Welcher Freund?

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Noch immer lagen Elyas und Lena nach einem wilden Liebesspiel Arm in Arm und eng umschlungen, als Elyas nach seinem Handy griff und seinen Wecker stellte. „Wieso stellst du denn für einen Samstag den Wecker?" fragte Lena überrascht. „Ich treffe morgen ein paar Kollegen zum Brunch. Du kannst hier bleiben oder was mit deinen Freunden machen und wir fahren dann am Nachmittag irgendwo hin, OK?" sagte er schnell. Sie antwortete mit einem „Hmm." und war irgenwie beleidigt, dass er ihr das erst jetzt sagte, denn sie hätte gerne den ganzen Tag mit ihm verbracht. Zärtlich küsste er sie und flüsterte in ihr Ohr: „Gute Nacht, meine Süsse. Ich liebe dich!"

Lena und Elyas standen zusammen auf und während er sich nur eine Tasse Kaffee genehmigte, machte sie sich ein Müsli und fragte ihre Freundinnen per Whatsapp, ob sie Lust auf eine Shoppingtour und später Kino hätten. Schnell sagten drei zu und sie verliess noch vor Elyas die Wohnung um den Tag mit ihren Freundinnen zu verbringen. Sie freute sich sogar darauf, da sie durch Elyas weniger Zeit für sie hatte und nun mal wieder über alles quatschen konnten.

„Und ich dachte schon, du hast uns total vergessen! Erzähl uns doch mal von deinem neuen Freund!" sagte Jule als sie Lena in die Arme schloss. Auch Sarah und Kathrin begrüssten sie herzlich. In Lena schien plötzlich Panik aufzusteigen, denn nur ihre WG-Mitbewohner wussten, dass Elyas ihr Freund war. Ansonsten hatte sie niemanden erzählt, dass sie mit dem begehrtesten Schauspieler Deutschlands zusammen ist. Sie versuchte sich zu kontrollieren und beschrieb ihren neuen Freund so ungenau wie möglich und liess kleine Details wie sein Beruf und Nachnamen aus. Nach einer kurzen Zusammenfassung der letzten Wochen meinte sie: „Aber jetzt zu euch: Was habt ihr denn so gemacht?" Als keine weiteren Fragen zu Elyas kamen, jubelte sie innerlich, dass sie doch nicht mit der ganzen Wahrheit rausrücken musste. Ihre Freundinnen würden sich ja nur noch für Elyas interessieren.

Langsam bummelten sie durch die Innenstadt und kamen an einer Smoothiebar und Café vorbei, als Kathrin sagte: „Komm, wie holen uns einen Smoothie, das sind die Besten der Stadt!" Alle stimmten ein und betraten das Cafe. Als sie an der Theke standen und ihre Smoothies bestellten, rief Sarah plötzlich: „Oh Gott, guckt mal, ist das nicht Elyas M'Barek???" Schnell drehten sich Lena und die anderen um und Lena Herz blieb vor Schock stehen: Da war er, wie er gerade eine blonde hübsche Frau mit tiefausgeschnittenem Dekollté mit einem strahlendem Lächeln begrüsste und ihr einen Kuss auf die Wange gab. Er umfasste die Arme der Frau und guckte ihr in die Augen und sagte grinsend etwas, dass Lena durch die Entfernung nicht verstehen konnte. Sie atmete schnell und ihr wurde schlecht. Sie hielt sich die Hand vor den Mund und Tränen stiegen in die Augen. Ihr Gedanken schrieen: „Ich wusste es, ich habe es immer gewusst! Er kann nicht treu sein! Nie werde ich die einzige Frau in seinem Leben sein! Dieser Lügner und Arschloch: Mir hat er erzählt, er trifft sich mit Kollegen!" Lena wurde blass im Gesicht und ihr Herz verknotete sich. Kathrin fragte: „Ob er mit uns ein Foto macht?" Lena schüttelte schnell ihren Kopf: „Nein, lasst ihn in Ruhe. Wir gehen!" Sofort griff sie nach ihrem Smoothie und verliess rennend das Café. Ihre drei Freundinnen kamen hinterher und fragten erstaunt: „Was ist denn los?" Lena versuchte ihre Tränen zu unterdrücken und stotterte: „Ach nichts, es... ich... da drin war die Luft irgendwie schlecht."

Zwar ging Lena nach 30 Minuten lang mit ihren Freundinnen durch die Strassen, aber sie nahm nichts mehr wahr. Es war als ob ihr Herz aufgehört hatte zu schlagen und die Welt um sie herum dunkel wurde. Plötzlich piepte ihr Handy und sie sah eine Nachricht von Elyas: „Hallo Süsse, ich vermisse dich! Ich freue mich schon auf nachher. Ich habe was ganz Tolles geplant!" Sie konnte es nicht glauben, dass er es wagte, ihr so etwas zu schreiben, während er sich mit einer anderen Frau traf. Sie fing an zu hyperventilieren und sprach zitternd zu ihren Freundinnen:„Hey, es tut mir Leid, aber irgendwie geht es mir heute nicht gut. Ich muss nach Hause! Ich melde mich bald wieder, versprochen!" Sarah grinste: „Ja ja, du brauchst uns nicht erzählen. Dein Freund hat dir gerade geschrieben und jetzt gehst du zu ihm! Viel Spass! Geniess dieses Verliebtsein, es gibt nichts Schöneres!" Alle drei Freundinnen drückten sie zum Abschied und in dem Moment, als Lena sich umdrehte, liefen die Tränen wie Bäche ihre Wangen herunter. Als sie weit genug weg war, dachte sie sich: „Freund? Welcher Freund? Dieser untreue schwanzgesteuerte Idiot? Warum habe ich mich darauf eingelassen?"

HoffnungenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt