Ich freue mich riesig

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Ein paar Wochen später kamen Elyas, Leonie und Ava gerade von einem 4-tägigen Ausflug nach Sydney zurück. Dort hatte Elyas für die Abende sogar einen anderen Babysitter besorgt, um in Ruhe mit Ava in die Oper, ins Theater und ins Restaurant gehen zu können. Ava fühlte sich wie eine Prinzessin in einem Märchen als sie in einem sündhaft teuren Kleid, was ihr Elyas gekauft hatte, Hand in Hand mit ihm in die Oper stolzierte. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass sie sich in den Arm kneifen müsste, um zu sehen, ob das auch alles wirklich passierte.

Aber nun waren sie zurück im Landesinneren von Australien und sie packte die Koffer aus und sortierte die dreckige Wäsche aus. Elyas beschäftigte sich mit Leonie und zeigte ihr, wie man zweistöckige Häuser aus Legosteinen baute. Sie guckte zu den Beiden rüber und hatte das Gefühl, dass Elyas die Legobausteine mehr liebte als Leonie und musste grinsen. Ava stand auf, legte die saubere Wäsche wieder in den Schrank und spürte einen stechenden Schmerz im Bauch. Es kam so plötzlich und heftig, dass sie leicht stöhnte und sich bücken musste, um den Schmerz halbwegs ertragen zu können. Elyas bemerkte es sofort, stand auf, ging zu Ava und fragte: „Hey, alles OK? Was ist denn los?" Sie stützte sich am Schrank ab und sagte: „Keine Ahnung, ich kriege wohl meine Tage." Zärtlich küsste er sie und guckte ihr liebevoll in die Augen und sie zwang sich ein Lächeln auf die Lippen.

Am nächsten Tag kam Elyas spät und müde nach Hause. Leonie schlief schon und er bestellte sich einen Whiskey aufs Zimmer und rauchte seit langem mal wieder eine Zigarette. Ava kam nach draussen auf den Balkon, setzte sich zu ihm, guckte skeptisch auf die Zigarette und fragte: „Können wir reden?" Aus seiner Trance gerissen guckte er zu ihr und sagte überrascht: „Oh, ich dachte, du schläfst schon. Habe ich dich geweckt?" Sie schüttelte den Kopf und sagte: „Nein, ich war eh noch wach. Seit wann rauchst du?" Er grinste: „Ist ein altes Laster, ich hatte es eigentlich aufgegeben, als Leonie geboren wurde, aber manchmal schmeckt es mir noch und heute war ein echt harter Tag am Set, den ganzen Tag nur Kampfszenen... Über was willst du denn reden? Das klang eben so ernst!" Nervös rieb sie sich die Augen und ihr Herz schlug so schnell wie ein Kolibri mit seinen Flügeln: „Naja, ein bisschen ernst ist es schon... Also, ich wollte dich fragen, ob du jemals daran gedacht hast, mehr Kinder zu haben?" Elyas müdes Gehirn schien ihm in Stich zu lassen und er sagte gähnend: „Klar, ich liebe Kinder. Leonie zu haben ist das Schönste, was mir je passiert ist. Ich möchte später auf jeden Fall mehr." Ava atmete tief durch und fragte: „Wäre in 9 Monaten auch OK?" Für eine Sekunde stoppte Elyas Herz und mit aufgerissenen Augen starrte er Ava an. Dann stotterte er: „Du... du bist schwanger?" Sie biss sich beschämt auf die Unterlippe, guckte zur Seite und nickte ganz leicht: „Sorry, es war nicht geplant!" In Elyas Gesicht erschien ein Lächeln und seine Augen glühten vor Freude. Er zog sie zu sich, küsste sie gierig und sagte: „Ja, in 9 Monaten wäre toll!" Noch einmal gab er ihr einen langen leidenschaftlichen Kuss, guckte ihr in die Augen und fragte: „Seit wann weisst du es?" Bevor Ava antworten konnte, realisierte er, dass seine Zigarette noch immer angezündet war. Sofort drückte er sie im Aschenbecher auf und grinste Ava stolz an. Dann sprach sie leise: „Naja, vermutet habe ich es seit letzter Woche. Aber wir waren in Sydney und da habe ich es irgendwie verdrängt. Aber heute vormittag war ich beim Frauenarzt. Willst du es sehen?" Wie wild nickte er mit dem Kopf und sagte: „Na klar." Aus Avas Hosentasche zauberte sie ein Ultraschallbild, worauf Elyas gerade mal einen grauen Punkt erkannte, aber troztdem schien ein warmes Gefühl in ihm aufzusteigen und er zeigte vor Freude seine Grüpchen und Lachfalten. „Ich bin gerade mal in der 5. Woche und ich habe keine Ahnung, wie das passiert ist. Wir haben doch immer verhütet, oder?" fragte Ava unsicher. Elyas zuckte mit den Schultern und meinte: „Egal, ich freue mich riesig! Vielleicht wird es ja blond!" Er zwinkerte ihr zu und sie musste lachen. Aber plötzlich schien er an etwas zu denken und fragte zögernd: „Oh, naja, also, ich wollte eigentlich am Ende unseres Aufenthalts noch nach Japan, so ein bisschen rumreisen. Meinst du, das geht trotzdem? Ich habe schon alles gebucht. Es sollte eine Überraschung für dich sein." Ein übergrlückliches Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab und sie sagte: „Natürlich geht das, ich bin doch nicht krank!... Wow, Japan, das klingt so exotisch!" Elyas antwortete kurz: „Ich war nur einmal dort, aber nur ein paar Tage auf einem Filmfestival in Okinawa. Ich dachte, wir könnten vielleicht nach Tokyo und uns ein paar Tempel im Landesinneren angucken und so." Ava küsste ihn und lächelte: „Klingt toll!"

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