87. Vergangenheit

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Sicht Lara
Immer wieder ging die Tür auf. Menschen kamen und gehen und die Zeit verging. Plötzlich läutete Paulas Handy und sie hob ab.
P:,,Hallo Herr Küppers."
Es war mein Vater. Ich dachte schon das er absagen würde, doch kurz bevor sie auflegte meinte sie etwas von bis gleich. Ich sah sie fragend an und sie verstand sofort.
P:,,Dein Vater hatte ein Problem mit seinem Auto. Er ist jetzt aber auf dem Weg und sollte in 10 min hier sein."
Ich war erleichtert und auch wieder nicht. Ich wusste nicht genau ob das die richtige Entscheidung war. Ich hab mit Mila oft darüber gesprochen, aber jetzt war ich mir unsicher. Die ganze Zeit dachte ich nach ob es gut so war oder nicht. Da ging auch schon wieder die Tür auf und ein Mann kam auf uns zu. Das müsste er sein. Er war groß und hatte hellbraune Haare. Er sah recht sportlich aus und freundlich. Ich schätzte ihn auf Mitte 40.
HK:,,Guten Tag, Frau Martinson. Tut mir leid das ihr so lange warten mussten."
Er schüttelte ihre Hand und lächelte dabei.
Dann sah er zu mir und setzte sich.
HK:,,Hi. Du bist also Lara."
Ich war ziemlich schüchtern. Er war mir Fremd. Vor allem mit fremden Männern konnte ich noch immer nicht so gut. Trotzdem nickte ich.
HK:,,Ich bin Matthias Küppers."
Ich betrachtete ihn ganz genau. Paula hatte Recht. Wir sahen uns schon etwas ähnlich.
HK:,,Du siehst aus wie deine Schwestern."
Er grinste mich an und um ehrlich zu sein, war ich doch etwas neugierig was meine Schwester anging. Er schien zu warten bis ich etwas sagte. Das merkte auch Paula und wendete sich an ihn.
P:,,Lara ist etwas schüchtern. Sein sie ihr nicht böse."
HK:,,Ach niemals. Ich gebe ihr die Zeit die sie bracht. Ist schon gut."
Erneut stellte ich fest das Paula Recht hatte. Er war nett. Sogar sehr nett. Er war nicht wie alle anderen Männer die ich bis her kannte. Er war anders. So..So..So Liebenswürdig.
HK:,,Du hast die Augen deiner Mutter."
Er lächelte mich an. Es war schön etwas von Mama zu hören. Ich hatte nicht mehr so viele Erinnerungen an sie. Sie fehlt mir Wahnsinnig.
Ich schaffte es sogar zurück zu lächeln. Paula hielt ständig meinen Arm. Was die Situation für mich leichter machte. Es war beruhigend sie bei mir zu haben.
HK:,,Ich dachte mir das du sicher einige Fragen hast. Was deine Mutter an geht. Wieso ich weg gegangen bin mit Marleen. Ohne dir."
Ich nickte darauf und er begann zu erzählen.
HK:,,Deine Mutter war toll. Ich liebte sie sehr, aber wir lebten uns irgendwann immer mehr auseinander. Als wir von der Schwangerschaft mit dir und Marleen erfuhren, wollten wir es nochmal versuchen. Es klappte auch wieder. Es war alles wieder gut. Ihr zwei kamt auf die Welt und wir waren glücklich. Nur ein Jahr mach eurer Geburt, da.."
Er stockte kurz ab. Was auch immer er sagen wollte, es fiel im schwer.
HK:,,Deine Mutter war wieder schwanger. Wir freuten uns sehr darauf auch wenn es sehr früh war und auch nicht geplant. Eines Tages, stellte der Frauenarzt bei dem Baby etwas komisches fest. Es war krank. Kennst du die Glasknochenkrankheit?"
Ich schüttelte den Kopf und sah zu Paula. Sie sah etwas bedrückt aus, doch ich verstand nicht ganz. Paula merkte meinen Fragenden Blick.
P:,, Bei der Krankheit hat man leicht zerbrechliche Knochen. Sie schauen auf einem Röngtenbild aus wie Glas. Deswegen Glasknochenkrankheit. Babys mit dieser Krankheit leben oft nicht lang."
Sie warf mir einen etwas traurigen Blick zu und ich verstand nun was er mir sagen wollte.
HK:,,Deine Mutter zerbrach an dem Gedanken. Das Baby kam zur Welt und wir tauften ihn Moriz. 5 Stunden nach seiner Geburt starb er. Karla, deine Mutter, verlor nie wieder ein Wort über ihn. Ein halbes Jahr später bekam ich ein Job Angebot in der Schweiz. Ich war für ein paar Wochen dort und dann wieder zuhause bei euch. Meine Eltern kamen aus der Schweiz und hatten dort eine 2. Wohnung. Dort schlief ich dann. Ihr kamt aber auch manchmal vorbei. Einmal fuhr deine Mutter mit dir froher nach Hause, da du zum Arzt musstest. Meinen Eltern viel der Abschied von euch immer schwer, deswegen blieb Marleen noch bei mir. Zu dem Zeitpunkt, zog sich Karla auch immer mehr zurück. Als ich mit Marleen heim fuhr, war ihr Auto nicht da. All ihre Sachen, sowie deine. Ich rief Karla mehrmals an. Versuchte sie irgendwie zu erreichen. Ich hab nach euch verzweifelt gesucht. Habe Freunde und Verwandte gefragt, aber niemand hat etwas von euch gehört. Ihr wart 2 Jahre alt zu dem Zeitpunkt. Ich weiß nicht was dir deine Mama erzählt hat, aber bitte glaub mir, wenn ich dir sage, dass ich euch ständig gesucht habe. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und musste weg. Alles erinnerte mich an euch. Ich zog mit Marleen in die Schweiz. Erst dieses Jahr, kamen wir wieder zurück."
Das war ganz schön heftig. Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern. Ich wusste nicht das da noch ein anderes Kind war, oder besser gesagt zwei. Ich dachte immer das er uns verlassen hat. Uns einfach ihn Stich gelassen hat. Dabei war es Mama.
HK:,,Es tut mir wirklich leid, dass ich für dich nicht da war. Ich weiß das du einiges durchgemacht haben musst. Frau Martinson hat mir erzählt das deine Mutter starb, bei einem Unfall. Ich bin froh das du noch hier bist."
Ich fand den Satz verrückt. Angesichts der Tatsache was ich alles durchmachen musste . Ich hätte selbst schon längst tot sein können.
Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte. Ich spürte plötzlich eine Hand auf meiner Schulter. Jemand strich mir über die Wange und riss mich aus meinen Gedanken. Es war Paula, die mir gerade eine Träne weg wischte. Ich sah sie an und sie nahm mich in den Arm. Sie strich mir über den Kopf und beruhigte mich.
P:,,Alles gut Maus. Ich bin bei dir."
Ich löste mich wieder von ihr und sah zu meinem Vater.
L:,,Kannst du mir was von Mama erzählen?"
Ich war überrascht das ich sprach, aber ich hatte das Gefühl Mama nicht mehr zu kennen.
HK:,,Klar."
Er fing an von ihr zu erzählen und auch von Marleen. Marleen war mir sehr ähnlich. Er erzählte fiel und die Zeit verging. Er musste wieder los und verabschiedete sich von uns. Wir hatten vor uns wieder zu treffen und er versprach mir mich in der Klinik zu besuchen.

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