16.) ein Ausflug mit Folgen 2

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Jakes Sicht

Eigentlich hatte ich es nie wirklich geglaubt, wenn die Leute erzählten, schlimme Dinge, wie zum Beispiel Unfälle, würden in Zeitlupe passieren.
Auch Emily hatte mir das einmal erzählt. Als Sam sie in Wolfgestalt angegriffen hatte, hatte sie alles viel langsamer erlebt und bis heute noch so in Erinnerung. Sie hatte seine großen Pfoten ganz deutlich erkennen können, mit den langen Klauen daran, die immer näher kamen und schließlich auf ihr Gesicht trafen.
Nicht, dass ich ihr nicht glaubte, dass sie das alles gesehen hatte. Es war nur einfach eine so unwirkliche Vorstellung für mich.

Doch genauso eine unwirkliche Vorstellung war es für mich, dass Nessie mich angreifen könnte, doch in der Sekunde, als sie auf mich zusprang, zweifelte ich nicht mehr daran.
Obwohl ich nicht bewusst nach unten sah, bemerkte ich, wie das Messer mit einen dumpfen laut ins Gras fiel. Als ich abwehrend meine Hände hob, trafen sie im selben Moment gegen Renesmees Schultern und ich sah nichts mehr, außer ihren tiefen, glühenden Augen.
Ich konnte mich nicht rühren.
Obwohl sie so ein Fliegengewicht war, wurde ich von ihr zu Boden gedrückt. Sie neigte den Kopf zur Seite und für einen Moment verlor ich mich im Glitzern der Sonne in ihrem Haar.

Das nächste, was ich sah, war, wie sie über die Lichtung bis in den Wald hinein geschleudert wurde. Ich war wieder auf den Beinen - nein, auf den Pfoten. Ich hatte mich verwandelt und sie von mir geworfen, bevor sie mich beißen konnte.
Nachdem der erste Schock vorüber war, folgte ich der Schneise, die sie in das Dickicht der Bäume geschlagen hatte, bis zu einem Felsen. Ich sah sie darunter liegen, blutverschmiert, und konnte ein lautes Heulen nicht unterdrücken.

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Renesmees Sicht

Nach dem Geräusch des fallenden Baumes und meines Knurrens war das erste, was ich wieder bewusst bemerkte, ein ganz eigenartiger Laut. Eine Art Rauschen gemischt mit einem stetigen Knirschen und Krachen.
Ich spürte ein merkwürdiges Kribbeln am ganzen Körper und endlich konnte ich wieder klar sehen. Ich flog mit dem Rücken voran durch den Wald.
Bevor ich auch nur einen Finger rühren konnte, wurde ich von etwas hartem gebremst. Danach wurde alles ganz langsam schwarz, so, als würde ein Tuch über mich gelegt und es war so schwer, dass ich nicht mehr atmen konnte.

Als ich wieder zu mir kam, hörte ich als erstes ein lautes Schnaufen neben mir, ähnlich dem Hecheln eines Hundes. Ich schlug überrascht die Augen auf, sah aber nur meine Hand, die vor mir lag, und braun. Alles um mich herum schien braun.
Verwundert grub ich meine Finger in die Oberfläche, auf der ich lag. Es war Erde, wie ich träge feststellte.
Dann sah ich eine große Pfote vor mir und wusste wieder, wo ich war. Ich hob den Blick und Jake stupste mich vorsichtig mit der Nase an.
Als mir wieder bewusst wurde, was ich getan hatte, stiegen mir die Tränen in die Augen und ich legte meinen Kopf wieder auf die Erde und schluchzte.
Ich hörte Jacob leise winseln, als er sich neben mich legte, doch ich sah nicht auf. Die Verzweiflung und die Scham über meine Tat schüttelten mich, bis die Sonne unterging, doch schon nach ein paar Minuten war Jake wieder auf die Beine gesprungen und nervös um mich herumgelaufen. Hin und her stapfte er und winselte die ganze Zeit.

Er machte mich damit selbst ganz nervös. Ich wusste nicht, warum er das tat und eigentlich wollte ich es auch nicht wissen. Langsam streckte ich meine Hand nach ihm aus. Er beugte sich herunter und ich legte meine Hand auf seinen riesigen Kopf.
>>Es tut mir so schrecklich leid, Jake.<<, sagte ich ihm, dann wurde ich wieder von einem Weinkrampf geschüttelt.
Ich schluchzte und schniefte eine ganze Zeit lang vor mich hin. Dann aber erschrak ich mich fürchterlich, als Jake auf einmal losheulte. Dabei zuckte ich zusammen und plötzlich durchfuhr meinen ganzen Körper ein so unerträglicher Schmerz, dass ich laut aufschrie.

Der Lärm war ohrenbetäubend und mein Kopf dröhnte. Ich versuchte, mir die Hände auf die Ohren zu legen, doch ich konnte meinen linken Arm nicht bewegen.
„Jacob, hör auf!!", schrie ich schließlich und er hörte mich. Keuchend lag ich am Boden und alles in meinem Kopf wurde von den Schmerzen übertönt, die in meinem Körper wüteten.

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Es dauerte lange, bis der Schmerz endlich nachließ. Ich spürte deutlich, wie sich meine Knochen wieder zusammenfügten, denn anscheinend war ich auf den Fels geschleudert worden und hatte mir mehrere Knochen gebrochen.
Das war nur gerecht. Eigentlich hätte ich doch noch viel mehr verdient.

Ich stöhnte laut auf, als mein Schlüsselbein und mein Brustbein sich wieder in Position rückten. Bis auch dieser Schmerz vorüber war, blieb ich noch ruhig liegen, dann versuchte ich, mich aufzurichten. Schockiert stellte ich fest, dass ich meine Beine nicht mehr spürte.
„Jake? Jake?!", fragte ich panisch und er tauchte wieder vor mir auf, senkte den Kopf und winselte.
„Jake, ich ... meine Beine ....", stotterte ich und versuchte mit aller Macht, mich auf meine Arme zu stützen. Jacob winselte und schob meine Hände vorsichtig wieder weg, sodass ich wieder auf dem Boden lag.
„Ich ... ich kann nicht aufstehen. Hilf mir!", schrie ich panisch und versuchte wieder, mich aufzurichten, doch Jake hielt mich auf..

Plötzlich kam ein starker Wind auf und ich legte den Kopf wieder auf meinen Arm. Dann sah ich meinen Vater und Carlisle, die sich zu mir beugten.
„Renesmee, kannst du mich hören? Wo hast du schmerzen?", fragte Carlisle ruhig.
Ich bemerkte, dass ich schon wieder weinte. „Überall.", schluchzte ich. Dann wurde ich wieder panisch, als mir einfiel, dass ich mich sicher auch an den Beinen verletzt haben mustse, jedoch nichts davon spürte.
„Ich ... ich kann meine Beine nicht spüren. Ich kann nicht aufstehen!", schrie ich und mein Vater sah mir in die Augen und streichelte mir beruhigend über den Kopf.
„Daddy, hilf mir doch!", verlangte ich, vor Angst ganz verrückt und er streichelte langsam meinen Kopf.
„Bleib ganz ruhig, meine Kleine, es wird gleich besser werden.", murmelte er und ich spürte ein Stechen in meinem linken Arm und schrie erschrocken auf.
„Wir müssen sie hier lassen ...", hörte ich meinen Opa Carlisle sagen.

Ich sah wieder zu meinem Dad und eine neue Welle der Panik überkam mich. Wieder senkte sich eine bleierne Schwere über mich und ein dichter Nebel schien sich über meine Umgebung zu legen. Ich wollte etwas sagen, wollte sie bitten, mir zu helfen, doch nicht ein Laut entwich meiner Kehle.
Alles um mich herum wurde schwarz und ich war mit meiner Angst allein.

Biss - die nächste GenerationGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt