Das ist kein Verlobungsring!

39 4 0
                                    


Zwei Jahre später

Sicht Stegi

,,Stegi jetzt beeil dich doch mal! Sonst kommen wir zuspät zu der Zeremonie!'', Manu kam lachend ins Schlafzimmer und schaute mir dabei zu, wie ich verzweifelt versuchte, meine Krawatte zu binden. ,,Komm ich helfe dir'', er stellte sich vor mich und im handumdrehen war sie perfekt gebunden. ,,Danke'', sagte ich und gab ihm einen Kuss. ja, wir waren zusammen. Wir hatten einige Dates und dann ist es einfach passiert. Nach einem Jahr ist er bei mir eingezogen. ,,Und jetzt komm endlich!'' Er griff meine Hand und zog mich aus der Wohnung zu seinem Auto, drückte mich auf den Beifahrersitz und fuhr dann los. 

Nach der Zeugnisvergabe sah ich meine Mutter neben der von Manu stehen. ,,Ich bin so stolz auf dich Liebling!'', sagte sie mit Tränen in den Augen und küsste mich auf die Wange. ,,Danke Mama.'' Ich wischte den feuchten Kuss weg und reichte ihr mein Handy, damit sie ein Foto von mir und Manu machen konnte. ,,Lächeln ihr Süßen!'' Manus Mutter machte auch einige Bilder und dann luden sie uns zum Essen ein. Wir gingen in ein schickes Italienisches Restaurant und redeten, lachten und das Leben war schön. Ich hatte tatsächlich meinen  Abschluss geschafft. Lächeln griff ich während dem Essen nach Manus Hand und drückte sie. Er lächelte zurück. ,,Ihr seid so süß. Wann heiratet ihr zwei denn endlich?'' ,,Mama!'', rief Manu erschrocken aus und sah mich dann entschuldigend an. ,,Wir dürfen ja leider nicht heiraten. Aber das brauchen wir auch nicht, solange wir wissen, dass wir uns lieben, reicht mir das'', sagte ich und schaute Manu dabei die ganze Zeit in die Augen. Er lächelte, beugte sich zu mir und gab mir einen Kuss. Nach dem Essen verabschiedeten wir uns von unseren Müttern und fuhren dann nach Hause. ,,Das war ein wirklich schöner Abend'', seufzte ich und schaute Manu verliebt an. Er grinste, griff meine Hand und küsste mich einmal auf den Handrücken, seinen Blick die ganze Zeit auf die Straße geheftet. Als er geparkt hatte und wir in unserer Wohnung standen, zog er eine Tüte hinter seinem Rücken hervor. Er reichte sie mir und ich fragte:,, Wo hast du die denn jetzt her?'' Er lachte. ,,Ist egal, öffne sie'' Ich zog sie auf und sah eine kleine schwarze Schachtel darin. ,,Manu, was ist das?'' Er griff die Schachtel, kniete sich vor mich und öffnete sie. ,,Das ist kein Verlobungsring! Nicht das du jetzt Panik kriegst. Doch ich bin unglaublich stolz auf dich und will, dass dieser Ring ein Versprechen an dich ist. Immer wenn du ihn siehst, sollst du daran denken, dass ich dich so sehr liebe und das ich gerne dein Mann wäre. Ich will das wir irgendwann man ein Haus haben, einen Hund und vielleicht sogar ein Kind. Doch bis wir das alles dürfen, ist er ein Versprechen. Stegi, ich liebe dich!'' Ich sah ihn aus großen Augen an und eine Träne kullerte mir über die Wange. Er sah mich an und ich hielt ihm meine Hand hin. Glücklich steckte er den Ring an meinen Finger. Ich fiel ihm in die Arme und er küsste meine Gesicht. ,,Manu, ich liebe dich auch!'' Wir setzten uns auf das Sofa, ich kuschelte mich an seine Schulter und wir sahen uns einen Film an. Irgendwann musste ich eingeschlafen sein. Ich spürte wie ich hochgehoben und dann ins Bett gelegt wurde. Dann war ich direkt wieder weg. 

Am nächsten Morgen wurde ich von Küssen geweckt, die sich in meinem Gesicht verteilten. ,,Steh auf'', maulte Manu und ich öffnete meine Augen. Er stellte ein Tablett auf meinen Schoß und ich sah darauf eine Tasse Kaffee und ein Brötchen. ,,Danke'', sagte ich und drückte ihm einen Kuss auf. Er setzte sich neben mich und ich begann zu essen. Als ich fertig war, nahm er mir das Tablett wieder ab und wollte es in die Küche bringen, als er sich plötzlich die Seite hielt. ,,Schatz was ist los?'' Ich war sofort aufgesprungen und zu ihm gerannt. ,,Nichts, schon gut. Das hab ich schon ne Weile. Geht gleich wieder'' Er keuchte und ich half ihm, sich auf das Bett zu setzen. ,,Wir gehen damit zum Arzt! ich komm mit'', forderte ich und er nickte. ,,Schlaf ein wenig. Ich gehe ein wenig Papierkram machen'' Er schloss sofort seine Augen und ich verließ den Raum. Leise betrat ich die Küche, stellte mich das Fenster und drehte geistesabwesend an dem Ring. Ich machte mir Sorgen. Manu ging nicht gerne zum Arzt aber bei solchen Schmerzen sollte man es besser untersuchen lassen. ,,Stegi!'', rief Manu und ich ging ins Schlafzimmer. Verschlafen blinzelte er mich an und ich lächelte. Ich nahm seine Hand und schaute auf die Uhr. Er hatte eine Stunde geschlafen. ,,Geht es wieder?'', fragte ich und hoffte, er würde ja sagen. Doch stattdessen schüttelte er den Kopf. Er sah blass aus und ich griff mein Handy. ,,Was tust du?'' ,,Ich rufe dir jetzt einen Krankenwagen.'' Er schloss erschöpft die Augen und ich wählte die Nummer vom Notdienst. Nach einer halben Stunde waren sie endlich bei uns. Sie legten Manu eine Nadel in den Arm, nachdem sie ihn fragten, was los ist. Dann legten sie ihn auf eine Liege und schoben ihn raus. ,,Kann ich mitfahren?'' ,,Sind sie mit ihm verwandt?'', wollte ein Sanitäter wissen und ich sagte, ich sei sein Lebenspartner. ,,Okay, setzten sie sich nach vorne. Wir fahren direkt los'' Ich setzte mich auf den Beifahrersitz und wir fuhren Richtung Krankenhaus. Angekommen rief ich direkt seine Mutter an. Sie sagte, sie würde so schnell wie möglich da sein und so saß ich im Flur, während der Arzt Manu untersuchte. Ich verstand nicht, wieso ich nicht mit rein durfte, wollte jedoch nicht diskutieren. ,,Also, Herr ...?'' ,,Nennen sie mich bitte einfach Stegi.'' Ich stand auf und stellte mich mit verschränkten Armen vor den Arzt. ,,Okay, also ihrem Lebensgefährten geht es gewiss nicht gut. Was genau er hat, können wir allerdings noch nicht mit Gewissheit sagen. Wir behalten ihn eine Weile hier, nehmen Blutproben und machen alle Untersuchungen mit ihm, bis wir wissen, wie wir ihm helfen können.'' Ich nickte, ging mir einmal durch die Haare und durfte dann zu Manu. Er lag in dem weißen Bett, um ihn rum piepende Geräte. Er schaute zu mir. ,,Hey'', sagte er schwach. ,,Hey, du siehst furchtbar aus'', sagte ich, setzte mich neben ihn und griff vorsichtig seine kalte Hand. ,,Immernoch besser als du!'', lachte er und ich musste auch kichern. Seine Mutter betrat den Raum und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. ,,Wie geht es dir mein Kind?'' ,, Nicht sehr gut.'' Sie setzte sich mit einem Stuhl ans Bett und wir sahen Manu dabei zu, wie er in einen ruhigen Schlaf glitt. 

Stexpert - das ist nicht nur ein Name, sondern ein LebensgefühlWo Geschichten leben. Entdecke jetzt