"Elyas, es ist fast 4 Uhr nachts. Geh jetzt ins Bett!" ermahnte Lena Elyas und nahm seine Hand und zog ihn hinter sich her. Mit ihrer Hand in seiner folgte er ohne Widerwillen und als sie die Decke für ihn hochzog, krabbelte er wie ein kleiner Junge hinein, der seiner Mama zeigen wollte, wie gut er hören würde. Er guckte sie an, aber seine Augen waren unruhig und konnten kein scharfes Bild herstellen. Dann sagte er ganz ernst und nur leicht lallend: „Lena, ich liebe dich! Ich liebe dich seit dem allerersten Mal, als wir uns gesehen haben. Und ich dachte, du liebst mich auch. Du hast es doch auch gesagt! Aber jetzt bist du so kalt! Warum willst du mich nicht? Wir könnten zusammen glücklich sein! Ich will nur dich, Lena. Alle anderen Frauen sind mir egal! Und meine Mama würde dich mögen. Es ist mir total wichtig, dass meine Mama meine Freundin mag. Du bist intelligent, gefühlvoll, hübsch, natürlich, optimistisch, hilfsbereit. Du bist einfach perfekt." Lena hörte nur zu, aber konnte nichts antworten. Sie streichelte ihn vorsichtig über sein Gesicht und lächelte ihn an. „Schläfst du heute Nacht hier? Bitte!" fragte er wie ein kleines Kind und griff zeitgleich nach ihrer Hand. Sie antwortete leise „OK!" und stieg mit ihrem roten kurzen Schlafanzug in Elyas Bett, deckte sich zu und war wie verzaubert von dem Geruch von Elyas Kissen: Das war sein männliches, ganz natürliches Aroma, welches sie fast um den Verstand brachte.
Es war bereits 11.30 Uhr am nächsten Tag, als Lena mit einem Tablett in Elyas Schlafzimmer gab und fröhlich rief: „Guten Morgen! Heute gibt es Frühstück am Bett für dich!" Elyas öffnete langsam die Augen und spürte ein Messer im Kopf, als er sich langsam umdrehte. Er dachte an das Wort ‚Essen' und musst sofort seinen Brechreiz unterdrücken. Er liess sich wieder auf den Rücken fallen und sagte: „Oh Gott, bitte kein Essen. Ich sterbe!" Lena lachte: „Das habe ich mir gedacht. Deswegen gibt es auch nur frisch gepressten Orangensaft und eine extrastarke Ibuprofen!" Er schluckte, fasste sich ins Gesicht, rieb sich die Augen und stöhnte: „Danke!... Ähm Lena, habe ich gestern irgendetwas Peinliches gemacht oder gesagt? Ich kann mich an nichts mehr erinnern, noch nicht mal an den Film!" Lena stellte das Tablett auf den Nachttisch, setzte sich auf die Bettkante und schüttelte leich den Kopf: „Nö, Joseph hat dich nach Hause gebracht und dann bist du gleich eingeschlafen." Sie war eigentlich keine gute Lügnerin, aber anscheinend wollte auch Elyas diese kleine Unwahrheit glauben und griff beruhigt nach dem Glas und der Tablette.
Den ganzen Tag über musste sie an seine Worte denken. Joseph meinte, Elyas wird ehrlich, wenn er betrunken ist. Waren das seine wirklich seine ehrlichen Gedanken? Liebte er sie so sehr? War sie wirklich kalt ihm gegenüber? Würde er ihr treu sein? Sie schüttelte sich, aber fand trotzdem keine Antworten auf ihre Fragen. Sie seufzte und ging zu Elyas, der noch immer verkatert auf dem Sofa vor dem TV hing. Sie sprach stockend: „Hey, morgen ziehe ich wieder in die WG.... Aber... aber ich würde mich freuen, wenn wir uns weiterhin regelmässig sehen könnten. Also, wir könnten ja vielleicht ausgehen. Alles noch mal ganz von vorne beginnen. Also, wenn du willst?" Elyas konnte seinen Ohren nicht trauen. Die Schmetterlinge flogen wie wild in seinem Bauch herum und er lächelte Lena an: „Sehr gern! Hast du am Montagabend Zeit? Ich habe ein paar Theatertickets." Sie riss die Augenbrauen nach oben: „Du gehst ins Theater?" Er lachte und machte einen Schmollmund: „Süsse, du kennst mich überhaupt noch gar nicht. Du musst noch so viel von mir herausfinden!" Sie lächelte ihn an, biss sich auf die Unterlippe und guckte ihn schräg an. Er umfasste liebevoll ihren Kopf und ihre Blicken trafen sich. Vorsichtig zog er sie näher an sich heran und plötzlich trafen ihre Lippen zu einem heissen, leidenschaftlichen Kuss aufeinander. Er zog sie auf sich und seine Hände wanderten unter ihr Sweatshirt. Seine Finger verursachten bei ihr eine heisse Gänsehaut und sie riss sein T-Shirt von ihm. Ihre Zunge leckte und saugte entlang seiner Brustmuskeln und er schubste sie vorsichtig aufs Sofa um ihr die Leggins und Unterwäsche auszuziehen. Die Narben von den Schusswunden waren noch deutlich zu sehen und er überdeckte sie mit Küssen. Er zog sich aus und stützte sich über sie und küsste sie heftig. „Vorsichtig, OK?" sagte Lena, während sie schützend ihre Hand vor ihren Bauch hielt. „Versprochen!" flüsterte Elyas und drang sanft in sie ein und bewegte sich in einem leichten und erregenden Rhytmus.
