Sicht Miriam
[L:Lara, P:Paula, T:Tabea]
Lara sah zuerst mich an und dann zu Paula. Müde lächelte sie Paula. Paula schien froh zu sein, Lara endlich wieder sehen zu können. Paula hielt ihre Hand fest und strich Laras Haarsträhnen aus dem Gesicht.
P:,,Wie gehts dir Maus?"
L:,,Ganz ok."
P:,,Maus, da gibt es was, das wir besprechen müssen."
Sie sah mich und Tabea besorgt an und Lara schien Angst zu bekommen.
L:,,Was ist los?"
Sie atmete nun etwas schneller und sah mich verzweifelt an.
M:,,Ganz ruhig Lara. Beruhig dich. Wir schaffen das schon alles ok."
Ich strich ihr über das Bein und sie beruhigte sich etwas.
T:,,Also Lara. Es wird sich in nächster Zeit einiges für dich ändern."
Lara schien verwirrt zu sein.
L:,,Wieso? Wollt ihr mich doch nicht? Weil ich euch alle in Gefahr gebracht hab? Ihr schickt mich wieder ins Heim, nicht wahr?"
M:,,Lara ganz ruhig. Wir wollen dich doch noch immer bei uns haben. Du gehörst zur Familie. Wir geben dich auch nicht mehr her. Die Adoption kriegen wir auch hin."
Lara schien erleichtert darüber zu sein, doch trotzdem merkte ich das bei ihr große Verwirrung herrschte.
T:,,Es gab gestern einen Vorfall. Dein Herz hat gestern für eine kurze Zeit auf gehört zu schlagen."
L:,,Bitte was?"
Sie sah Tabea total erschrocken an. Was natürlich auch verständlich war.
T:,,Ganz ruhig Lara. Wir wissen jetzt warum das so war. Du hast einen Herzfehler. Also ein ganz kleines Loch im Herzen. Eine Operation ist aber viel zu riskant. Wir werden mit Medikamente dagegen wirken. Du wirst auch regelmäßig zur Kontrolle kommen müssen, damit wir sicher stellen können, das es nicht größer wird."
L:,,Heißt das ich muss für den Rest meines Lebens Medikamente nehmen?"
Ich sah es Lara an, das ihr das überhaupt nicht gefiel.
T:,,Leider ja. Du musst aber verstehen, das eine Operation viel zu riskant wäre. Mit den Medikamenten kannst du aber ein halbwegs normales Leben führen. Du musst nur auf passen, dass du dich nicht soviel aufregst. Du solltest außerdem auch keinen Leistungssport machen, damit dein Herz nicht schneller schlägt und es wieder zu einem Aussetzer kommt. Ein Aussetzer ist wirklich gefährlich."
Lara, zog sich förmlich innerlich zurück. Ich spürte das sie nicht mehr darüber reden wollte.
M:,,Ich weiß das es jetzt schwer für dich ist, aber das muss sein."
Sie sah mich wütend aber auch traurig an.
P:,,Maus, die kannst sonst ein halbwegs normales Leben führen. Die Kontrollen tun auch nicht weh."
L:,,Ich versteh das nur einfach nicht. Wieso hat man das nicht schon früher festgestellt."
T:,,Wahrscheinlich weil das Loch so klein ist, dass man es etwa übersehen oder..."
L:,,Oder was?"
T:,,Vielleicht wusste es deine Mama, aber die Information wurde nicht an das Jugendamt weiter geleitet."
Lara stiegen die Tränen hoch als Tabea anfing über ihre Mutter zu sprechen.
L:,,Das heißt vielleicht wusste das Mama."
T:,,Vielleicht ja."
Nun flossen Lara die Tränen endgültig runter.
P:,,Du vermisst deine Mama oder?"
Lara nickte nur und starrte auf ihre Bettdecke.
Paula nahm Lara nun in den Arm und ich hörte Lara leise schluchzen.
L:,,Ich..Ich..Ich kann mich kaum an sie erinnern."
Auch Tabea kamen bei dem Anblick ein paar Tränen. Lara beruhigte sich nach einer Zeit wieder und Paula ließ sie wieder los. Sie seufzte noch einmal und sah nun wieder auf zu Tabea.
L:,,Wie oft muss ich die Tabletten nehmen?"
T:,,Einmal am Tag."
L:,,Und das wars?"
T:,,Ja das wars."
Lara atmete noch mal tief ein und aus. Ich konnte es jedoch nicht ganz zu ordnen ob es vor Erleichterung und Wut war.
M:,,Eine Kleinigkeit gibt es da noch."
L:,,Nämlich?"
M:,,Nachdem wir jetzt wissen was du hast und wie wir es behandeln können, werden wir dich heute verlegen. Du kommst aber gleich auf die psychiatrische."
Man konnte es Lara ansehen das sie überhaupt keinen Bock darauf hatte und auch Paula merkte es.
P:,,Das muss sein."
M:,,Wir haben doch schon darüber geredeten. Außerdem wirst du weiterhin künstlich ernährt werden. Auf der Psychiatrie wird dann langsam geschaut das du wieder selbstständig etwas isst. Ich weiß das du das nicht willst, es wird dir aber helfen."
Lara nickte nur abwesend.
T:,,Wir sollten dich mal wieder in ruhe lassen. Hm?"
Erneut nickte sie und wir ließen sie alleine.
Vor dem Zimmer schaute ich nochmal zu Lara durch die Scheibe und anschließend wieder zu Tabea und Paula.
T:,,Miri, du solltest jetzt mal nach Hause fahren und dich ausruhen. Du bist seit gestern hier und hast kaum geschlafen. Du Paula, solltest dich auch noch ausruhen."
Da hatte Tabea schon recht, wir war ziemlich müde. Wir entschlossen uns Paula zurück auf die Station zu begleiten und anschließend gemeinsam nach Hause zu fahren. Zuhause angekommen stellten wir fest das Charlotte gar nicht da war. Nur Kathi saß alleine im Wohnzimmer und war am lesen.
K:,,Da seit ihr ja schon. Wie hat es Lara aufgenommen?"
Ich sah irritiert zu Tabea und dann wieder zu Kathi.
K:,,Sie hat es mir gestern erzählt."
M:,,Aso ok. Naja also begeistert war sie verständlicherweise nicht davon, aber ich glaube sie hat es verstand wie wichtig es ist das sie die Tabletten nimmt."
Wir setzten uns zu Kathi und fragten sie wo Charlotte ist.
K:,,Keine Ahnung, die kam gestern gar nicht nach Hause."
T:,,Naja, Charlotte ist eine Erwachsene Frau. Es wird ihr schon gut gehen."
M:,,Wahrscheinlich ist sie bei Freddy."
Sagte ich spaßhalber sarkastisch. Wir unterhielten uns noch etwas über den Abend im Club. Die Blicke zwischen den beiden waren eindeutig. Freddy war schon lange in Charlotte verliebt, aber auch die Blicke von Ihr waren nun anders. Sie hatte Freddy noch nie so angesehen, gut sie war nicht mehr ganz so nüchtern, aber es war trotzdem eindeutig.
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Ein neues Leben
FanfictionDie 14-Jährige Lara hatte ihre Mutter schon früh verloren. Den Vater lernte sie auch nie kennen. Sie fühlte sich eigentlich bei ihren Pflegeeltern wohl doch das Verhältnis zwischen ihr und Tobias, den Pflegevater, wird immer schlimmer..
