Augen war. So kam es, das nun ihr erster Geburtstag vor der Tür stand und die anderen in unserer Küche saßen. Natürlich hatten wir nicht nur ihre Onkel, sondern auch Kaya eingeladen. ,,Wo ist denn das Geburtstagskind?'', fragte Felix lächeln als er die Wohnung betrat. ,,Sie ist im Wohnzimmer bei Stegi. Das musst du sehen'' Felix und ich gingen durch den Flur und standen im Türrahmen. Das Bild was sich uns zeigte war ein Bild für die Götter: Stegi saß im Schneidersitz auf dem Boden, Emilia in seinem Schoß und sie schauten zusammen das Dschungelbuch. Emilia schaute zu uns und fing an zu brabbeln und ihre kleinen Fingerchen nach mir auszustrecken. Ich hockte mich vor die beiden und nahm sie Stegi ab. ,,Hey, mein Schatz. Du magst den Film nicht so gern wie dein Papa, hm?'' Stegi lachte und ich küsste Emilias Wange. Sie kicherte und griff nach Felix. ,,Ich glaub, sie will zu ihrem Onkel'' Felix streckte die Arme aus und nahm sie auf den Arm. ,,Na Geburtstagskindchen. Wie geht es dir?'', fragte er sie und als würde sie ihm damit antworten, kicherte sie wieder. Stegi machte den Film aus und stellte sich neben mich. Er beobachtete die beiden glücklich. ,,Sie hat die besten Onkel'', hauchte er mir zu und ich nickte. Felix setzte sie ab und sie krabbelte davon, in dem Moment ging die Wohnungstür wieder auf und Basti kam rein. ,,Was für eine Begrüßung! Seit wann kannst du denn krabbeln?'', sagte er und nahm sie kurz hoch. Sie antwortete mit einem ,,dadadah'' und er lachte. ,,Ich geh sie schnell wickeln und du kannst schonmal den Kuchen rausholen wenn du magst'', meinte Stegi und verschwand mit der Kleinen in ihrem Zimmer. Ich ging mit Felix und Basti im Schlepptau in die Küche und wir deckten den Tisch, kochten Kaffee, ich holte den Kuchen aus dem Kühlschrank und wärmte schonmal ein wenig Brei für Emilia auf. Stegi kam wieder mit ihr zusammen auf dem Zimmer und er setzte sie in ihren Hochstuhl. Sie trommelte mit ihren Händen auf das Tablett vom Hochstuhl und schaute uns erwartend an. ,,Gleich. Wir müssen noch auf Manu warten'', sagte ich zu ihr und sie schmollte ein wenig. Basti hielt ihr seinen Finger hin und sie griff direkt danach, nuckelte an ihm und er lachte. Manu trat in die Wohnung, gefolgt von Kaya und sie unterhielten sich angeregt. Sie betraten die Küche und begrüßten uns, wirkten allerdings eher angespannt. ,,Was habt ihr denn?'', fragte Stegi lachend und stellte Emilia ihren Brei vor das Näschen. ,,Ich will euch was sagen. Das ist jetzt vielleicht ein wenig überraschend und eventuell auch merkwürdig aber ... Kaya und ich gehen seit einigen Wochen aus.'' Kaya schaute ihn wütend an. Stegi klatschte in die Hände und ich grinste die beiden an. ,,Wusste ich doch schon. Ich hab euch neulich beim Italiener gesehen'', meinte ich und schob die beiden zu ihren Plätzen. ,,Ihr findet das nicht komisch?'', fragte Kaya überrascht und wir alle schüttelten den Kopf. ,,Sag ich doch. Du kennst sie nicht so gut wie ich. Sie tolerieren alles, solange wir glücklich sind bei dem, was wir tun'' Er küsste sie und sie wurde rot. ,,Aww! Ich dreht durch!'', quietschte Stegi und Emilia und ich sahen ihn ein wenig verstört an. Felix brach in Gelächter aus und setzte sich dann neben Basti an den Tisch. ,,Dann können wir ja jetzt endlich Kuchen essen'', meinte er und ich schnitt den Kuchen und verteilte ihn auf die Teller. Nach dem Kuchen durfte Emilia ihre Geschenke auspacken. Wir saßen im Wohnzimmer und sie zerriss grad Geschenkpapier, als es an der Tür klingelte. Ich stand auf, öffnete die Tür und ließ den Überraschungsgast rein. ,,Patrick?!'', sagte Stegi und schaute ihn genau so geschockt an wie alle anderen im Raum. ,,Hey. Ich dachte ich komm kurz vorbei und bring ein Geschenk vorbei.'' Er hielt eine kleine Tüte in der Hand, hockte sich hin und reichte sie Emilia. Sie war zu ihm gekrabbelt, hielt sich an seinen Knien fest und hievte sich hoch. Wir alle schauten dem Spektakel zu und Emilia stand an Patrick festgeklammert vor ihm und kicherte leise vor sich hin. ,,Sie ... sie kann stehen?'', hauchte Stegi und Tränen traten ihm in die Augen. Sie griff nach der Tüte in Patricks Hand, lief zwei kleine Schritte zurück und stand nun ohne Hilfe. Mir klappte der Mund runter und im Raum herrschte vollkommene Stille. Emilia griff in die Tüte, zog eine kleine rosa Schachtel hervor und warf das Tütchen auf den Boden. Sie drehte sich um, zeigte mir das rosa Schächtelchen und alle schrien auf. Vor schreck fiel sie auf den Po und weinte. ,,Sie kann stehen! Sie ist ein paar Schritte gegangen! Tim, hast du das gesehen?'', sagte Stegi aufgeregt und Tränen liefen ihm über das Gesicht. Ich hob Emilia hoch und tröstete sie. Stegi stand auf und nahm uns in den Arm. ,,Dada'', sagte sie und tatschte ihm auf den Kopf. Nun war es voll und ganz um Stegi geschehen. Er weinte, strahlte uns an und alle anderen hatten ebenfalls Tränen in den Augen. ,,Sie meinte dich'', hauchte ich ihm ins Ohr und küsste ihn. Das war der beste Tag in unserem Leben, nach der Geburt von Emilia und unserer Hochzeit natürlich. Aber sie stand, ging einige Schritte und sagte etwas, was sich nach Papa angehört hatte. Klar war das sehr viel auf einmal, doch sie ist wohl einfach ein Genie.
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Stexpert - das ist nicht nur ein Name, sondern ein Lebensgefühl
FanfictionStexpert FF