"Maisie Thompson.", nuschelte das zierliche Mädchen mit vollem Mund und streckte dem griesgrämig dreinblickenden Fremden ihre blasse Hand entgegen. "Professor Snape.", knurrte die düstere Gestalt in einem tiefen Bariton , jedoch ohne ihre dargeboten...
,,Wir haben damals Jahrelang versucht ein Baby zu bekommen, doch es war vergebens. Als Sie jedoch erfuhr, dass Lucinda Schwanger war, wurde Ihr Wunsch nach einem Kind so unglaublich groß, dass Ihr jedes Mittel Recht war."
Er stockte kurz und Sie konnte spüren, dass es Ihn schmerzte.
,,Kurz davor erfuhren wir, dass ich nicht in der Lage war, ein Kind zu zeugen, doch eine Trennung kam für Sie nicht in Frage. Sie hätte alles verloren. Das Haus, Ihren Status und all das Geld. Doch Sie wollte unbedingt ein Kind."
Sienna entschied sich nun doch dafür, sich auf den Stuhl zu setzten.
,,Lucindas Mann verstarb während Ihrer Schwangerschaft während eines Kampfes im Ministerium."
Sie hatte nie erfahren, was mit Lucy's Vater geschehen war, doch damit hatte Sie nicht gerechnet.
,,Da ich Ich Ihr nicht geben konnte was Sie wollte, suchte Sie sich jemanden, der es konnte. Einen Halbblüter. Doch das erfuhr Sie erst, als schon feststand, das Sie tatsächlich schwanger war und Sie war außer sich, denn er versicherte Ihr, von reinem Blut zu sein."
Fassungslos schüttelte Sienna mit dem Kopf.
,,Du kannst dir vorstellen was passiert wäre, wenn jemals jemand erfahren hätte, dass Ihr Kind kein Reinblut ist. Sie hätte Ihr Ansehen verloren."
Sienna spürte einen Druck in der Magengegend, denn Sie ahnte, auf was er hinaus wollte.
,,Nun wo beide Frauen schwanger waren, verbrachten Sie viel Zeit miteinander, tranken Tee. Kurz vor der Geburt von Lucindas Baby, ging es Ihr Plötzlich immer schlechter, doch niemand konnte feststellen, was Ihr fehlte. Als es so weit war, lag Sie bereits schwer krank im Bett und es war ein Wunder, dass Ihr Kind gesund auf die Welt kam. Für Lucinda jedoch, war es zu spät."
Sienna zitterte am ganzen Körper, denn auch wenn er es nicht ausgesprochen hatte, spürte Sie, das der tragische Tod kein Zufall gewesen sein konnte.
,,Wir beschlossen, das Baby bei uns aufzunehmen, solange keine lebenden Angehörigen gefunden wurden."
Er schob Ihr ein weiteres Foto entgegen.
Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.
,,Der rechte war der Mann von Lucinda, daneben sein Bruder Jonathon."
,,Lucy's Onkel Jonathon?"
Er nickte.
,,Nur 2 Monate später, bekam auch Josephine, Deine...Mutter... , Ihr Kind. Ebenfalls ein hübsches, kleines Mädchen. Es dauerte einige Wochen, doch unerwartet stand Jonathan vor unserer Tür, der nur durch einen Freund in der Stadt, von dem tragischen Tod seiner Schwägerin erfuhr und das Ihr Baby überlebt hatte."
Sienna schluckte schwer.
,,Er wollte für seine Nichte sorgen. Das Erbe seines Bruders fortführen und in deren Haus nebenan ziehen. Wir baten Ihn herein, damit er das Kind mitnehmen konnte und er Verließ das Haus auch mit einem Baby im Arm. Aber..."
,,.. mit dem falschen.", flüsterte Sienna und bekam nur ein Nicken als Antwort.
,,Sie hatte Angst, es würde herauskommen, dass Ihr Baby ein Halbblut war und da Lucinda und Ihr Mann von reinem Blut waren, sah Sie in dem Baby Ihre einzige Chance, Ihren Ruf zu retten. Das einzige Problem war die Genetik. In unserer Familie gab es nie blonde Kinder, doch dann war da das Baby, welches vor blonden Haaren nur so strotzte. Von dem Tag an, lief Josephine nur noch mit magisch veränderten Haaren herum und niemand hatte jemals etwas gemerkt."
Sienna konnte kaum realisieren, was er gerade erzählt hatte.
,,Das heißt du..."
,,...ich bin nicht dein Vater.", vollendete er Ihren Satz.
,,Deine Eltern sind bereits dein Leben lang tot."
,,Hat Sie etwas damit zu tun?"
Stille.
,,Sag es mir. Das bist du mir schuldig."
Er seufzte.
,,Es war der Tee. Monatelang und ganz langsam."
Sienna hatte nun genug gehört.
,,Lucy hat es herausgefunden. Ist es nicht so?"
,,Sie hat die Unterlagen entdeckt, als Sie einmal bei uns übernachtet hat. Da war Sie zwölf. Sie hat uns angeschrien, dass Ihr dieses Privilegierte Leben zustehen würde und nicht dir. Josephine hatte Schuldgefühle, immerhin war Sie Ihre Tochter und mittlerweile kümmerte sich keiner mehr darum, welchen Blutstatus man hatte. Also wollte Sie die Kinder einfach wieder umtauschen."
Dicke Tränen kullerten Ihre Wangen hinunter.
,,Doch das ging natürlich nicht, also haben Sie einen Plan geschmiedet. Sie wollten dich loswerden und das ganze Schmierentheater endete, als ich dich in die Kutsche gesteckt habe."
Sienna wischte sich über die Augen, drehte sich herum und lief zur Tür.
,,Ich danke dir, für deine Ehrlichkeit."
Sie betrat den Flur.
,,Sienna bitte, Du warst immer meine Tochter und hätte ich dich nicht in die Kutsche gesteckt, hättest du in dieser Hütte gelegen! Ich kann doch mein Kind nicht sterben lassen!"
Sie warf einen letzen Blick zurück.
,,Ich lebe noch, doch mein bester Freund ist tot."
,,Wenn ich dir helfen kann dann..."
Sie stockte.
,,Ich brauche Haare von Ihr, irgendwas mit Ihrer DNA."
Er schien zu verstehen was Sie vorhatte, denn er verließ eilig das Zimmer und kam wenige Augenblicke mit einem Stofftaschentuch zurück, auf dem sich ein Blutfleck gesammelt hatte.
,,Habe ich aufgehoben. Für alle Fälle."
Sie griff danach, steckte es in Ihren Umhang und blickte Ihn an.
,,Du solltest gehen, Josephine könnte jeden Moment zurückkommen."
Sie nickte ihm zu.
,,Ich danke dir."
Ohne ein weiteres Wort eilte Sie die Treppe hinunter, aus der Haustür hinaus und befand sich schließlich wieder vor der Holzhütte.