Sicht Miriam
[V:Viola, T:Tabea, K:Katharina, C:Charlotte, P:Paula]
Ich war so froh das Lara es endlich einsah. Draußen stand ich mit den anderen. Sie redeten, doch ich hörte nicht wirklich zu. Ich war viel mehr auf Viola fixiert.
M:,,Alles gut Viola?"
V:,,Hmm..Was? Aso ja alles gut."
M:,,Du siehst total fertig. Du solltest nach Hause fahren dich ausruhen. Du hattest dich 24 Stunden Dienst."
V:,,Bist du dir sicher?"
M:,,Ich komm schon klar."
V:,,Na gut."
Wir umarmten uns nochmal, die anderen verabschiedeten sich von ihr und sie ging.
T:,,Wie gehts Lara?"
Ich merkte erst jetzt das Tabea mittlerweile auch bei uns stand.
C:,,Ganz gut. Wir haben mit ihr geredet. Sie lässt sich auf die Behandlung nun ein."
T:,,Das ist gut. Wart ihr schon bei Paula?"
K:,,Noch nicht."
M:,,Wir sollten ihr jetzt endlich sagen was los ist."
T:,,Gehen wir zu ihr?"
M:,,Ja."
Wir gingen zu Paula ins Zimmer, die uns schon verwundert anschaute.
P:,,Alle auf einmal?"
M:,,Ja. Wie gehts dir?"
P:,,Gut. Ich freu mich schon wenn ich morgen auf die Normalstation komme."
C:,,Das glauben wir dir."
P:,,Wo ist den Lara? Ich hab sie schon lange nicht mehr gesehen."
Wir sahen uns alle besorgt an und Paula spürte das etwas nicht stimmte.
T:,,Du musst jetzt bitte ruhig bleiben und darfst dich nicht aufregen."
P:,,Was ist los?"
M:,,Sie ist hier. Sie liegt ein paar Zimmer weiter und schläft wahrscheinlich gerade."
P:,,Was? Wieso ist sie auf der ITS? Was ist denn passiert?"
M:,,Lara geht es schon länger nicht mehr gut. Vor 2 ist sie abgehauen und wollte zu Tobias. Wir haben sie dann von dort abgeholt. Sie ist danach eingeschlafen. Wir hörten zuhause aus ihrem Zimmer plötzliche Schreie. Sie saß komplett verängstigt. Sie hat uns überhaupt nicht war genommen. Hatte eine Panikattacke und hyperventilierte. Sie wollte dann plötzlich weg laufen und ist kollabiert."
Paula sah mich geschockt an und unterbrach mich.
P:,,Wie gehts ihr? Warum liegt sie denn deswegen jetzt auf ITS und warum habt ihr mir nicht früher Bescheid gegeben?"
T:,,Sie liegt nicht deshalb auf der ITS. In der Notaufnahme entdeckte Viola Narben. Sie hat sich geritzt und hat auch kaum noch etwas gegessen. Es wurde dann entschieden das sie auf die psychiatrische kommen soll. Lara hat das nicht so gut aufgenommen und rannte ins Behandlungszimmer."
Tabea sah mich an und ich redete weiter.
M:,,Sie hat sich dort eingeschlossen. Der Hausmeister machte uns dann die Tür auf und Lara saß blutend am Boden. Mit einem Skalpell hat sie sich mehrmals geschnitten. Ich wollte zu ihr, doch sie schnitt sich zwei mal tief über die Pulsader. Ich hab sie dann festgehalten, dabei hat sie mich mit dem Skalpell erwischt. Sie wurde reanimationspflichtig. Sie schaffte es und wurde operiert. Sie liegt deswegen jetzt hier und wird auch künstlich ernährt werden."
P:,,Sie...Sie wollte sich das Leben nehmen?"
Der Schock saß bei ihr tief. Tränen kullerten die Wange runter.
T:,,Leider ja."
P:,,Ich muss zu ihr."
Sie wollte sich gerade aufsetzen, doch ich hielt sie fest.
M:,,Sie ruht sich jetzt aus und du kannst sowieso nicht von hier weg."
P:,,Seitdem ich weg bin läuft doch alles aus dem Ruder."
K:,,Ganz ruhig Paula. Ihr wird jetzt geholfen und sie hat eingesehen das sie Hilfe benötigt."
Paula fing an zu zittern und ich spürte wie sehr sie das alles belastete. Ich nahm ihre Hand und beruhigte sie ein wenig.
M:,,Es wird alles wieder gut. Beruhig dich."
P:,,Sie wollte sich umbringen! Wie verzweifelt muss sie sein das sie nicht mehr leben will. Sie ritzt sich und isst auch nichts mehr?! Was ist denn nur mit ihr passiert? Was hab ich verpasst? So lange war ich doch auch nicht im Koma."
C:,,Paula...Wir wissen das es schwierig ist, aber Miriam konnte es verhindern. Sie lebt und wird die Hilfe und Unterstützung bekommen, die sie braucht."
P:,,Ich kann es nur einfach nicht glauben."
T:,,Sie hat eine schwere Zeit hinter sich. Sie konnte einfach nicht mehr."
Paula schwieg nur mehr und starrte auf ihre Bettdecke. Wir sahen uns besorgt an. Paula ist normalerweise taff und steckt so etwas gut weg, aber jetzt geht es um Lara.
P:,,Könnt ihr bitte gehen. Ich will alleine sein."
M:,,Bist du dir sicher?"
Sie nickte nur, worauf wir raus gingen.
C:,,Sie ist komplett fertig."
K:,,Das ist doch verständlich."
T:,,Sie braucht etwas Zeit, genauso wie Lara."
M:,, Ganz sicher."
Wir schwiegen dann alle als Tabea wieder etwas sagte.
T:,,Ich muss wieder auf die Station. Wir sehen uns zuhause."
Tabea ging wieder auf die Pädiatrie und ich fuhr mit den anderen beiden nach Hause.
Am nächsten Tag
Sicht Charlotte
[P:Paula, L:Lara, F:Freddy]
Ich hatte Frühschicht auf der ITS. Auf der Station angekommen erzählte mir Freddy was die Nacht los war.
F:,,Wir haben Paula ja auch nochmal Blut abgenommen."
C:,,Ja und? Wie sehen die Ergebnisse aus?"
Er zeigte mir die Ergebnisse und ich konnte nicht glauben was ich sah.
C:,,Wow. Ok, darüber müssen wir noch mit ihr sprechen."
F:,,Kann sie sich denn eigentlich mittlerweile erinnern was passiert ist?"
C:,,Sie meinte zu uns immer das sie nicht wirklich weiß was passiert ist."
F:,,Naja ok. Aber das Verletztungsmuster das sie bei der Einlieferung hatte und die Ergebnisse jetzt, bestätigen ja unseren Verdacht."
C:,,Aber wie. Ich kann das gerade nicht glauben. Ich will mir gar nicht vorstellen wie schlimm das für sie gewesen sein muss."
F:,,Vielleicht verdrängt sie es und kann sich wirklich nicht daran erinnern."
C:,,Kann schon sein. Vielleicht ist es ja auch besser wenn sie sich nicht daran erinnern kann."
F:,,Wahrscheinlich ja."
Wir besprochen noch die Ergebnisse von den anderen Patient und Freddy machte sich auf den Weg nach Hause.
Gegen 9:00 Uhr begann ich auch nun mit der Visite. Als ich bei Paula war ich etwas nervös.
C:,,Morgen Paula."
P:,,Morgen."
C:,,Wie gehts dir denn?"
P:,,Gut. Kann ich denn heute endlich auf die Normalstation?"
C:,,Also ich wollte nochmal mit dir reden."
P:,,Ok worüber denn?"
Paula sah mich etwas verwirrt an.
C:,,Dir wurde ja noch mal Blut abgenommen."
P:,,Ja. Stimmt den mit meinen Werten etwas nicht?"
C:,,Naja, es ist nichts schlimmes, aber dennoch musst du es wissen."
Ich nahm mir nun einen Stuhl und setzte mich neben sie hin. Paula sah mich immer verwirrter an und man merkte das sie sich nun Sorgen machte.
C:,,Ich weiß gar nicht wie ich es dir sagen soll, aber es ist eindeutig."
Ich holte nochmal tief Luft und setzte wieder an.
C:,,Paula...Du bist schwanger."
Sie war nun komplett schockiert und suchte die passenden Worte.
P:,,Das kann doch nicht sein."
C:,,Ich weiß das du sicher nicht darüber reden willst, aber weißt du den wirklich nicht was passiert ist?"
P:,,Nein. Ich schwöre es dir. Ich habe keine Ahnung was passiert ist."
C:,,Dann eine andere Frage. Hattest du zu dem Zeitpunkt der Entführung vielleicht deinen Eisprung?"
P:,,Ja..."
An ihrem Gesichtsausdruck merkte ich das sie nun wusste worauf ich hinaus wollte.
P:,,Du meinst doch nicht wirklich das..."
Sie traute sich es gar nicht auszusprechen und stotterte nur mehr.
C:,,Es steht alles dafür. Die Verletzungen die du im Intimbereich hattest, passen."
P:,,Aber...Aber..."
Tränen sammelten sich in ihren Augen und sie sah mich verzweifelt an.
C:,,Hattest du den mit jemanden anders in dem Zeitraum was?"
Ich hoffte so sehr das sie das bejahte und nicht Tobias der Vater war. Doch Paula schüttelte nur den Kopf.
P:,,Was soll ich den jetzt machen?"
C:,,Das musst du entscheiden. Es ist dein Kind."
P:,,Schwanger...und das von..."
Sie konnte den Namen gar nicht aussprechen und sie zitterte nun.
C:,,Willst du es den behalten?"
P:,,Ich...Ich...Ich weiß es nicht. Ich meine..."
Sie schaffte es nun nicht die Tränen sich zurück zu halten und fing nun an zu weinen. Ich umarmte sie und langsam beruhigte sie sich wieder.
C:,,Es ist auch dein Kind."
P:,,Das ist mir schon klar, aber das kann ich doch Lara nicht antun. Ein Kind von dem Mann der sie misshandelte."
Mir tat Paula so leid. Sie sah mich hilfesuchend an, doch diese Entscheidung muss sie alleine treffen.
C:,,Egal wofür du dich entscheidest. Ich stehe hinter dir."
Das beruhigte sie etwas. Sie wollte gerade etwas sagen, doch da ging der Alarm los.
C:,,Verdammt ich komm gleich.."
Ich stürmte sofort los und rannte in das Zimmer wo der Alarm ausgelöst wurde.
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Ein neues Leben
FanfictionDie 14-Jährige Lara hatte ihre Mutter schon früh verloren. Den Vater lernte sie auch nie kennen. Sie fühlte sich eigentlich bei ihren Pflegeeltern wohl doch das Verhältnis zwischen ihr und Tobias, den Pflegevater, wird immer schlimmer..
