Was machst du denn hier?

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Eine Woche verging und noch immer ärgerte sich Elyas, dass Lena so wenig von ihm hielt. So schlimm war er doch gar nicht! Nur weil die Presse immer so ein Mist über ihn schrieb? OK, zugegegen, er selbst spielte oft genug den Aufreisser und Macho bei Interviews, aber das machte er doch nur um sein wirkliches Gesicht nicht zu zeigen. Ihm war es immer so wichtig, alles Private von der Presse fern zu halten und dazu musste er halt manchmal eine gewisse Rolle spielen.

An einem Samstagmittag landete sein Flieger in Berlin und er wurde sofort zum Veranstaltungsort von ‚Ein Herz für Kinder' gebracht. Dort wurde er freundlich vom Moderator begrüsst und er erklärte ihm den Ablauf: Zuerst würde er auf die Bühne kommen, dann der Arzt der Kinderstation und danach eine Familie mit einem kleinen Jungen, der bereits deutlich auf dem Weg der Besserung war. Elyas hörte gut zu und plötzlich sagte der Moderator, während er jemanden hinter Elyas Rücken zulächelte: „Ah, das ist sie ja: Frau Dr. Lena Müller wird uns mit dem medizinischen Teil in der Sendung aushelfen." Elyas drehte sich um und stand mit offenem Mund vor Lena und schien für einen Moment sprachlos, denn eigentlich sollte hier heute ein Herr Dr. Schneider von der Kinderstation mit auf dem Sofa auf der Bühne sitzen. Er stotterte: „Was machst du denn hier?" Lena rollte die Augen: „Ja, ich weiss, ich hatte auch gehofft, dich nie wieder sehen zu müssen. Aber der Oberarzt ist krank und da ich das Projekt gut kenne, musste ich einspringen." Elyas gab sich für die unfreundliche Begrüssung innerlich selbst eine Ohrfeige und meinte sofort: „Hey, so habe ich das nicht gemeint!" Aber Lena ignorierte ihn komplett und richtete ihre Worte an den Moderator: „Ärztin bin ich leider noch nicht, ich studiere noch." Der Moderator guckte Elyas ein bisschen entgeistert an, denn auch dieser war überrascht, wie zickig Lena auf Elyas reagierte. Elyas zuckte nur mit den Schultern und fragte: „Sind wir fertig? Ich würde dann noch mal schnell ins Hotel fahren." Der Moderator nickte nur und Elyas machte sich frustriert und mit schlürfendem Gang auf die Suche nach einem Fahrer.

Da er eigentlich immer im gleichen Hotel übernachtete und inzwischen auch seine Fans das schon wussten, sassen ein paar Mädchen in der Hotellobby und warteten ungeduldig auf ihren Star. Obwohl Elyas eigentlich keine Lust hatte, sich jetzt auf nervöse Teenager einzulassen, bog er doch für einen kleinen Moment ab und machte schnell ein paar Fotos mit ihnen. Die Mädchen waren vor Freude sprachlos und wurden rot im Gesicht und bedankten sich mit 3 Tüten M&Ms. Elyas musste lachen und freute sich riesig, denn wenn die Fans auch sonst nicht viel Privates über ihn wussten, war seine M&Ms-Sucht doch überall bekannt.

Er ging dann schnell auf sein Zimmer, duschte sich und zog seinen schwarzen Anzug an. Vor dem Spiegel versuchte er noch schnell seinen Locken zurechtzuzupfen, was ihm aber nicht so wirklich gelang. Eigentlich war es auch egal, denn vor der Show musste er sowieso noch in die Maske. Als er gerade aus dem Bad kam, klopfte es an der Tür. Er öffnete und sein Agent fragte: „Und bereit? Catering gibt es vor der Show am Veranstaltungsort." Schon wieder einmal hatte er dank Lena schlechte Laune und war in Gedanken. Aber er nickte und ging mit ihm aus der Tür. Aber bevor er die Tür schloss, fielen ihm die M&Ms ins Auge und er steckte noch schnell eine Tüte in seine Anzugsjacke. Wenn die beim Catering keinen guten Nachtisch haben, würden die gerade recht kommen!

Beim Abendessen sassen er und sein Agent am Tisch und wechselten ein paar unbedeutende Worte. Am Tisch gegenüber sass Lena und der Moderator und unterhalteten sich angeregt und lächelten sich an. Immer wieder guckte Elyas zu den Beiden und spürte seine Eifersucht aufkochen. Was bitte hatte dieser Moderator, was er nicht hatte? Er wurde so eifersüchtig, dass es ihm die Kehle zuschnürte und sein Herz rasend schnell schlug. Lena bemerkte genau, dass er sie beobachtete, aber sie ignorierte ihn. Sie wollte sich von ihm nicht den Kopf verdrehen lassen, nur weil er ausgesprochen gut aussah und im Anzug war er fast unwiderstehlich sexy. Nur bei seinem Anblick konnte sie schwach werden, aber sie war fest davon überzeugt, dass so ein Mann wie er nur das Eine wollte und sie liess sich nicht auf solche Abenteuer ein.

HoffnungenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt