Ich will dich nie wieder sehen

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Lena lag bereits 3 Stunden weinend im Bett, als sie eine weitere Nachricht von Elyas bekam: „Wo bist du? Ich bin fertig und kann dich gleich abholen!" Lena schluchzte wie wild, als sie antwortete: „Warum verbringst du nicht mit der Blonden den Nachmittag? Scheinst dich ja blendend mit ihr verstanden zu haben! Ich habe dich gesehen, du Arschloch!" Sofort piepte ihr Handy wieder: „Lena, was soll das? Sie ist eine gute Freundin!" Nur Sekunden später rief er an und sie drückte ihn weg. Schnell tippten ihre Finger: „Du brauchst mich nicht anrufen, nie wieder, es ist vorbei!" Wieder einmal klingelte ihr Handy, aber sie ignorierte es. Elyas versuchte es mit einer weiteren Nachricht: „Lena, bitte, sprich mit mir! Ich kann dir alles erklären! Es ist nicht, wie du denkst!" Aber Lena brach erneut in Tränen aus und warf ihr Handy in die Ecke.

Am frühen Abend klingelte es an der Haustür, aber Lena bewegte sich keinen Zentimeter. Sie vernahm die Stimmen von einer ihrer Mitbewohnerinnen und einem Mann: Elyas. Nur wenige Sekunden später wurde ihre Tür aufgerissen und Elyas stand vor ihr. Ihre Mitbewohnerin kam hinterher gelaufen: „Sorry, ich habe ihm gesagt, dass er nicht reinkommen darf. Aber er hat einfach die Tür aufgestossen!" Lena setzte sich auf ihrem Bett auf und guckte ihn böse an: „Hau ab! Ich will kein einziges Wort von dir hören, du Scheisslügner! Du hast gesagt, du triffst dich mit Kollegen und dann sehe ich dich mit einer vollbusigen Blondine." Elyas Augen hatten einen seltsamen Schimmer und sagte ernst: „Du hörst mir jetzt zu: Ich habe mich heute mit Anika Decker, einer guten Freundin und die Regisseurin meines letzten Filmes getroffen. Jedes Mal, wenn ich in Berlin bin oder sie in München ist, sehen wir uns und reden und lachen miteinander. Aber wir hatten noch nie was miteinander und werden nie etwas miteinander haben. Du bist die Frau, die ich will und ich liebe dich." Lena schien vor Wut zu explodieren und sie schrie ihn an: „Du hast sie geküsst!" Elyas schrie zurück: „Mann, auf die Wange. Sie ist eine Schwester für mich. Lena, was ist dein Problem? Warum vertraust du mir nicht? Ich war dir immer treu und werde dir immer treu sein. Ich will dich nicht verlieren! Du bist meine grosse Liebe!" Lena schwieg und auch Elyas fand keine Worte mehr, um sie zu überzeugen.

Noch immer liefen Tränen über ihre Wangen. Dann sagte sie ganz ruhig und ernst: „Ich kann nicht. Ich kann dir einfach nicht vertrauen. Du bist, wer du bist! Ich denke den ganzen Tag immer nur an eins: Was macht er, wenn er eine hübschere Frau sieht? Was macht er, wenn er mal mehr als 2 Tage von München weg ist? Mit wem verbringt er die Nacht? Es tut mir Leid, aber ich habe einfach kein Vertrauen und ich glaube, es ist besser, wenn wir hier und jetzt Schluss machen. Es bringt nichts!" Elyas schüttelte ungläubig den Kopf: „Lena, das ist nicht dein Ernst! Das kannst du nicht machen, ich brauche dich! Du bist mein Leben! Ich würde alles für dich tun und das weisst du!" Er ging langsam auf sie zu, aber sie hob die Hände schützend vor sich und sagte frustriert: „Bitte, geh einfach! Und melde dich nicht bei mir! Ich will dich nie wieder sehen! Es ist besser so!" Er blieb stehen und spürte, wie ein heisses Messer sich in sein Herz bohrte. Er atmete tief ein und aus und Tränen stiegen in seine Augen. Er schluckte und drehte sich um und lief schnell aus der Wohnung.

Weinend fuhr er nach Hause und hatte Probleme sich auf die Strasse zu konzentrieren. Strassen, Ampeln und Gegenverkehr verschwommen zu einem grauen Brei. Er konnte einfach nicht verstehen, warum Lena das tat. Er konnte nicht glauben, dass er sie verloren hatte. Nichts machte mehr Sinn. Als er zu Hause angekommen war, nahm er sich eine Flasche Whiskey und trank sie halbleer während er eine Zigarette nach der anderen rauchte. Als sein Schmerz zum Teil betäubt war und er das Gefühl hatte, wieder sprechen zu können, wählte er Anikas Nummer.

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