Was ganz Großes!

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Elyas wartete mit der schlafenden Leonie, die bereits 6 Monate alt war, im Auto auf Lena. Diese kam gerade aus dem Krankenhaus und setzte ein strahlendes Lächeln auf, als sie die Beifahrertür öffnete und Elyas begrüsste. Sie gaben sich einen zärtlichen Kuss und Elyas fragte: „Na, wie war der erste Arbeitstag, Frau Doktor?" Sie nickte fröhlich und meinte: „Gut, es war schön, wirklich. Ich habe die Kinder vermisst und die Schwestern haben sich auch gefreut, dass ich wieder da bin, wenn auch nur Teilzeit. Die mögen die männlichen Ärzte nicht, die brüllen dort nur rum." Dann guckte Lena nach hinten und meinte überrascht: „Apropos brüllen, was ist denn mit unserem Kind los? Die schreit ja gar nicht!" Er rollte mit den Augen und konterte: „Haha, sehr witzig! Die hat den ganzen Nachmittag durchgeschrieen. Ich musste sie sogar einige Stunden zu meiner Mutter bringen, weil ich eine Skypekonferenz hatte und ich mich mit ihr auf nichts konzentrieren hätte können. Danach habe ich mich auch noch ein paar Stunden hingelegt um für die nächste schlaflose Nacht fit zu sein... Aber mal wirklich, wie lange dauert das mit den Zähnen noch? Die war doch sonst so einfach!" Lena meinte trocken: „Bis alle da sind? Naja, noch ungefähr 2 Jahre!" Er guckte sie mit aufgerissenen Augen an: „Das ist nicht dein Ernst? Ich drehe durch, die hat die letzten 2 Wochen durchgeweint. Das geht noch 2 Jahre so weiter?" Sie lachte laut: „Ach Elyas, du solltest mal eines dieser Babybücher lesen. Nur die ersten Zähne tun weh, danach geht es wieder." Elyas zuckte mit den Schultern und grinste: „Ich fand die Babybücher nicht so spannend; ich lese lieber Romane. Und wozu habe ich denn dich?" Während er das Auto vom Parkplatz fuhr, fragte Lena: „Und wofür war die Skypekonferenz?" Sofort bekamen Elyas Augen ein glückliches Funkeln: „Ein neues Projekt; was ganz Grosses. Ich erzähl dir nachher davon!" Obwohl seine Augen Freude versprühten, sagten seine etwas ängstlichen Gedanken doch etwas anderes: „Ob sie das so toll findet? Was sie wohl von meinem Plan hält? Ob sie mich unterstützen wird? Ich war doch extra fast die ganze Zeit für die Kleine zu Hause, nur einen Film habe ich in den letzten Monaten gedreht und da war ich gerade mal 30 Tage weg. Vielleicht hat sie ja meine Bemühungen gesehen!?"

Zu Hause angekommen schnallte Elyas den Kindersitz so vorsichtig wie möglich ab und trug ihn mit grösster Vorsicht ins Haus, damit Leonie ja nicht aufwachte. Es gelang ihm und als er den Sitz im Wohnzimmer abstellte und seine Tochter die Augen noch immer fest geschlossen hatte, atmete er tief aus. Auf Zehenspitzen ging er in die Küche, wo er das Essen bereits vorbereitet hatte und Lena es schnell in die Mikrowelle stellte um es aufzuwärmen. Bei dem piependen Geräusch, dass das Gerät machte um anzukündigen, dass das das Essen fertig war, zuckte Elyas aus Angst zusammen, dass seine Tochter aufwachen würde. Schnell lukte er durch die Küchentür und stellte erleichtert fest, dass sie noch immer schlief. Lena und Elyas genossen das Essen und die paar Minuten Stille, die durch das Haus fluteten.

Als Lena den Tisch abräumte und die Teller in die Spülmaschine sortierte, stellte sich Elyas hinter sie und küsste leidenschaftlich ihren Hals und zog den Kragen ihres Pullovers nach unten um mit der Zunge über ihr Schultern zu streichen. „Elyas, hier doch nicht!" sagte Lena leise. Schnell erwiderte er: „Unsere Tochter schläft und wer weiss, wann das noch einmal passiert. Ich will dich, hier und jetzt!" Dabei öffnete er ihre Hose und seine Hand wanderte in ihren Slip. Sofort spürte sie diese wollige Gefühl und stöhnte leicht auf. Sekunden später waren beide nackt und Elyas drückte Lena liebevoll auf den Küchentisch und bedeckte sie mit zarten Küssen. Ihr gieriges Liebesspiel endete in einem brodelndem Höhepunkt, in dem beide versuchten, ihr Stöhnen so leise wie möglich zu halten. Noch einen Moment blieb Elyas auf ihr liegen und beide lächelten sich verliebt an, so wie vor 2,5 Jahren, am Anfang ihrer Beziehung. Dann gab er ihr die Hand und mit Schwung rutschte sie vom Tisch und suchte ihre Hose und ihren Pullover. Als sich beide anzogen, fragte Lena: „Und, was ist nun mit diesem grossen Projekt? In deinen Augen konnte ich schon die Vorfreude sehen! Erzähl mal!" Er lächelte schüchtern und stotterte: „Also, das ist so.. ich... habe da eine tolle Rolle..." Aber mehr konnte er nicht sagen, bevor er von einer hysterisch schreienden Leonie unterbrochen wurde. Er atmete tief ein und wieder aus und eine leichte Frustration stieg in ihm auf: „Ähm, ich gehe mal gucken, was sie hat. Wir reden dann gleich." Er nahm seine Tochter in den Arm und versuchte sie zu beruhigen. Aber wie die Abende und Nächte zuvor wollte sie vor Schmerzen nicht aufhören zu weinen. Er versuchte ihr etwas zu essen zu geben, aber sie spuckte alles wieder aus. Schnell wurde es nach zehn und Lena sagte: „Hey, ich gehe ins Bett. Morgen früh muss ich schon um 6 in der Klinik sein, aber ich arbeite nur bis 12 und dann nehme ich dir die Kleine ab, versprochen." Elyas nickte nur und brachte ein kurzes „Nacht!" heraus, während er die wimmernde Leonie auf seinen Armen hin und her wiegte. Als Lena im Schlafzimmer verschwunden war, küsste er liebevoll Leonies tränennassen Wangen und sprach leise: „Du hast echt ein schreckliches Timing! Ich musste der Mama was total Wichtiges erzählen. Kannst du mir morgen ein paar Minuten mehr geben, bitte? Das ist echt ein heikles Thema und ich brauche dafür ein bisschen Ruhe!"

HoffnungenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt