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Verdammt.
Ich musste mir zügig etwas einfallen lassen.
Schnell lachte ich und versuchte es so echt wie nur irgendwie möglich rüberkommen zu lassen.
„Was? Draco? Ein Todesser?" Mein Blick wanderte durch die Runde „Wie kommst ihr denn auf so etwas?"
Harry wandte seinen Blick jedoch nicht von mir ab. Sein Gesichtsausdruck blieb stumpf und ohne eine Miene zu verziehen sagte er schließlich; „Sein Vater, Lucius Malfoy. Er war in London. Er wollte die Prophezeiung haben. Für Voldemort. Somit gehört er zu ihnen. Das Draco, sein eigener Sohn, also ebenfalls dazu gehört, ist mehr als nur logisch."
„Nur, weil Lucius so- so böse ist bedeutet das nicht gleich, dass Draco genau wie sein Vater ist, Harry! Was kommt als Nächstes? Dass ich auch eine von ihnen bin, nur weil ich mit Malfoy zusammen bin?" Böse auszusehen fiel mir in jenem Moment leicht, denn auch wenn ich log so verglichen sie Draco mit seinem Vater. Ohne zu wissen, wie sehr ihn dieses Thema selbst belastete und wieviel Angst er gehabt hatte, tatsächlich so zu werden wie Lucius.
Die Drei sahen sich an.
„Ich will ehrlich zu dir sein D/N-" ergriff Hermine als erste das Wort und sah mich vorsichtig an „Der Gedanke schwebte schon in unseren Köpfen. Aber um es dir zu erklären- Nicht nur wegen Draco. Du verhältst dich, seit einigen Wochen, total komisch. Du trägst nur noch schwarze Kleidung, ziehst dich immer mehr zurück, gehst uns aus dem Weg."
Und meine Lüge wurde größer, mit jedem Wort, welches mich herausredete. Das schwarze Mal an meinem Arm ließ es nicht bestreiten, dass sie recht gehabt hatten, denn natürlich hatten sie das. Doch ich stand ausnahmslos auf ihrer Seite. Und auch wenn ich dies tat, so musste ich sie dennoch belügen. Musste ihnen klarmachen, dass ich kein Todesser gewesen war, während ich der dunklen Seite versichern musste, einer zu sein, mit Herz und Seele. Diese falschen Spiele entrissen mir jede Kraft und ich durfte nicht einmal mit meinen Freunden Klartext reden. Draco war meine einzige Bezugsperson gewesen, doch auch er litt mindest genau so sehr wie ich. Und auch wenn unsere Beziehung durch all die Situationen nur stärker werden konnte, so kostete es uns dennoch sämtliche Energie. 
„Spinnt ihr jetzt komplett?" Rief ich frustriert.
„D/N-" Ron's Stimme klang verzweifelt „Zeig uns einfach deinen Arm. Dann wissen wir, dass du die alte D/N bist, die wir kennen und lieben."
„Wow-" kam es als Antwort von mir „Das ist nicht euer ernst. Ihr schätzt die Menschen um euch herum total falsch ein! Nur weil Lucius Malfoy auf der falschen Seite steht bedeutet das noch lange nicht, dass Draco genau so ist! Ich bin nun seit mehr als zwei Jahren mit ihm zusammen und weiß genau, dass er anders ist als er nach Außen vorgibt zu sein. Anders, als wahrscheinlich ganz Hogwarts von ihm denkt. Nur weil er euch nicht so behandelt wie mich, was im übrigen daran liegen könnte, dass ihr mit ihm auch keine Beziehung führt, heißt das nicht, dass er so ist wie ihr denkt! Und anstatt, dass ihr nur ansatzweise versucht ihn zu verstehen, was er seine ganze Kindheit lang durchmachten musste; Ungeliebt vom Vater, dessen einziges Ziel es war, dass er in seine Fußstapfen treten würde, denkt ihr gleich das Schlechteste von ihm. Herzlichen Dank!" Wutgeladen stand ich schließlich auf.
„D/N-" stammelte Ron erneut, doch ein Klopfen an der Tür unterbrach ihn und Professor Dumbledore trat kurz darauf folgend ein;
„Verzeihung, dass ich störe." Entschuldigend sah er uns an, ehe sein Blick zu Potter wanderte „Harry, du musst sofort nach Hogsmeade. Slughorn ist im Drei Besen. Vielleicht schaffst du es, dich mit ihm zu unterhalten und unserem Ziel näher zu kommen."
Mein bester Freund sah leicht überfordert aus, doch dann nickte er und stand auf.
Dumbledore fuhr fort; „Nimm doch Ron, Hermine und D/N mit."
Die Beiden anderen erhoben sich ebenfalls von ihren Plätzen, als würden sie zustimmen.
„Nein danke. Ich verzichte freiwillig." Entgegnete ich und ging an Professor Dumbledore vorbei, hinaus in den Flur.
Alles was ich wollte war zurück zu Draco zu gehen. Er musste wissen was geschehen war und, dass unser Plan drohte schief zu laufen.
Gedankenverloren lief und lief ich. Ebenfalls vorbei an Professor Snape's Büro.
„Mrs D/N/N-" hörte ich Snape aus seinem Zimmer rufen, als ich daran vorbei lief.
Das hatte mir gerade noch gefehlt gehabt.
Ich taumelte ein paar Schritte zurück und lehnte mich gegen den Türrahmen.
„Ja, Professor?"
„Wohin des Weges?" Er ließ seine Feder sinken.
„Zu Draco Malfoy." Entgegnete ich stumpf.
„Mr Malfoy ist in Hogsmaede und geht dort einer gewissen Aufgabe nach." Er sah mich an, dann stand er von seinem Stuhl auf „Wenn Sie nun bitte eintreten und die Tür hinter sich schließen würden."
Genervt verdrehte ich die Augen, als ich die knarrende Tür zuzog.
„Setzen." Snape zeigte auf den Stuhl, auf dem ich vor einigen, vergangenen Wochen schon einmal gesessen hatte. Und erneut ließ ich mich darauf nieder, während er sich auf das Pult vor mir setzte. Es war, als hätte ich ein Dejavu gehabt. Mein Blick galt allein dem Boden. Sein Blick jedoch ruhte auf mir. Das konnte ich mit jeder einzelnen Faser meines Körpers spüren und es verlieh mir ein großes Unbehagen.
„Sie sind also eine Todesserin." Sprach er an, was ihm offensichtlich auf der Seele gelegen hatte.
„Jap."
„Ihre oder Mr Malfoy's Entscheidung?"
Meine Schultern hoben und senkten sich wieder. „Und Sie? Was machen Sie in Voldemort's kleinen Armee?" Drehte ich den Spieß schließlich um.
„Ich weiß nicht recht, ob ich Ihnen bei diesem Thema vertrauen kann, Mrs D/N/N."
„Das beruht dann wohl auf Gegenseitigkeit."
Immer noch würdigte ich ihn keines Blickes. „Lassen Sie uns doch offen und ehrlich miteinander reden." Schlug er mir vor „Das wäre wohl besser. Für uns beide."
„Kann ich Ihnen denn vertrauen, Professor?"
„Das können Sie nur selbst wissen."
Und dann sah ich ihn an. In jenem Moment hatte er mein Vertrauen, denn mir wurde bewusst, dass ich tatsächlich mit ihm reden konnte. Ihm vertrauen konnte. Dass er mir zuhörte. Dass ich bei ihm all das loswerden konnte, was ich, unter anderen Umständen, meinen Freunden erzählt hätte. Und es erleichterte mich. Idiotisch.
„Dann fangen Sie mal an." Presste ich hervor.
„Gut." Nuschelte er und atmete auf „Ich selbst habe eine Art Abkommen mit Professor Dumbledore. Dumbledore bat mich, mich in den engsten Kreis von dem dunklen Lord einzuschleusen. Schon vor einigen Jahren, vor seinem ersten Sturz und auch dieses mal nachdem feststand, dass er wiedergekehrt war. Und wie Sie vermutlich bereits festgestellt haben ist mir dies hervorragend gelungen- Ohne mich dabei selbst loben zu wollen. Doch der dunkle Lord glaubt mir jedes Wort und er vertraut mir blind, bei allen Entscheidungen und Ratschlägen. Dumbledore möchte vorbereitet sein. Er möchte sein Wissen weitergeben haben, bevor er von uns geht."
„Von uns geht? Wird er uns verlassen?" Unterbrach ich seinen Redefluss, irritiert über seine Aussage.
„Nicht ganz. Dumbledore wird sterben und das ist ihm schon seit der Rückkunft von ihm, bewusst. Es ist nur eine Frage der Zeit. Doch hat sich die ganze Sache verkompliziert, denn vor einigen Wochen besuchten Narcissa Malfoy und Bellatrix Lestrange meine Wenigkeit. Mrs Malfoy wollte, dass ich den dunklen Lord umstimme damit ihr Sohn, Mr Malfoy, nicht in diese dunklen Zeiten hineingezogen wird und Aufgaben nachgeht, die sein ganzes Leben zerstören würden. Sie wollte ihn in Sicherheit wissen. Laut ihr sei er noch ein Kind. Doch ich wusste, dass auch wenn der dunkle Lord mir vertraut, er Mr Malfoy unbedingt in seiner Armee wissen wollte. Unter anderem auch Ihretwegen, denn es gab kaum einen besseren Weg um an Sie heranzukommen. Doch die beiden Damen zweifelten an mir als ich ihnen erklärte, dass ich das Ganze nicht ändern könne. Daher musste ich den unbrechbaren Schwur leisten, Mr Malfoy's Aufgaben zu übernehmen, die der dunkle Lord ihm geben würde und ihn zu beschützen, um jeden Preis. Bis dahin wusste ich nicht, dass Dumbledore töten auch zu seinen Aufgaben zählen würde. Und ich denke, Mr Malfoy weiß dies bis jetzt auch noch nicht."
Schockiert sah ich an. Das hatte er also mit unbrechbaren Schwur gemeint, als wir gemeinsam an Voldemorts Tisch saßen.
Bei Merlin's Bart.
„Ich möchte Sie nicht beunruhigen, Mrs D/N/N. Aber diese Zeiten werden böse und kalt werden. Doch ich werde es tun, sollte es so weit kommen. Es ist bereits alles mit Dumbledore besprochen." Snape atmete hörbar aus „Aber nun zu Ihnen." Er sah mich durchbohrend an. Verlangend nach Informationen.
„Also gut." Ich stand unter Schock, aber ich musste ihm vertrauen. Vielleicht war er die Lösung zu allem gewesen.
Und so begann ich, Professor Snape von unserem Plan zu erzählen- Jedes einzelne Detail.

Draco Malfoy- Der Junge der mich mehr liebte, als er zugab Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt