(Huanitas Sicht)
Die ganze Nacht lang hatte er vor sich hingemurmelt, Fotos und Videos von ihr angesehen und mich völlig ignoriert. Er war nicht direkt wütend oder aufbrausend, er schien einfach in Gedanken versunken zu sein, und egal, was ich auch tat, es konnte ihn nicht aus seiner Starre bewegen. Er sprach keine einziges Mal mit mir, und schließlich gab ich es auf, mit ihm reden zu wollen.
Ich legte mich ins Schlafzimmer auf das Bett, denn ich war mir sicher, dass er heute nichts mehr von mir verlangen würde, dazu war sein Kopf zu weit weg von allem hier. Als der Morgen hereinbrach, kam es mir mehr und mehr vor, als würde er über etwas brüten, einen Plan aushecken, der mir ganz und gar nicht gefallen würde und der sehr viel verändern würde. Hin und wieder sah ich durch die geöffnete Tür in das Arbeitszimmer und jedes Mal saß er am selben Platz und ich fragte mich, ob er wohl einstauben würde, wenn er die nächsten Tage so verbringen würde.
Doch dazu kam es gar nicht, denn in der nächsten Minute schoss sein Kopf nach oben und ich setzte mich schockiert auf. Sofort fragte ich mich, ob ihm jetzt alles wieder einfallen würde, was ich in den letzten Stunden zu ihm gesagt hatte, ob er wütend auf mich war und ob er mich wieder bestrafen würde. Seine Starre hatte ich mir natürlich zu Nutze gemacht, denn irgendwohin musste der angestaute Ärger doch, den er mir verbot, in seiner Gegenwart zu zeigen. Sobald er auch nur einen Blick auf mich richtete, wirkte seine Fähigkeit und ich konnte gar nichts mehr, außer ihm hörig zu sein und zu tun, was immer er verlangte. Ich hatte ihm so vieles an den Kopf geworfen, was mich störte, seine Veränderung, seine Sturheit, seine Gier und die verrückten Pläne, die er ausheckte und mit denen er das Leben so vieler unschuldiger Wesen zerstören würde, nur um sich zu seinem eigenen kranken Glück zu verhelfen.
Entgegen meiner Annahme schnappte er sich nur sein Mobiltelefon, das noch immer in seiner Jacke auf dem Boden lag und drückte eine der Kurzwahltasten darauf. Auch von meiner Position auf dem Bett aus konnte ich sehen, welche Nummer es war und wen er zu erreichen versuchte und schauderte, als meine Vermutungen sich bestätigten. Er hatte etwas vor und es würde ganz und gar nichts gutes sein.
„In zehn Minuten vor meiner Tür.", kläffte er in den Hörer und legte dann gleich wieder auf, Dann stand er auf und kam auf mich zu, doch sobald er im Raum war, wandte er sich dem Foto von ihr zu, welches an der Wand angebracht war. Er stand lange davor, bevor er mit mir sprach und selbst dann hatte er noch die Augen darauf gerichtet.
„Zieh dir etwas Robustes an und suche meine Sachen heraus.", sagte er leise und es klang schon fast liebenswürdig. Ich stand auf und nickte, als ich zum Kleiderschrank ging.
„Natürlich.", murmelte ich und er drehte sich zu mir herum und lächelte so liebevoll, dass meine Augen sich weiteten. Für einen kurzen Moment sah ich einfach nur den jungen Mann vor mir, den ich einmal so geliebt hatte, doch dann zerstörte er alles, als er den Mund öffnete.
„Heute werden sich meine Träume endlich erfüllen, Nita.", sagte er und nannte mich bei dem Kosenamen, den er mir gegeben hatte. Für einen Moment nur ließ ich die wundervollen und glücklichen Erinnerungen an die Nacht meinen Kopf strömen, in der er mir diesen Namen gegeben hatte. Es war die Nacht, in der wir uns kennen gelernt hatten und seine Sprachkenntnisse waren so furchtbar schlecht, dass er nicht einmal meinen Namen richtig hatte aussprechen können. Und doch war es charmant, wie er versucht hatte, für uns Getränke zu bestellen und mir gleich darauf den Kosenamen gegeben hatte, als dieses Vorhaben fehlschlug, als ich ihm erklären musste, dass er eben über die Großmutter des Kellners gesprochen hatte.
So schöne Erinnerungen.
Ich machte einen Schritt auf ihn zu und konnte das Lächeln nicht unterdrücken, das sich bei seinem Anblick auf meinem Gesicht ausbreitete. Es war ein hoffnungsvolles Lächeln, denn ich hatte endlich die Aussicht auf eine Besserung bei ihm.
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Biss - die nächste Generation
FanfictionIn dieser Geschichte geht es um Renesmee und Jacob. Nessie ist mittlerweile schon fast Erwachsen. Früher war Jake für sie wie ein Bruder und ein bester Freund. Doch mittlerweile Empfindet sie doch mehr als nur brüderliche liebe für ihn. Wenn ihr...
