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Balancierend, setzte Sie jeweils abwechselnd die Rechte Hacke vor ihre linke Fußspitze und dann die linke Hacke vor die rechte Fußspitze. Die grauen Vorhänge konnten einen gewaltig den Tag vermiesen und die fleißigen, achtbeinigen Geschöpfe blickten Sie aus ihren majestätischen Netzten heraus an, welche sich durch jede Ecke zogen.
Mit einer Hand schob Sie einige davon beiseite und fuchtelte dann mit der selbigen in der Luft herum, um die klebrigen Fäden wieder los zu werden. Aufgescheucht von dieser Aktion, krabbelten die Spinnen eilig hinter die alten Schränke und blieben dort im sicheren Schatten verschwunden.

Maisie seufzte laut auf und schob die hinterste Tür einen Spalt auf, um einen Blick auf das große Himmelbett zu erhaschen, welches sich mitten im Raum erstreckte. Kräftig Klopfte Sie auf die Matratze und ließ sich schließlich auf den Rand plumpsen und wurde dabei von der alten Federung ordentlich durchgeschüttelt. Ihr Oberkörper senkte sich nun komplett ab und sie blickte auf die hübsch verzierte Decke, welche von aufgemalten Efeu geschmückt wurde.

Ihre Hände glitten über die Bettwäsche und stießen am Kopfende an etwas kaltes und festes. Ihr Kopf lehnte sich in Richtung der Finger und erblickten den alten, ledrigen Koffer, welchen Sie noch vor wenigen Minuten, mitten im Flur hatte stehen lassen müssen. Mit einem Ächzen stemmte sich die junge Hexe auf ihre Handgelenke und bemühte sich, wieder auf beiden Beinen zu kommen, denn die lange Anreise hatte Sie bereits jetzt schon müde gemacht. Mit flinken Handbewegungen machte Sie sich an den Schnallen des Gepäckstücks zu schaffen und schwungvoll öffnete es sich und offenbarte den Blick in sein Inneres.

*

Nachdem Sie Mühe hatte, den Kleiderschrank vom hartnäckigen Staub zu befreien, warf sie ihren Putzlappen in die Ecke und began, ihre wenigen Kleidungsstücke in die Fächer einzusortieren, oder auf die Bügel zu hängen, möglichst darauf bedacht, keine Falten zu hinterlassen. Ein Lächeln huschte über Ihre Lippen, denn als Kind war sie genau das Gegenteil von Ordentlich gewesen. Alles flog in irgendwelche Ecken und Ihre Blusen hatten mehr Falten gehabt, als das Gesicht ihrer Oma, zu Ihren Lebzeiten.

Ihre Finger glitten über die Blusen, die nun fein säuberlich aufgereiht waren, zog die dunkelgrüne von ihrem Bügel und legte sie zu der schwarzen Hose, die bereits den Weg auf das Bett gefunden hatte. Grün erinnerte Sie an ihre alte Schule, denn dort war sie zu Ihrer eigenen Schulzeit im Haus der ,,gehörnten Schlange" gewesen.

Das Haus wurde oft als Repräsentant des Verstandes einer Hexe oder eines Zauberers betrachtet. Es wurde auch gesagt, dass Gelehrte dieses Hauses bevorzugt wurden, doch wenn es so gewesen sein sollte, hatte Maisie nicht das Vergnügen gehabt, diesen Vorteil genießen zu dürfen, denn Sie hatte sich alles hart und fair erkämpfen müssen.
Ihre Erinnerungen schweiften immer weiter ab und als Sie erst wenige Minuten später im hier und jetzt zurückgekehrt zu seien schien, erschrak Sie, als ihr der Blick auf die Uhr verriet, das Sie schon fast zu spät zum Mittagessen gekommen war.
Hastig schlüpfte Maisie aus ihrer Kleidung und Streifte sich die frische Hose über die Beine, während Sie gleichzeitig die Ärmel durch die Bluse schob und die Knöpfe schloss, während Sie schon fast aus der Tür herausgestürmt war und nach einer gefühlten Ewigkeit den richtigen Weg zur großen Halle gefunden hatte.

Better in Black  ( Part 1 )Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt