Sicht Lara
[M:Miriam, Ma:Magda]
Ich rannte ihn das Behandlungszimmer und verschloss die Tür, so das keiner rein kommen könnte.
M:,,Lara, lass mich bitte rein."
Ich mache nicht nochmal den gleichen Fehler. Ich beendete das alles. Jetzt. Ich konnte nicht mehr. Ich wollte einfach nicht mehr leben.
M:,,Lara bitte."
Ich sah zur Tür doch drehte mich wieder um.
M:,,Das stimmt doch alles nicht was du vorhin gesagt hast. Wir wollen dich doch alle bei uns in der WG haben. Ich hab dich schon so ins Herz geschlossen, genauso wie die anderen. Du bist mir wichtig und auf keinen Fall nicht egal. Deswegen will ich doch nur das dir jemand helfen kann. Und auf der psychiatrischen Station können sie das. Bitte stell keinen Scheiß an."
L:,,Hau ab! Ich glaub dir kein Wort!"
M:,,Lara das ist die Wahrheit. Ich lüg dich nicht an. Wir wollen dich nicht verlieren."
Ich ignorierte sie einfach und durchwühlte die Laden. Endlich. Ich hatte ein Skalpell gefunden. Ich ließ mich an der Wand runter. Ich merkte erst jetzt das mit Tränen über die Wangen liefen. Ich setzte das Skalpell an und ließ es einige male über meine Hand gleiten. Das Blut strömte aus meinen Armen. Ich spürte mich wieder. Es war so ein schönes Gefühl, dass ich lächeln musste. Ich hörte plötzlich wie sich jemand an der Tür zu schaffen machte. Sie ging auf und Miriam sah mich schockiert an. Auch Magda erschrak als sie mich sah.
Ich musste mich beeilen. Miriam wollte sofort zu mir stürmen, doch ich setzte das Skalpell an der Pulsadern an.
L:,,Komm nicht näher oder ich ziehe durch!"
Natürlich würde ich auch durchziehen wenn sie stehen bleibt.
M:,,Ist ok. Ich komm nicht näher, aber leg bitte das Skalpell weg."
Ma:,,Es hat doch keinen Sinn Lara. Leg es weg."
M:,,Magda hat recht."
Sie trat einen Schritt näher und ich drückte das Skalpell auf meinen Arm.
M:,,Lara bitte. Du willst doch Paula nicht verlieren oder? Endlich mit ihr gemeinsam zuhause wohnen. Das Paula dich adoptiert und alles wieder gut wird."
Genau das war es was ich wollte, doch ich wollte auch sterben. Ich riss mich wieder zusammen und sah in Miriams Augen. Sie waren schon glasig und ich merkte wie sehr sie mich mochte. Doch meine innere Stimme wollte das einfach nicht zulassen. Sie trat wieder näher und ich zog mit starken Druck durch. Das Blut floss und ich lächelte wieder.
M:,,Lara!"
Miriam erschrak und wollte sofort zu mir. Ich setzte nochmals an der Pulsadern an und zog erneut mit starken Druck durch.
M:,,Lara hör auf."
Sie schien sich wieder zu fassen und stürmte sofort zu mir. Sie hielt meine Hände fest, doch ich werte mich.
L:,,Lasst mich doch endlich sterben!"
Ich merkte wie ich schwächer wurde. Noch ein bisschen Lara. Nur noch kurz durchhalten schoss mir sofort durch den Kopf.
M:,,Nein Lara ich werde dich nicht sterben lassen. Verstehst du! Das lass ich nicht zu."
Nun liefen ihr ein paar Tränen runter. Ich wollte mich losreißen. Mit aller Kraft versuchte ich meine Hände aus ihren zu bekommen. Ich fuchtelte mit meinen Händen rum. Als es passierte. Ich erwischte sie mit dem Skalpell. Blut kam aus ihrer Wange. Sie zuckte sofort zusammen und ließ mich los.
L:,,Miriam!"
Ich erschrak total und ließ das Skalpell fallen. Ich wollte sie nicht verletzen. Das wollte ich alles nicht. Magda ging sofort zu mir. Ich sah sie weinend an.
L:,,Helft ihr."
Da wurde mir auch schon schwindelig und meine Augen fielen zu.
Sicht Miriam
[Ma:Magda, A:Anna, N:Nicole, L:Linda, V:Viola]
Sofort kam Schwester Nicole auf mich zu während Schwester Anna schnell Kompressen holte.
N:,,Alles gut bei dir?"
M:,,Ja halb so schlimm. Kümmert euch erst um Lara."
Mir war ja klar das es Lara nicht gefallen wird, doch das es so endete wusste ich nicht. Die Schnitte waren tief. Vor allem die auf der Pulsader. Sie blutete sehr stark.
Ma:,,Nicole ruf bitte sofort im OP an."
N:,,Ja mach ich."
Nicole holte das Telefon raus und rief sofort im Op an. Anna drückte auf die Wunden, doch sie blutete so stark das die Kompressen schon ganz durch geblutet waren.
Ma:,,Wir haben keinen Puls."
Magda fing sofort an zu reanimieren und Nicole kam sofort zu Hilfe. Linda die mittlerweile auch schon da war brauchte mich hinaus. Ich merkte nicht wie sehr ich am weinen war.
L:,,Das wird alles. Ich bring dich zu Viola, die soll sich deinen Schnitt anschauen. Der ist ziemlich tief. Ich glaube der muss genäht werden."
Ich sah nun wie mir Blut auf mein Shirt tropfte und Linda hielt mir sofort eine Kompresse gegen die Wange. Ich übernahm und drückte sie dagegen. Wir gingen los, doch ich trete mich noch ein letzest mal um. Ich sah wie Lara auf der Liege aus dem Raum geschoben wurde. Anna kniete über ihr und reanimierte sie noch immer. Das war kein gutes Zeichen.
L:,,Sie nicht hin."
Linda zog mich am Arm weiter und sie ging mit mir sofort in die Notaufnahme, damit sich das Viola schnell anschauen konnte.
Linda und ich betraten den Schockraum und Viola sah mich erschrocken an.
V:,,Oh Gott Miri. Was ist denn mit dir passiert."
M:,,Lara hat mich geschnitten."
V:,,An der Wange?"
M:,,Sie wollte das nicht. Sie wollte doch nur weg."
V:,,Ok jetzt leg dich mal hin und erzähl mir was passiert ist."
M:,,Lara hat nicht gut darauf reagiert als sie erfahren hat das sie auf die psychiatrische verlegt wird. Sie hat sich den Zugang raus gerissen und im Behandlungsraum eingesperrt. Der Hausmeister hat uns dann aufgemacht und Lara saß blutend am Boden. Sie hat sich die Pulsader aufgeschnitten mit einem Skalpell. Ich hab sie festgehalten und als sie sich los reißen wollte hat sich mit damit erwischt."
V:,,Verdammt geht es ihr den gut, ich meine den Umständen entsprechend."
M:,,Sie ist auf den Weg in den OP und wird reanimiert."
V:,,Das klingt nicht gut und du siehst auch nicht gut aus."
Ich hatte noch gar nicht gemerkt das ich an das EKG angeschlossen wurde. Viola sah auf den Monitor und dann wieder zu mir.
V:,,Du musst dich beruhigen Miri. Ich schau mir jetzt mal die Wunde an. Dann schau ich ob ich etwas erfahren kann wie es um Lara steht. Ok?"
M:,,Ist gut."
Es beruhigte mich ein wenig und Viola sah sich meine Wunde an. Ihr Blick verriet mir schon alles und es wurde alles hergerichtet. Viola nähte mich und klebte es mit einem Pflaster ab.
V:,,Ich werd mich mal erkundigen wie es Lara geht."
M:,,Gut danke. Ich werde mal zuhause bescheid geben."
Viola griff nach dem Telefon und fing an zu telefonieren. Ich setzte mich raus in den Wartebereich wo zu meinen erstaunen keiner saß. Ich rief sofort Kathi an und erzählte ihr alles. Sie konnte es selbst gar nicht glauben und wollte sich mit Charlotte sofort auf den Weg machen. Viola kam auf mich zu und setzte sich neben mich.
V:,,Als pass auf. Sie haben sie wieder zurück holen können und sie hat wieder einen Sinusrythmus. Die Wunden werden gerade im OP versorgt. Ich hab jetzt auch Dienstschluss. Soll ich mit dir mit hoch kommen und wir warten in ihrem Zimmer. Was hältst du davon?"
M:,,Was würd ich nur ohne dich machen."
Ich fiel ihr um den Hals und mir liefen wieder ein paar Tränen runter."
V:,,Vielleicht solltest du heute nicht arbeiten. Du hast doch nachher noch Dienst oder nicht?"
M:,,Verdammt stimmt."
Ich gab sofort Bescheid und nahm mir für
heute frei.
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Ein neues Leben
FanfictionDie 14-Jährige Lara hatte ihre Mutter schon früh verloren. Den Vater lernte sie auch nie kennen. Sie fühlte sich eigentlich bei ihren Pflegeeltern wohl doch das Verhältnis zwischen ihr und Tobias, den Pflegevater, wird immer schlimmer..
