Sicht Paula
Wir schwiegen eine Zeit. Lara sah ziemlich nachdenklich aus. Sie atmete kurz tief durch und sah mich dann an.
L:,,Paula?"
P:,,Ja."
L:,,Ich kann doch mit dir über alles reden oder nicht?"
P:,,Na klar. Was ist denn los?"
Ich merkte das sie vor dem was sie gleich sagen würde nervös wurde.
P:,,Maus, du kannst mir alles sagen."
L:,,Na gut. Dann sag ich es einfach gerade heraus. Matthias hat mich gefragt ob ich nicht bei ihm wohnen möchte. Er würde sich wahnsinnig freuen wenn ich bei ihm wäre und er alle Erziehungsrechte bekommt. Er meinte das er doch mein Vater sei, deswegen würde er es nur Gerecht sehen. Vor allem weil er mich doch so lange nicht mehr gesehen hat."
Das ganze kam ziemlich überraschend, auch wenn ich mir selbst immer gesagt habe das ich damit rechnen muss. Ich war um ehrlich gesagt ziemlich überfordert mit der Situation. Ich mochte Lara wie mein eigenes Kind. Der Gedanke sie nicht mehr bei mir zu haben machte mich irgendwie traurig. Lara schien das zu merken.
L:,,Ist ok Paula. Dir muss das ganze nicht gefallen, ich weiß selbst noch nicht ganz wie ich es finde soll. Ich bin gerne hier bei euch. Aber...Matthias er ist nun mal mein Vater und ich hab ihn sehr ins Herz geschlossen."
Erneut schwiegen wir wieder und ich dachte nach. Es war komisch. Als ich Lara kennen lernte war mir klar, das sie mich braucht, aber jetzt scheint es nicht mehr so. Ihr Vater ist nun wieder in ihrem Leben.
P:,,Lara, ich sag es dir einfach ganz ehrlich. Es ist dein Leben und ich möchte das du glücklich bist. Ich und auch Miri, Kathi und Tabea haben dich sehr gerne hier bei uns. Ich kann deinen Vater aber auch verstehen, dass er sagt er hätte dich gerne bei sich. Ich weiß das es für sich eine schwierige Entscheidung ist, aber die kann ich dir leider nicht abnehmen. Tu das wofür du es für richtig hältst ok?"
Lara nickte und umarmte mich.
L:,,Danke Paula."
P:,,Wofür denn?"
L:,,Dafür das du so offen zu mir bist. Du warst immer für mich da und das macht mir die Entscheidung noch schwieriger."
Ich löste mich von unserer Umarmung und lächelte sie an.
P:,,Du musst das auch nicht jetzt Entscheiden. Ich hoffe du weißt das. Schlaf ein paar Nächte darüber ok?"
L:,,Ist gut."
Ich ging und schloss die Tür hinter mir. Es war mittlerweile 21:00 Uhr und Tabea sollte bald nach Hause kommen. Ich setzte mich runter ins Wohnzimmer und wollte gerade mein Buch aufschlagen als die Haustür aufging.
T:,,Hallo."
Ich hörte sie wie sie ins Wohnzimmer ging.
T:,,Na wie war dein Tag."
P:,,Eigentlich ganz gut."
Tabea setzte sich neben mich und sah mich nachdenklich an.
T:,,Eigentlich?"
Ich legte mein Buch wieder auf die Seite und griff wieder aus Reflex auf meinen Bauch. Das machte ich neuer Dings immer wenn ich nichts in der Hand hatte.
P:,,Lara spielt mit dem Gedanken zu Matthias zu ziehen."
Tabea sah mich etwas geschockt an, fasste sich aber wieder.
T:,,Ok wow. Damit mussten wir ja im Endeffekt rechnen, aber ich habe gehofft das es nie so weit kommt."
P:,,Ich auch."
Wir unterhielten uns noch eine Zeit bis wir beide schlafen gingen.
Die Tage vergingen und ich sprach Lara nicht darauf an. Ich wollte nicht das sie sich unter Druck gesetzt fühlt. Kathi und Miriam wussten auch darüber bescheid. Sie waren genauso wie Tabea und ich traurig darüber. Es fühlte sich so an als ob wir Lara verlieren könnten. Auch Charlotte wusste es. Wir feierten Laras Geburtstag gemeinsam und alle kamen. Ich hatte nur mehr 3 Wochen bis zum errechneten Termin und fing an mir immer mehr ein zu reden das ich die richtige Entscheidung treffe. Eine Woche nach unserem Gespräch kam Lara zu uns, als wir zu 4 wie jeden Abend im Wohnzimmer saßen.
L:,,Ich habe eine Entscheidung getroffen."
Wir warteten alle gespannt auf ihre Antwort.
L:,,Es tut mir leid, aber ich würde wahnsinnig gerne zu Matthias. Ist das denn für euch in Ordnung?"
Ich war ziemlich traurig darüber, zu wissen das Lara nicht mehr jeden Tag hier sein würde. Ihre Sachen nicht mehr hier wären, aber ich wusste das sie bei ihm gut aufgehoben war.
P:,,Klar Maus. Es wird sicher schön werden."
Es verging eine weiter Woche und Lara zog um. Wir schrieben und telefonierten noch häufig aber Lara wohnte eine halbe Stunde von uns entfernt. Matthias wohnte nicht direkt in der Stadt und Lara wechselte somit auch Schule. Es war komisch ohne sie. Auch die anderen waren traurig darüber. Sie fehlte uns einfach so sehr.
2 Wochen später
Ich hatte noch 3 Tage bis zu meinem Geburtstermin. Zuhause war es ohne Lara ruhig. Sehr sogar. Ich hatte sie seit dem Umzug nicht mehr gesehen. Charlotte und Freddy verkündeten uns vor kurzen das sie heirateten werden. Wir freuten uns alle riesig darüber. Kathis Freund durften wir mittlerweile auch kennenlernen und zur unserer Überraschung kannten wir ihn alle. Es war Mike aus der Klinik. Wir konnten es zwar alle nicht glauben, dass wir davon nichts mitbekamen, aber sie waren super glücklich zusammen.
Ich saß gerade mit Miri im Wohnzimmer, als mein Telefon klingelte. Ich dachte anfangs das es Lara wäre. Es war aber Mike. Was er mir mit teilte, machte mir Sorgen...
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Ein neues Leben
FanfictionDie 14-Jährige Lara hatte ihre Mutter schon früh verloren. Den Vater lernte sie auch nie kennen. Sie fühlte sich eigentlich bei ihren Pflegeeltern wohl doch das Verhältnis zwischen ihr und Tobias, den Pflegevater, wird immer schlimmer..
