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Ihre Schultern hoben und senkten sich gleichmäßig und die kühle, winterliche Luft drang durch ihre Lungen, als ihr rechter Fuß die Schwelle zum Tor übertrat. Mit weit geöffnetem Mund, tat sie einen Schritt vor den anderen und begutachte mit Argusaugen jeden Zentimeter der alten Gemäuer und wurde dabei genauso interessiert, von vereinzelten Wandgemälden beobachtet. Das Geräusch Ihrer Schritte hallte meterweit durch den Flur und warf ein beruhigendes Echo zurück. Noch vor wenigen Jahren hätte die junge, blonde Frau, sich nicht im Traum vorstellen können, einmal Professorin an einer Schule zu werden, geschweige denn in Großbritannien, aber vor allem nicht in Hogwarts. Das Leder ihres schweren Koffers, schnitt in ihre zierlichen Hände und hinterließ rote Striemen, die mit jedem Schritt immer mehr brannten. Seufzend stellte sie den alten Koffer vorsichtig auf den Boden und rieb sich mit Schmerzverzerrtem Gesicht über die strapazierten Fingergelenke.

"Tragen Sie etwa Backsteine mit sich herum?"

Sie lies von ihren Fingern ab und blickte in das freundlich dreinblickende Gesicht eines alten Mannes, mit einem ausgesprochen langen Bart, wie sie beeindruckt feststellen musste. Es war nicht die Art von Bart, die ungepflegt aussah, denn sein Bart sah seidig glänzend aus und hing ordentlich mit Perlen zusammen gebunden von seinem Kinn.

"So fühlt es sich jedenfalls an.", nuschelte Sie, öffnete und schloss ein paar mal ihre Faust und biss sich dann schnell auf die Zunge.

"Verzeihen Sie bitte, Sir! Mein Name ist Maisie Thompson."

Lächelnd reichte sie Ihm die Hand und bereute diese Entscheidung in dem Augenblick, als er ihr einen ordentlichen Händedruck verpasste und sie kurz scharf die Luft einzog.
Er blickte über seine Halbmondförmige Brille, zückte im nächsten Moment seinen Zauberstab, ohne ihre Hand dabei loszulassen und mit einer kurzen Bewegung spürte sie bereits, wie sich der Schmerz in Luft auflöste.

"Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore!"

Er verbeugte sich leicht und nachdem sie noch immer recht entzückt ihre Hand in alle Richtungen drehte, blickte Sie ihn überrascht an.

"Dann haben Sie mich also eingeladen."

Mit flinken Fingern fummelte der Blondschopf ein Pergament aus der Manteltasche und warf prüfend einen Blick auf die Signatur und blickte dann über den Rand des Papiers zurück zu dem bärtigen Mann.

"Folgen Sie mir doch bitte, dann zeige ich Ihnen gerne Ihr Büro, mit angrenzenden Privaträumen."

Dankbar nickte Sie ihm zu, griff nach Ihrem Koffer, doch Dumbledore winkte mit flatternden Ärmeln seiner Robe ab und schnippte mit zwei Fingern. Der Koffer war verschwunden und stolz marschierte er ohne Vorwarnung los, drehte sich um, als er bemerkte das Sie ihm nicht folgte und beschämt setzte Sie sich schließlich doch endlich in Bewegung.
Er pfiff vergnügt vor sich hin, grüßte ausnahmslos jeden Schüler, jeden Geist und jedes Gemälde, welches Ihren Weg kreuzte und während Sie nach endlosen Fluren und verwirrenden Treppen endlich am Ziel angekommen waren, dachte Maisie, sie hätte den Verstand verloren, denn jeder Stein in diesem Schloss, schien gleich auszusehen.

"Sie werden sich schnell daran gewöhnen, Liebes."

Erschrocken blickte Sie ihn an.

"Können Sie etwa auch Gedanken lesen, Professor Dumbledore?"

Er schmunzelte.

"Wer weiß das schon."

Er zwinkerte ihr zu und ein Lächeln huschte über ihr blasses Gesicht.

"Aber bitte nennen Sie mich doch Albus, meine Liebe! Hier in Hogwarts sind wir wie eine große Familie."

Das Herz blieb ihr bei dem Wort für einen Moment in der Brust stehen, doch es blieb keine Zeit weiter darüber nachzudenken, denn er hatte die elegant verzierte Holztür bereits geöffnet und bedeutete ihr mit einer leichten Verbeugung, einzutreten.

"Sie haben natürlich freie Hand was die Gestaltung angeht."

Er musste sich ducken um durch den steinernen Türrahmen zu gelangen, währenddessen Sie genau die richtige Größe zu scheinen hatte. Der Raum war äußerst geräumig, wenn auch etwas karg eingerichtet, denn bis auf einen massiven Schreibtisch mit passenden Stuhl und einem Kamin, war er leer. Ihr Blick flog durch den Raum und blieb an dem riesigen Fenster hängen, welches einen herrlichen Blick auf den See bot. Maisie riss sich von dem fesselnden Anblick los und folgte nun wieder Albus, der bereits die nächste Tür geöffnet hatte und auf Sie zu warten schien.

"Das wäre Ihr Wohnbereich mit angrenzendem Schlafraum."

Interessiert warf Sie einen Blick an ihm vorbei in den Raum und nickte leicht mit dem Kopf.

"Ich werde Sie jetzt in Ruhe auspacken lassen. In zwei Stunden beginnt das Mittagessen in der großen Halle. Ich würde mich freuen Sie dort begrüßen zu dürfen."

Er wandte sich lächelnd ab, legte ihr kurz die Hand auf die Schulter und verließ erneut fröhlich pfeifend die Räumlichkeiten.

Better in Black  ( Part 1 )Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt