"Erklären??? Du willst mir diese Scheisse hier erklären?" schrie Lena Elyas an. Er stand aus dem Bett auf und wollte Lena sanft an den Arm fassen, aber sofort wich sie ihm aus und drückte Leonie eng an sich. Es liefen bereits Tränen ihr Gesicht herunter und sie zitterte vor Emotionen. Elyas stellte sich vor Lena und sprach deutlich: „Ja, ich habe sie an diesem Abend getroffen. Wir haben zusammen ein paar Gläser Wein getrunken und uns unterhalten. Ich habe ihr sogar erzählt, dass ich mit dir zusammen bin und dass ich Vater werde und dich über alles liebe. Und dann haben wir diese Fotos gemacht. Ich habe mir nichts dabei gedacht und sie gebeten, sie nicht zu veröffentlichen. Ich war halt betrunken." Mit einer weinerlichen Stimme fauchte Lena: „So betrunken, dass du vergessen hast, dass eine schwangere Verlobte in München auf dich wartet?!" Elyas stützte seinen Kopf in die Hände und sagte ganz ruhig: „Lena, nein, ich war nicht mit ihr im Bett. Ich liebe dich über alles! Ich würde dich nie betrügen. Ich könnte das nicht!... Sie hat versucht, mich zu küssen, aber ich habe sofort abgeblockt und bin dann gleich alleine auf mein Zimmer... Lena, du glaubst mir doch, oder?" Ganz langsam schüttelte sie ihren Kof und in ihr schien etwas zu sterben: Es war ihr Vertrauen in Elyas! „Und warum hast du mir damals nichts gesagt?" fragte sie am Boden zerstört. Er antwortete frustriert: „Genau deswegen! Was hättest du wohl gedacht? Ich wollte einfach keinen Stress!" Innerlich brach Lena zusammen und fiel in ein tiefes dunkles Loch, aber äusserlich stand sie gerade und stark vor Elyas und guckte ihn mit einem tränennassen Gesicht an: „Und was soll ich jetzt denken? Ich soll dir diesen Scheiss hier glauben??? Du triffst dich mit der Schlampe, mit der du Jahre lang im Bett warst und genau 5 Monate später ist sie schwanger?! Sorry Elyas, du bist einfach ein schlechter Lügner!" In diesem Moment drehte sie sich um, legte Leonie für einen Moment aufs Bett um sich ein paar Klamotten anzuziehen und dann schnellen Schrittes das Haus zu verlassen. Elyas guckte ihr perplex zu und rief ihr beim Rausgehen hinterher: „Lena, das sind keine Lügen! Wo willst du hin?" Sie befestigte Leonies Sitz bereits im Auto und schwang sich auf den Fahrersitz, als sie ihm entgegnete: „Weg! Ich will einfach nur weg von dir!" Mit quietschenden Reifen fuhr sie ab und Elyas blieb mit seiner Boxershorts in der Haustür stehen und seine Welt schien um ihn herum unter zu gehen.
Als Lenas Auto um die Ecke bog, rannte Elyas zurück ins Haus und griff nach seinen Handy. Schnell suchte er nach Alicias Nummer. Es war die Nummer, die er damals vor 2 Jahren mindestens einmal pro Woche wählte um auf seine Kosten zu kommen. Sein Herz schlug so schnell, dass er dachte, er würde gleich explodieren. Er tippte mit zittrigen Fingern auf ‚wählen' und atmete hastig, aber dann ertönte: „Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht erreichbar." Er warf das Handy aufs Sofa und schrie: „Fuck! Die hat ihre Nummer gewechselt!" Nur Sekunden später klingelte das Telefon und er guckte auf den Display: Es war sein Agent. „Scheisse!!! Der auch noch!" fluchte er laut vor sich hin. Genervt nahm er sein Handy in die Hand und versuchte sich halbwegs zu kontrollieren, als er sich mit einem kurzen „Ja?" meldete. Sein Agentur kam gleich zur Sache: „Elyas, kannst du mir mal bitte den Artikel in der Bild erklären? Ich denke, du bist verlobt!" Elyas atmete einmal kurz durch und sagte: „Ja, ich bin verlobt und meine Verlobte ist wegen diesem Scheiss gerade weinend mit meiner Tochter aus dem Haus gelaufen!" Schnell erzählte Elyas dem Agenten seine Version der Geschichte und daraufhin fragte dieser: „Und was soll ich jetzt machen?" Elyas wurde böse und schrie ins Telefon: „Du dementierst natürlich alles! Ich war nie mit ihr im Bett und das Kind ist nicht von mir!!!" Sein Agent räusperte sich leicht und meinte: „Naja, ‚nie' kann man jetzt auch nicht sagen. Du hattest lange Zeit etwas mit ihr laufen und das hattest du mir damals auch gesagt." Elyas Kopf glühte vor Wut: „Mann, du weisst, was ich meine: Ich habe sie nicht geschwängert!!! Ich will sofort ein Dementi in der Presse sehen! Ich werde nichts sagen und ich will nicht, dass Lena und Leonie da mit reingezogen werden!" Daraufhin legte Elyas ohne sich zu verabschieden auf und verspürte stechende Kopfschmerzen. Tränen der Frustration stiegen in ihm auf und er liess sich weinend aufs Sofa fallen. Seine Gedanken kreisten: „Warum macht sie das? Was will sie von mir?... Fuck!!! Warum habe ich mich jemals auf sie eingelassen???"
