Draco zog sich seinen Pullunder über den Kopf und warf ihn schwungvoll beiseite. Er beugte sich über das Waschbecken, wusch sich sein Gesicht ein wenig ab und fing an zu weinen, wie ich es noch nie von ihm gehört hatte. Es zerriss mir mein Herz in tausend Teile. Ich wollte auf ihn zugehen, ihn in den Arm nehmen, ihn küssen und ihm sagen, dass ich an seiner Seite war und es immer bleiben würde. Aber Potter stand nur wenige Meter von ihm entfernt. Das Ganze musste also warten. Wohl oder übel.
„Ich weiß was du gemacht hast, Malfoy!"
Draco sah einen Moment lang in den Spiegel. Als er Harry darin erblickt hatte drehte er sich um. Man konnte ihm deutlich ansehen, dass er nicht damit gerechnet hatte. Dass er überrumpelt war.
Potter fuhr fort „Du hast sie verhext, nicht?"
Malfoy zog seinen Zauberstab und griff Harry an, ohne vermutlich groß darüber nachgedacht zu haben. Es schien mir, als wäre er nicht er selbst gewesen. Ich wollte dazwischen gehen doch wusste, dass es elementar wichtig für den Plan gewesen war.
Harry musste denken, dass er böse war. Und wenn Malfoy es unter diesen Umständen erreichen wollte, dann musste ich ihm vertrauen. Falls der dunkle Lord Potter's Gedanken kontrollieren würde, wäre er sich noch sicherer als zuvor gewesen. Alles was ich jetzt tun konnte war beten, das niemand ernsthaft verletzt werden würde, mehr nicht.
Potter verteidigte sich und schoss zurück. Zu meinem Glück wich Draco aus. Doch der Spiegel samt Waschbecken ging zu Bruch. Wasser spritze auf den Boden. Ein weiterer Schuss. Draco rannte hinter die Toilettenkabinen. Harry machte es ihm auf der anderen Seite gleich. Eine Zeit lang blieb es still- totenstill. Ich erkannte, dass die beiden zur selben Zeit unter den Kabinen hindurch sahen. Malfoy schoß erneut und es kam mir so vor, als würde er Potter absichtlich verfehlen. Tat er das? Ein weiteres Waschbecken ging klirrend zu Bruch. Mein Freund lief eilig um die Ecke. Dann geschah es-
„Sectum Sempra!" Rief Harry auf einmal.
Secrum Sempra? Wieso kam mir dieser Zauberspruch so bekannt- Oh verdammt! Mir war egal gewesen, was Harry denken würde. Ich sprintet aus meinem Versteck heraus, hinüber zu Draco der, mitten in der kleinen Wasserpfütze die sich inzwischen gebildet hatte, auf dem Boden lag. Blut- überall um ihn herum war rotes Blut gewesen.
„Verdammt! Draco!" Schrie ich und kniete mich zu ihm runter. Er jammerte vor Schmerzen. Das erste mal seit langem fühlte ich mich hilflos ausgeliefert.
„Was ist nicht richtig mit dir Potter?" Schrie ich nun Harry an. Mein Freund griff hilfesuchend nach meiner Hand und drückte sie ein wenig. Tränen liefen über mein Gesicht „Halte durch- Ich- Bitte. Alles wird wieder gut, du musst nur durchhalten."
„Was ist nicht richtig mit dir D/N! Du bist auf der falschen Seite!" Brüllte Potter ohrenbetäubend zurück. Es war offensichtlich wie wütend und enttäuscht er von mir gewesen war- Nur leider grundlos, da er von nichts einen Plan gehabt hatte.
„Du hast doch keine Ahnung was du da überhaupt redest, Harry!" Ich war verzweifelt gewesen- Mehr als das. Wut stieg in mir auf, doch die Hilflosigkeit überrannte sie. Die Hilflosigkeit, meinem Freund nicht helfen zu können. In dem Moment kam Snape zu uns angelaufen. Als er Malfoy am Boden liegen sah, blickte er für einen Moment fassungslos zu Harry. Dieser verschwand augenblicklich. Dann beugte unser Professor sich über uns beide.
„Machen sie etwas! Irgendetwas!" Schrie ich ihn an. Panik stieg in mir auf. Mein Herz raste. Die gesamte Zeit über ließ ich Dracos Hand nicht los- Er musste spüren, dass ich da war. Er brauchte mich in diesem Moment mehr, als jemals zuvor. Auf eimal fing Snape an, seinen Zauberstab über unseren Köpfen zu schwingen „Vulnera Sanentur" flüsterte er nebenbei und wiederholte es ein einige Male.
Das Blut floss zurück in Draco's Wunden, bis auf den aller letzten Tropfen Blut. Erleichterung machte sich in mir breit. So viel, dass ich anfing zu weinen. Weinen, weil mein Adrenalin aus mir heraus wollte. Weil all das zu viel für mich gewesen war. Doch auch wenn sein Blut wieder in seinem Körper war, er regte sich nicht. Und so brachten wir ihn eilig in den Krankenflügel.
„Morgen sollte der Junge wieder Topfit sein" Mrs Pomfrey sah mich aufmunternd an.
„Danke" stammelte ich kraftlos „Auch Ihnen, Professor" wandte ich das Wort nun an Snape, der mit im Raum stand und die ganze Zeit nicht von unserer Seite gewichen war. Es war besser so.
„Sagen Sie mir bescheid, wenn es Komplikationen jeglicher Art geben sollte. Andernfalls mache ich mich nun auf den Weg zu Professor Dumbledore. Er hat um ein Gespräch mit mir gebeten."
Ich nickte und stellte meine Tasche ab, die ich mit in den Krankenflügel gebracht hatte. Mein Plan bestand daraus, die ganze Zeit vor Ort zu bleiben und nicht von Draco's Seite zu weichen. Professor Snape drehte sich noch einmal zu mir um „Der Junge kann sich glücklich schätzen, dass er Sie an seiner Seite wissen darf." Dann verließ er den Raum.
Die Nacht brach an. Draco schlief seit einigen Stunden ununterbrochen. Hermine war kurz vorbei gekommen und hatte mir erzählt, dass ihr das ganze furchtbar leid tun würde. Es gab aber auch positive Nachrichten, die sie mir unbedingt mitteilen wollte;
Harry war endlich an die Erinnerung von Slughorn gekommen, durch Felix Felicies und hatte rausgefunden, dass es ganze sieben Horkruxe gab.
„Sieben Horkruxe, dass bedeutet sieben-"
„Sieben Morde" unterbrach Granger mich und ich schluckte schwer. Sie erzählte mir, dass sie sich mehr darüber informieren wollte und so lief sie in die Bibliothek nachdem sie sich von mir verabschiedet und meinem Freund die besten Genesungswünsche ausgesprochen hatte. Dann setzte ich mich wieder zu Draco ins Bett. Ein paar weiter Stunden vergingen und so sehr ich es auch wollte, ich konnte einfach nicht einschlafen. Gedanken wanderten durch meinen Kopf. Gedanken daran, was ich getan hätte wenn Snape nicht zur Hilfe gekommen wäre. Gedanken darüber wie schlimm es sich angefühlt hatte, so hilflos zu sein.
Auf einmal fing er an sich zu bewegen. Meine Finger strichen vorsichtig über seinen Kopf. Mein Blick lag ununterbrochen auf ihm. Langsam öffnete er seine Augen. Und as er mich sah, lächelte er schwach.
„Hey. Wie geht es dir ?" Fragte ich leise.
„Jetzt wo ich dich sehe, sehr gut. Seit wann bist du hier, Prinzessin?" Langsam setzte er sich auf.
„Schon die ganze Zeit lang. Ich bin nicht eine einzige Sekunde von deiner Seite gewichen."
Sein Lächeln wurde noch breiter „Ich liebe dich."
„Ich liebe dich auch" wisperte ich „Draco. War das Ganze Teil deines Plan's gewesen?" Langsam nickte er als Antwort. „Aber dir ist schon bewusst, dass du dabei hättest sterben können, richtig?"
„Ich wusste nicht, das Potter so stark ist" grummelte er und seine Laune verdüsterte sich sichtlich- Etwas was er offenbar ungern zugeben wollte.
„Keine Alleingänge mehr, hast du mich verstanden? Das ist einfach zu gefährlich, wie du siehst."
Erneut nickte er. Schwungvoll stand ich auf und stellte mich vor ihn. Fragend sah er hinauf zu mir.
„Soll ich dir etwas holen? Brauchst du irgendetwas? Etwas zu trinken, etwas zu essen, ein Buch?"
Ein Grinsen spielte auf seinen Lippen „Ich weiß ganz genau, was ich jetzt brauche."
„Und was wäre das?"
Draco's Grinsen wurde breiter „Dich, genau jetzt!"
Mit diesen Worten zog er mich an sich und küsste mich. Und ich? Ich setzte mich auf seinen Schoß. Er nahm mich an der Hüfte und drehte mich um, dann stützte er sich über mich ab, öffnete seine Hose und hob meinen Rock an- Offensichtlich hatte er es ziemlich eilig gehabt.
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Draco Malfoy- Der Junge der mich mehr liebte, als er zugab
Storie d'AmoreWie weit wirst du für deine Liebe gehen..
