Er schrie. Das Zimmer lag in vollkommener Dunkelheit. Nach einer Weile, Licht. Harry weinend vor mir. Hermine und Ron neben mir. Sie griff nach meiner Hand, drückte sie. Tränen, ich fühlte sie, wie sie meine Augen verließen. Sirius Black war tot. Harry's letztes Familienmitglied, war gestorben. Er schrie immer und immer weiter. Es war unerträglich gewesen, zerriss mir beinahe mein Herz. Schuldgefühle kamen in mir auf, doch ich schluckte sie wieder hinunter.
Mrs Pomfrey konnte nichts an Harry's Zustand ändern; „Er muss durch den Schmerz durch. Er sitzt tief in seiner Seele. Ich würde ihm helfen wenn ich könnte, doch es ist nichts körperliches." Sie schluckte, offensichtlich ertrug auch sie die Schreie nicht „Ich kann ihm nicht helfen." Hatte sie ihren angefangenen Satz beendet und ging fort.
Ron und Hermine standen neben dem Bett. Ich saß neben Harry und hielt seine Hand. Tränen flossen über unsere aller Gesichter.
„Nein- Nein!" Rief Harry immer und immer wieder.
„Ist gut." Ich drückte leicht seine Hand „Harry, alles wird wieder gut. Wir sind hier, bei dir. Mit dir."
Langsam beruhigte er sich, doch es dauerte einige Zeit, bis er völlig runtergekommen war.
„Was ist passiert?" Mein Blick wanderte zu Hermine und Ron hinauf.
Die Beiden schilderten mir vergangenen Vorfall aus London, erzählten mir, welche Todesser vor Ort gewesen waren, dabei erwähnten sie Bellatrix und Lucius Malfoy. Erzählten mir ebenfalls, wie Sirius seinen Tod fand. Wie die Prophezeiung sich selbst zerstört hatte. Wie plötzlich Voldemort auftaucht war und wie Dumbledore gegen ihn kämpfte. Dass die Zeitungen auf Harry zugestürmt waren und festgestellt hatten, dass er wieder da gewesen war.
Ein komisches Gefühl kam in mir hoch. Ich fühlte mich schuldiger als jemals zuvor in meinem Leben. Doch ich durfte nichts machen und vor allem, ich durfte nichts sagen, egal wie sehr ich es auch wollte.
Der letzte Abend in Hogwarts war angebrochen. Abgesehen von der Tatsache, dass Harry weder vernünftig aß noch trank, so sah er dennoch über die vergangenen Tage ein Stückchen besser aus. Ich saß am Slytherintisch und ging den Dreien in den letzten Tagen, so gut es ging, aus dem Weg. Auch wenn ich für Harry da sein wollte, ich konnte es nicht mit meinen Gewissen vereinbaren. So viel Schuld war in mir. Es tat weh. Schwer schluckte ich die Tränen hinunter.
Als Draco meine Blicke sah, nahm er meine Hand „Es ist hart, ich weiß. Aber wir stehen das Ganze geneinsam durch, zusammen. Du und ich."
Schwach nickte ich, wie ich es immer tat in solch einer Situation, denn mir fehlten, jedes mal wieder, die Worte.
„Komm jetzt. Wir sollten unsere Sachen zu Ende packen. Morgen früh geht es los."
Noch einmal nickte ich und so standen wir wenig später auf. Als wir an dem Gryffindortisch vorbeiliefen lächelte ich die Drei an und sie lächelten, zu meiner großen Freude, zurück.
Als wir die Halle verließen stand Professor Snape plötzlich in der Tür; „Wenn ich Sie Ihnen noch einmal entführen dürfte, Mr Malfoy. Es dauert nicht sonderlich lange."
Draco hob eine Augenbraue; „Wenn es sein muss."
„In der Tat." Zischte Snape verachtend.
„Ich komme gleich." Versuchte ich die angespannte Situation aufzulockern.
„In Ordnung." Grummelte Malfoy vor sich hin und wich einen Schritt von uns zurück.
„Kommen Sie, gehen wir ein Stück." Snape ging vor und ich folgte ihm mit einem ziemlich unguten Gefühl.
Wieder einer dieser komischen Tage- Super.
„Ich mache mir große Sorgen um Sie, Mr D/N/N. Ziemlich große Sorgen." Was ein Anfang- Klasse.
„Wieso denn das?" Fragte ich ihn zögerlich.
Er blieb stehen und sah mich an „Sie lassen sich immer mehr auf Mr Malfoy ein. Das missfällt mir. Ich hatte sie bereits gewarnt und ich tue es noch einmal; Ihre Situation, mit Mr Malfoy, könnte ziemlich böse für sie enden."
Wenn er wüsste.
„Er tut mir gut." Entgegnete ich stattdessen und ging unbeeindruckt weiter. Diesmal folgt er mir.
„Sind Sie sich dessen sicher?"
Ich nickte als Antwort.
Erneut blieb Snape stehen ich tat es ihm gleich. Dann trat er einen Schritt an mich heran „Sie könnten so viel besseres haben." Sein tiefer, dunkler Blick versank in meinen Augen.
Es fühlte sich befremdlich an, komisch und durchdringend.
„Wie meinen Sie das, Professor?"
Er hob mein Kinn mit zwei seiner Finger an. Doch bevor er etwas sagen konnte, hörte man eine Stimme die den ziemlich komischen Moment zwischen ihm ind mit beendete;
„Sie lassen besser die Finger von ihr." Draco stand unerwartet neben uns.
Sofort wich Snape ein Stück zurück und ließ von mir ab. Sofort lief ich hinüber zu Malfoy und nahm seine eiskalte Hand in meine.
„Komm, wir sollten-"
„Nein." Unterbrach er mich harsch „Mir reicht es. Das Ganze hat endgültig ein Ende zu finden." Er entriss mir seine Hand und zog seinen Zauberstab unter seinem Mantel hervor.
„Draco, komm." Flehend packte ich ihn am Arm.
„Lassen Sie es besser, Mr Malfoy." Gab nun auch Snape seine Meinung preis. Sein Blick war durch und durch warnend gewesen.
Doch Draco trat einen Schritt näher an ihn heran; „Sie werden sich von meinem Mädchen fern halten. Haben Sie das verstanden, Professor?"
Die Luft brodelte.
„Draco, lass es." Rief ich und fügte mit etwas sanfterer Stimme „Bitte.." hinzu.
„Hören Sie lieber auf Mrs D/N/N, Mr Malfoy."
„Sie sollten lieber vorsichtig sein, Snape." Draco's Kiefer spannte sich sichtbar an „Denken Sie wirklich, ich hätte es nicht mitbekommen? Nicht gesehen, wie Sie meine Freundin angucken? Nicht erkannt, dass Sie sie begehren?"
Eilig stellte mich zwischen die Beiden und sah Malfoy direkt in seine hellgrauen Augen. Er ließ seinen Stab ein kleines Stückchen sinken.
„D/N. Geh mir aus dem Weg."
„Nein."
„D/N."
„Draco. Komm jetzt mit mir, bitte!"
Einen Moment lang zögerte er. Sah zwischen dem Professor und mir hin und her. Doch dann steckte er seinen Zauberstab endgültig weg, nahm erneut meine Hand und wir liefen gemeinsam in unser Zimmer. Auch wenn er es nicht gerne zugab, doch in solchen Momenten brauchte er mich. Er brauchte mich, um sich zu beruhigen bevor er etwas Dummes tat.
Als wir ankamen schloss er die Tür geräuschvoll. Er sah wütend aus, als stünde er kurz vorm explodieren. Dann packte er mich, drückte mich auf das Bett und stützte sich über mich, ehe ich etwas tun oder sagen konnte.
„Du bist meins. Meins. Hast du das verstanden?"
Langsam nickte ich, denn ich war viel zu perplex gewesen, um etwas sagen zu können- Er sah gut aus wenn er sauer war. Verdammt gut.
„Und das wird sich niemals ändern, verstanden?"
Erneut nickte ich, während sein Blick fest auf mir lag.
„So ist es gut." Grinste er mit frecher Stimme.
Ich biss mir auf die Unterlippe.
„Ououou-" kam es von ihm „Ich mag es, wenn du das machst." Flüsterte er in mein Ohr und seine Stimme hatte dunkel; verführerisch Ton gehabt.
Er riss seine Slytherinkrawatte aus seinem Hemd und zog dieses danach aus. Es fiel geräuschlos zu Boden. Ohne, dass ich reagieren konnte, hatte Draco mein Hemd geöffnet und es weggeschmissen. Er küsste meinen Oberkörper entlang, bis er bei meiner Hose ankam, dann öffnete er auch diese. Und es geschah, wie es immer geschah und wieder einmal, was es unbeschreiblich gewesen.
„Wir sehen uns bald wieder." Harry umarmte mich ein letztes mal.
Anschließend fielen mir auch Ron und Hermine um den Hals. Und auch wenn ich wusste, dass es kein Abschied für immer gewesen war, so tat es mir dennoch weh. Ein Nicken, das war meine Antwort, während der Kloß in meinem Hals deutlich spürbar war und mein schlechtes Gewissen mir Bauchschmerzen verlieh. Doch ich versuchte das Ganze zu verdrängen.
„Ihr werdet mir fehlen." Mit Tränen in den Augen an sah ich meine besten Freunde an.
„Du uns doch auch." Antwortete Ron mir und ich sah, dass auch ihn das Ganze mitzunehmen schien.
„Aber es ist, wie jedes Mal, nicht für ewig!" Hermine drückte mich noch einmal an sich und zog Ron und Harry dazu.
Traurig und wehmütig lachten wir. Dann stiegen wir in unsere jeweiligen Abteile ein.
„Wir sehen uns bald wieder, versprochen?" Fragte ich noch einmal zum Abschied -
Abschied war ein schreckliches Wort.
„Versprochen!" Riefen die Drei ein letztes mal.
Dann lief ich zu meinem Abteil, in dem Draco bereits auf mich wartete. Als ich mich neben ihm niedergelassen hatte, setzte sich auch der Zug langsam in Bewegung. Malfoy nahm meine Hand und sah mich ernst an;
„Bist du bereit, Prinzessin?"
Ich nickte; „Bereit."
Somit konnten die Ferien beginnen.
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Draco Malfoy- Der Junge der mich mehr liebte, als er zugab
RomantikWie weit wirst du für deine Liebe gehen..
