43

11.7K 417 33
                                        

Vorsichtig nährten wir uns ihm. Bei ihm konnte man nie wissen, was gut oder was schlecht gewesen war. Nie konnte man wissen, ob er einem wehtun würde. In einem Moment war er normal und im nächsten wieder die Boshaftigkeit in Person.

„D/N" nuschelte er während er den Blick von seiner Schlange nicht abwandte „Mir ist zu Ohren gekommen, dass ihr beide zur Zeit bei deinen Eltern wohnt, in deinem ehemaligen zu Hause. Ist das so?"
Stumpf nickte ich „Ja, Herr. Wir dachten, dass man uns dort am wenigstens vermuten würde falls es jemand in Erwägung ziehen sollte, uns zu suchen."
„Schlaues Mädchen" er sah mich nun doch an „Aber wir werden eure Anwesenheit in Zukunft schneller vor Ort benötigen. Für unsere Pläne, versteht sich. Was würdet ihr davon halten, wenn ihr wieder bei den Malfoy's wohnt? Wurmschwanz wird euch jeden Wunsch erfüllen. Ich selbst werde leider viel außer Haus sein. Doch fühlt euch einfach wie zu Hause, schließlich ist es ja auch euers, nicht wahr." Er lachte etwas spöttisch. Und es klang grausam wie immer.
Was sollte ich davon halten? Es lag nicht in meinem Interesse, mich in diesem Haus häuslich nieder zu lassen und ich wusste, dass es Draco genau so wie mir damit ging. Nicht nur auf Grund der Atmosphäre. Voldemort lebte seit einiger Zeit unter diesem Dach, was das Ganze noch unausstehlicher machte. Doch sollten wir das Angebot ablehnen, würde es vermutlich ungewollten Verdacht erregen.
Malfoy sah mich an und nickte schließlich „Es wäre uns eine große Ehre, Herr."
Der dunkle Lord stand auf „Sehr gut." Lobte er uns nahe zu bevor er rief; „Wurmschwanz! Sei so gut und führe die beiden nun zu ihrem Zimmer. Ich muss mit den anderen zum Angriff. Es ist höchste Zeit."
Und so verschwand er. Wir wurden in Draco's Zimmer geführt.

Einige Tage waren nach dem Angriff vergangen. Wir hatten jedoch nichts gehört gehabt. Weder von dem Angriff selbst noch von Harry, Hermine oder Ron Von niemandem. Ich wusste nicht, ob dies ein gutes oder ein schlechtes Zeichen gewesen war, doch ich hoffte, dass es ein Gutes gewesen war.

Die Tage wurden immer länger. Sekunden vergingen wie Minuten. Die Minuten vergingen wie Stunden. Und Stunden vergingen wie Tage. Die Zeit zog sich wie Kaugummi. Draco und ich saßen den ganzen lieben Tag lang nur in seinem Zimmer herum, laßen Bücher, spielten Gesellschaftsspiele, erlernten neue Zauber. Doch so sehr wir uns auch Mühe gaben, uns bei Laune zu halten- Irgendwann war auch das letzte Buch gelesen, das letzte Spiel gespielt und der letzte Zauber erlernet gewesen. Die Stimmung war düster. Und die Situation zwischen uns beiden wurde von Tag zu Tag immer angespannter. Draco machte sich oft Vorwürfe ob das was er tat, so richtig gewesen war. Und jedesmal aufs Neue redete ich ihm ein, dass unser Plan genial war und wir ihn durchsetzen würden- Bis zum letzten Tag an dem wir unsere wahre Seite offenbaren würden. In diesen Tagen sagte er mir oft wie sehr er mich liebte, mehrmals am Tag, fast stündlich. Am Anfang hatte mich das gewundert gehabt, doch irgendwann war es selbstverständlich gewesen. Auch wenn diese Tage nicht einfach für uns waren, waren wir beide verbundener denn je gewesen. Zum ersten Mal spürte ich was es hieß, wirklich für Liebe zu kämpfen und ich spürte wie sehr es sich lohnte, denn auch wenn diese Zeiten grausam waren- Unsere Liebe wuchs jeden Tag mehr und jeden Tag wurden wir gemeinsam stärker.

An jenem Tag sah ich Harry, Hermine und Ron wieder ohne damit gerechnet zu haben.
An diesem Tag klopfte es an unserer Zimmer Tür, kurz nach dem Draco und ich mit dem duschen fertig waren- Dem ziemlich intensiven duschen. Ebenfalls einer unserer guten Zeitvertreibe.
Herein trat Lucius Malfoy der von Bellatrix geschickt worden war um uns abzuholen, da sie dringend unsere Meinung benötigte. Offensichtlich waren einige bekannte und doch unbekannte Personen von einigen Greifern in unser Haus gebracht worden. Sie mussten schleunigst identifiziert werden. Einer von ihnen schien offenbar verzaubert worden zu sein, damit er nicht wieder zu erkennen war und es lag an uns beiden zu ermitteln, ob es sich dabei um Harry Potter handelte- Hoffentlich nicht.
Als wir in den Raum traten sah ich Hermine und Ron, wie sie von zwei der Greifern festgehalten wurden, die sie vermutlich auch hergebracht hatten. Ich wollte ihnen um den Hals fallen, ihnen sagen wie sehr sie mir gefehlt hatten aber das war weder der richtige Zeitpunkt noch der richtige Ort dafür gewesen. Das Ganze musst noch warten, egal wie sehr ich es in diesem Moment auch wollte. Als wir eintraten sah Weasley uns schockiert an. Dass Hermines schockiertes Gesicht gespielt war, da sie wusste was geschah, war ich nicht schwer zu erkennen gewesen. Dafür kannte ich sie einfach viel zu gut. Bellatrix hielt den Jungen fest um den es ging. Sein Gesicht war angeschwollen und er sah ziemlich mitgenommen aus. Doch ohne zu zögern erkannte ich sofort, dass es tatsächlich Harry gewesen war und mein Herz pulsierte lautstark.
Wieso waren sie hier? Was war geschehen?
„Und?" fragte Bellatrix sehnsüchtig.
Draco nahm, wie er es immer tat, meine Hand.
„Ich bin mir nicht sicher" antworte er ihr dann.
„D/N?" Wandte sie die Frage nun an mich.
„Ich weiß es ebenfalls nicht.." Stammelte ich.
„Draco! D/N!" Lucius trat an uns heran und legte die Hand auf Draco's Nacken „Seht genau hin!" Er schubste uns nach ein wenig nach vorne „Wenn wir es wären die die Ehre hätten Potter an den dunklen Lord zu liefern, dann wäre bestimmt alles vergeben. Wir könnten wieder leben wie früher! Ihr versteht?" Sein Sohn nickte bloß. Doch ich wusste genau, dass er seinem Vater kein einziges seiner Worte glaubte und, dass er Harry nicht verraten würde.
„Na. Wir wollen jetzt nicht vergessen, wer ihn geschnappt hat will ich hoffen, Mr Malfoy" kam es von Scabior, den Anführer der Greifer. Er hatte lange Haare, schwarz untermalte Augen und sah ziemlich furchteinflößend sowie gruselig aus.
„Du wagst es in meinem eigenen Haus so mit mir zu reden!" Schrie Lucius ihn an ohne den Blick dabei von uns abzuwenden. Narcissa stürmte auf ihn zu; „Ganz ruhig, Lucius."
Draco's Miene verdüsterte sich. Ich wusste, dass er seinen Vater schon lange nicht mehr ausstehen konnte- Dass er ihn verachtete. Unauffällig drückte ich seine Hand um ihn wieder zurück in seine Rolle zu bringen, denn er wirkte als würde er gleich vor Wut explodieren. Sein Vater ließ endlich von uns ab und ging einen Schritt zurück um sich neben seine Frau zu stellen, die immer noch beruhigend auf ihn einredete. Als ob das etwas bringen würde..
„Sei nicht schüchtern Liebling. Komm zu mir." Lestrange nahm meine Hand, entriss mich Draco und führte mich näher an Harry heran.
Zu meinem Glück hatte sie mich statt ihrem Neffen genommen, denn er war gerade nicht dazu in der Lage gewesen eine klare Entscheidung zu treffen. Der Hass seinem Vater gegenüber war in diesem Moment einfach zu groß gewesen.
„Also?" Ich kniete mich zu Harry hinunter „Wenn er nicht der ist für den wir ihn halten, D/N, und wir ihn rufen, dann tötet er uns alle. Wir müssen uns absolut sicher sein!" Machte sie mir klar.
Meine Augen wanderten über sein Gesicht. Mir war längst klar gewesen, dass Hermine ihn verzaubert hatte um ihn zu schützen. Nur sie konnte diese Art von Zaubern perfekt ausführen. Doch ich sagte nichts und blieb einfach ruhig. Es lag nicht ansatzweise in meinem Interesse ihn oder die anderen zu verraten- Meine besten Freunde.
„Was ist mit seinem Gesicht?" Versuchte ich vom Thema abzulenken..

Draco Malfoy- Der Junge der mich mehr liebte, als er zugab Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt