Hogwarts wurde neu errichtet. Jeder fasste mit an und stellte seine Hilfe zur Verfügung. Es dauerte einige Monate bis alles wieder an Ort und Stelle war, doch dafür war es schöner als jemals zuvor. Unser zu Hause war wieder am Leben gewesen.
Die Stimmung lebte langsam ebenfalls wieder auf, doch auch dies bedarf einiges an Zeit. Die Wunden mochten zwar verheilen, doch die Narben blieben. Es war wie mit Cedric gewesen; Es war lange her und es tat nicht mehr ganz so weh, trotzdem blieben die Erinnerungen in unseren Herzen und die Schmerzen unter unserer Haut. Dir Narben blieben.
Mit der Zeit, die verging wurde mir bewusst; Snape war tot. Und nicht nur er. Fred Weasley, Remus Lupin, seine Frau Tonks, und so einige mehr waren gestorben. Sie waren einfach tot gewesen.
Wir veranstalteten eine Trauerzeremonie, bei der wir uns von jedem im Kampf gefallenen, Mitschüler, Lehrer und auch Freund verabschiedeten. Es war sehr intensiv und traurig. Doch zugleich konnte es nicht schöner gewesen sein; Es wurden Reden gehalten, in Erinnerungen geschwelgt und getröstet. Seit dem Tag an wurde mir nur noch mehr bewusst, dass sie tatsächlich nicht mehr lebten. Deshalb quälten mich einige Zeit lang unheimliche Albträume. Sie waren so brutal, dass ich jede Nacht Angst vor dem schlafengehen hatte. Selbst wenn ich auf dem sichersten Ort der Welt, Malfoy Brust, lag, plagten sie mich. Ich träumte von Voldemort, durchlebte jede einzelne Nacht den Kampf noch einmal von vorne, sah immer wieder die selben Menschen sterben und schien dem hilflos ausgeliefert zu sein. Als wäre das Ganze nicht schon schlimm genug gewesen, verfolgte mich auch noch ein schlechtes Gewissen. Ich redete mir ein, dass ihr Tod meine Schuld war obwohl ich tief in meinem Inneren wusste, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. Hermine redete täglich auf mich ein, stand mir jede Minute beiseite und ich merkte, was für eine liebevolle beste Freundin sie für mich war.
Eine gute Sache hatte das Alles allerdings, denn unser Verhältnis wurde dadurch besser denn je. Doch nicht nur Sie gab sich große Mühe mich da rauszuziehen. Auch Draco stand jede einzelne Sekunde an meiner Seite und gab alles dafür, dass es mir langsam besser ging. Egal wie viel Aufwand und Kraft dies für ihn bedeutete. Teils hatte er schlaflose Nächte gehabt, doch laut ihm war es ihm egal. Er hatte sich ziemlich verändert über die Zeit. Nach dem Kampf sprachen Harry und er sich aus und seitdem verstanden die beiden sich deutlich besser als zuvor. Sie waren zwar keine Freunde und würden es vermutlich auch nie werden, doch sie akzeptierten sich und gingen normal miteinander um. Das war immerhin ein Anfang gewesen. Auch Hermine, Ron und die anderen verstanden sich nach einiger Zeit immer besser mit ihm. Ab und an gesellte er sich sogar mit zum Gryffindortisch, um seine Zeit mit mir und den anderen zu verbringen. Wir wuchsen immer mehr zusammen. Wurden zu einer großen Familie. Unsere Beziehung hatte alles überstanden, makellos. Trotz der ganzen Höhen und Tiefen die wir durchlebt hatten, an guten und bösen Dingen. Seit dem Kampf verbrachten wir jede mögliche gemeinsame Sekunde miteinander. Vielen schien das lästig zu sein, doch für mich war es einer der schönsten Sachen dieser Welt, dass ich ihn jeden Tag, fast jede Minute um mich hatte. Unser Vertrauen war mittlerweile so weit entwickelt, dass es von nichts mehr zerstört werden konnte. Zudem stritten wir ziemlich selten, taten es aber dennoch, da Draco ziemlich eifersüchtig war. Eigentlich störte es mich nicht, doch manchmal konnte einem das ganz schön auf die Nerven gehen. Zum Beispiel wenn es unbegründet war, wie bei Potter wenn ich Zeit mit ihm verbrachte. Doch er bekam sich ein.
Doch das aller Wichtigste: Wir alle waren wieder Schüler von Hogwarts. Ohne Professor Dumbledore und Snape war allerdings einiges anders. Die Fächer wurden von neuen Professoren unterrichtet, aber sie machten ihre Aufgabe ganz in Ordnung. Professor Dumbledore's Bruder übernahm abwechselnd einige der Fächer. Professorin Mcgonagall leitete inzwischen die Schule. Es herrschte wieder Harmonie und Frieden, wie vor einigen Jahren. Neue Freundschaften wurden geknüpft und alte wieder auf erlebt. Der Kampf zwischen den Häusern dagegen war zwar noch nicht vollends beendet, aber man spürte sichtbar Verbesserungen. Es war perfekt, nach so langer Zeit einfach perfekt auf seine ganz eigene Art.
Mein Unterricht war zu Ende. Und so lief hinaus. Eigentlich war ich mit Hermine verabredet, doch sie hatte noch eine ganze Stunde Unterricht im Thema Zaubertränke- Obwohl sie die beste in diesem Fach war und eigentlich alles wusste, ließ sie trotzdem keine Stunde ausfallen. Es war typisch für sie, dass dachte ich mir jedes mal aufs Neue, grinsend. Auch Malfoy war nirgendwo zu sehen, vermutlich war er gerade mit Blaise auf dem Quiddetchfeld für die bevorstehende Spiele trainieren. Er trat vor einigen Wochen der Mannschaft bei, als Ausgleich seines tristen Schulalltags. Und in einigen Tagen stand das erste Spiel seit langer Zeit an. Zabini und er redeten kaum mehr von etwas anderem.
So steuerte ich auf den Schulhof zu. Als ich nach einer Sitzmöglichkeit Ausschau hielt, sah ich George nachdenklich auf einer Bank sitzen. Ihn nahm die Sache mit Fred total mit, was kein Wunder war. Die beiden waren quasi eins gewesen und nun war seine andere, vermutlich bessere Hälfte einfach so verschwunden und würde nie wieder zurück kehren. Die Schmerzen mussten unvorstellbar gewesen sein.
Ich beschloss, mich zu ihm zu setzen. Ich wusste wie es ihm ging, wie leer die Welt gerade für ihn schien, wie sehr er sich vermutlich wünschte, dass das Alles nicht passiert wäre. Zudem wusste ich wie es war, wenn man jemanden verlor der einem ziemlich wichtig war. Mittlerweile wussten das wohl alle in Hogwarts, nach den ganzen Vorkommnissen. Ich wollte ihn einfach nicht alleine damit lassen und ihm zur Seite stehen, so gut ich es konnte.
„Hey, George." Ich stellte mich direkt vor ihn.
Mit meiner Begrüßung schien ich ihn offensichtlich aus seinen Gedanken gerissen zu haben, denn er sah ziemlich irritiert zu mir nach oben.
„Hey, D/N" Stammelte er, etwas überrumpelt.
„Darf ich mich setzten?"
„Klar." Wie zur Bestätigung nahm er seine Tasche von der Bank um den Platz neben sich frei zumachen. Somit ließ ich mich neben ihm nieder; „Wie geht es dir?"
„Den Umständen entsprechend" er sah wieder zu Boden „Aber wie geht es dir?"
„Nicht anders als die, denke ich. Dich nimmt das Ganze immer noch ziemlich mit, nicht wahr?"
Er nickte, blieb jedoch still. Es kam mir so vor, als würde er jeden Moment in Tränen ausbrechen. Und als er nichts weiter sagte, gab ich mir große Mühe das Gespräch am Laufen zu halten, ihm beizustehen;
„Mir auch. Es scheint immer noch so surreal, dass sie nicht mehr hier sind und wie sie alle nie wieder sehen werden. Aber weißt du was? Sie alle, Fred, Remus, Snape, sind hier drin." Vorsichtig legte ich meine Hand auf seine Brust, direkt bei seinem Herz. Erschrocken sah er mich an und wurde ein wenig rot. Mein Blick blieb einige Sekunden in seinem hängen. Dann löste ich meine Hand wieder von ihm. Es trat eine unangenehme Stille ein. Es war komisch.
„D/N" stammelte er plötzlich.
„Du willst mir doch wohl nicht meine Freundin ausspannen, oder Weasley?" Draco kam auf uns zu und grinste, leicht spöttisch. Da war sie wieder- Die Eifersucht. Diese unkontrollierbare Eifersucht.
Ironisch verdrehte die Augen; „Sehr lustig Malfoy." Dann wandte ich mich wieder an George; „Ich gehe dann besser mal. Aber wenn irgendetwas sein sollte, du weißt wo du mich findest." Ein letztes mal lächelte ihn noch an, stand dann auf und ging zu Draco hinüber. „Wo warst du?" Fragte ich ihn, bevor er mich irgendetwas anderes fragen konnte.
„Beim Training mit Blaise. Wieso? Hast du mich etwa vermisst, Prinzessin?"
„Gut möglich. Komm jetzt. Ich hole Hermine gleich vom Unterricht ab."
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Draco Malfoy- Der Junge der mich mehr liebte, als er zugab
RomanceWie weit wirst du für deine Liebe gehen..
