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Einige Tage waren vergangen und Draco war wieder der altbekannte Draco Malfoy gewesen, den man eben kannte. Wir beschäftigen uns weder mit dem Thema um Potter noch mit dem Geschehnis an sich. Aus irgendeinem Grund hatte ich das Gefühl, als wäre es ihm in irgendeiner Art und Weise peinlich gewesen mit mir darüber zu sprechen. Wahrscheinlich konnte er sich selbst nicht eingestehen, dass Harry mächtiger war als er es zu jenem Zeitpunkt gewesen war. Es nervte ihn, machte ihn unsicher und wenn ich ehrlich sein sollte; Es kam mir so vor, als würde es an seinem männlichen Ego kratzen. Etwas, was ich nicht wirklich verstand.
Snape zog mich eines Tages beiseite und erstatte mir Bericht darüber, dass er ein ziemlich wichtiges Gespräch mit Dumbledore gehabt hatte. In dem Gespräch hatte Snape versucht, Dumbledore klar zu machen, dass dieser zu viel von Harry verlangte und von ihm selbst, denn Dumbledores Plan war es gewesen, mit Harry an einen höchst gefährlichen Ort zu gehen um einen weiteren der sieben Horkruxe zu zerstören. Einen Horkrux, der wohl in einer Höhle lag. Unser Professor wusste genau, dass er bei seiner Rückkehr geschwächt sein würde und verlangte von Snape, dass er dem dunklen Lord Bericht darüber erstatte was sein eigentlicher Plan gewesen war. Die Horkruxe sollte er dabei jedoch natürlich nicht erwähnen. Dumbledores Plan war es gewesen, seinen eigenen Tod zu planen der an jenem Tag geschehen sollte an dem Harry und er aus der Höhle zurückkehrten. An diesem Tag sollten die Todesser sich auf den Weg mach Hogwarts machen um seine Schwäche auszunutzen und um ihn zu töten- Ein für alle mal. Denn so wusste er, dass er noch genug Zeit hatte, Potter alles Wichtige zu erzählen. Alles was er wissen musste, bevor Dumbledore von uns ging. Er wollte in Ruhe sterben mit der Sicherheit, dass Harry alles weitere regeln würde, indem er ihn über alles informiert hatte. Der Plan klang grausam und führte mir vor Augen, wie ernst das Alles tatsächlich gewesen war- Doch der Plan war genial gewesen. So hatte Harry die Chance, eines Tages Voldemort zu besiegen, auch wenn er dabei einst nicht mehr die Hilfe von Dumbledore hatte. Und auch, wenn Professor Snape sich nichts weiter anmerken ließ war ich mir ziemlich sicher gewesen, dass ihm dieses Thema sehr nahe ging- So wie auch mir. Ich war fassungslos, als er mir von dem Gespräch erzählt hatte, natürlich. Doch war ich mehr fassungslos über den Professor selbst gewesen- Dumbledore war ein Zauberer von großer Ehre und von großem Mut. Er beendete sein Leben damit wir unser Leben weiter leben konnten, eines Tages hoffentlich ohne den dunklen. Und in seinen letzten, verbleibenden Tagen, die jeder Mensch in Ruhe und Harmonie verbringen würde, bereitete er Harry darauf vor den Kampf mit einem guten Wissen und einigen Vorteilen anzutreten. Dieser Mann war unglaublich und herzensgut.

Ich erzählte Draco von jenem Plan als wir eines Tages auf dem Astronomieturm standen- Um es ihm zu erzählen wollte ich vorerst eine gute Atmosphäre schaffen und ihm erst dann diese schockierende Nachricht überbringen- Auch, wenn das vermutlich keinen Unterschied machte, denn die Nachricht war und blieb gleichermaßen beschissen. Als er mich ansah konnte ich feststellen, dass er schockiert und traurig zugleich gewesen war. Seine Augen wurden wieder einmal rot. Es wunderte mich nicht. Wie hätte es mich wundern können? Diese Zeiten waren härter und kälter gewesen, als wir es uns jemals ausgemalt hatten. Sie waren grausam, dunkle und verlangten einiges von uns, was ich mir nicht in meinen schlimmsten Träumen vorgestellt hatte.
„Ich kann das nicht" stammelte er „Ich kann nicht mit dem Gewissen leben, einen den größten und gutherzigsten Zauberer der Welt getötet zu haben." Eilig nahm ich seine eiskalte Hand und strich mit meinen Fingern über seine „Und genau deswegen wirst nicht du ihn töten, Draco." Ich wollte ihn beruhigen- Ihm zeigen, dass alles gut werden würde. Doch wie konnte ich das tun, wenn ich selbst daran den ein oder anderen Zweifel hegte?
„Wie meinst du das? Ich dachte es wäre meine Aufgabe? Der dunkle Lord selbst hat es mir so aufgetragen und-" Doch ich unterbrach ihn; „Erinnerst du dich an den unbrechbaren Schwur, den Snape am Anfang des Schuljahres geleistet hat, auf Grund deiner Mutter? Er hat geschworen, dich immer zu beschützen so wie er es tat als Harry dich angegriffen hat. Er hat deine Wunden heilen lassen und für dein Wohlergehen gesorgt. Das war ein Teil des Schwures. Der andere Teil des Schwures bestehe daraus, dass er deine Aufgaben übernehmen würde. Aufgaben, die nicht für dich gemacht sind. Deine Mutter wollte nicht, dass du etwas machst was deine Seele in Teile zerreißen könnte und somit auch dein komplettes Leben. Snape wird Dumbledore töten."
„Ich würde gerne sagen, dass ich mich darüber freue, doch ich denke das wäre nicht wirklich angebracht."
„Draco. Bald haben wir es geschafft. Bald sind wir aus Hogwarts und dann bleiben wir erst einmal bei mir zu Hause und machen uns eine ruhige Zeit. Auch wenn es das ein oder andere Treffen mit Voldemort geben wird- Doch auch die stehen wir gemeinsam durch. Wir sind schon so weit gekommen. Und dann, wenn Hermine, Harry und Ron alle Horkruxe zerstört haben, wird es zu dem langersehnten Kampf kommen. Wir werden diesen Kampf gewinnen. Auf der richtigen Seite."
Er nickte und dann küsst er mich. Es war ein liebevoller Kuss gewesen, zärtlich und es schien mir, als würde er mir damit etwas versprechen wollen. Als würde er mir unsere Ewigkeit damit versprechen wollen, dass wir den Kampf überlebten und danach ein glückliches Leben führen würden. Hätte mir jemand gesagt, dass Draco Malfoy und ich eines Tages, schwer verliebt, gegen Voldemort kämpfen würden, dann hätte ich diesem jemand vermutlich kein einziges Wort geglaubt. Doch so standen wir hier, in mitten der Nacht auf dem Astronomieturm und versprachen uns eine gemeinsame Zukunft, nach all den dunklen Zeiten die wir Hand in Hand durchlebenden. Und auch wenn es dunkle Zeiten gewesen waren, so konnte ich mir doch keinen schöneren Liebesbeweis als diesen vorstellen. Unglaublich aber wahr ..

Draco Malfoy- Der Junge der mich mehr liebte, als er zugab Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt