Renesmees Sicht
Inzwischen hatte ich mich auf meinem Bett zusammengerollt und starrte aus dem offenen Fenster. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich mühelos die Unterhaltung unten belauschen können, aber mir war nicht danach. Ich wusste, dass mein Vater keine große Sache daraus machen würde, denn er kannte meine und Jakes Gedanken und es würde ihn nicht wundern, wenn wir jetzt ein Paar werden würden. Aber die Reaktion meiner Mutter würde meiner Meinung nach etwas weniger freundlich ausfallen. Sie hatte schließlich all die strengen Regeln aufgestellt, wenn mein Vater auch hundertprozentig dahinter stand. Sie schien also offensichtlich etwas gegen die Verbindung zwischen Jake und mir zu haben.
Seufzend vergrub ich mein Gesicht in einem Kissen, doch dann hörte ich von dem kleinen Balkon vor meinem Fenster ein Geräusch und sah wieder auf.
„Hätte es nicht gereicht, die Tür nur zuzuschlagen?", murmelte Jake, als er über die hölzerne Brüstung kletterte.
„Jake, was tust du denn?! Wenn meine Eltern dich hier finden!", zischte ich und sprang auf.
„Keine Panik, sie wissen, dass ich hier bin.", sagte er und lächelte mich an, als er ins Zimmer kam und die Tür hinter sich schloss.
Ich sah ihn verwirrt an, dann seufzte ich und ließ mich wieder auf mein Bett fallen.
„Das erklärst du mir jetzt.", murmelte ich und schlang die Arme um die Knie.
Er durchquerte mit ein paar großen Schritten den Raum und setzte sich neben mich.
„Da gibt es nicht viel zu erklären. Nachdem du geflüchtet bist, hab ich das ganze deiner Mutter erklärt. Im Großen und Ganzen hatte sie nichts gegen unsere Beziehung, denn eigentlich war das ja von Anfang an klar. Tja und dann - "
„Warte mal „von Anfang an", was soll das heißen?", fragte ich und sah ihn verwirrt an.
„Oh .... Also ...", murmelte er und ich meinte zu erkennen, wie er rot wurde.
„Was?", drängte ich, denn ich wollte nicht, dass er mir etwas verschwieg, vor Jahren schon hatten wir uns geschworen, keine Geheimnisse voreinander zu haben
„Weißt du, es gibt da etwas, dass ich dir noch nicht gesagt habe. Über dich und mich.", begann er, dann atmete er tief durch und blickte auf seine verschränkten Hände.
„In meinem Stamm gibt es eine Legende die besagt, dass wir alle von Wölfen abstammen. Bis ich mich selbst in einen Wolf verwandelte und ein Teil der Legenden wurde, habe ich nie besonders viel darauf gegeben. Doch ab dem Tag meiner ersten Verwandlung hörte ich deutlicher auf die Geschichten. Eine weitere handelt von etwas, dass man „Prägung" nennt.", erklärte er und machte dann eine bedeutungsschwere Pause, in der er mir tief in die Augen blickte. Als er weitersprach, senkten sich seine Lider wieder etwas und ich spürte, wie mein Herz schneller schlug als meine Instinkte mir sagten, dass ich das, was er mir jetzt sagen würde, sicher nicht vergessen würde.
„Es ist in etwa das, was man Liebe auf den ersten Blick nennt und passiert früher oder später allen Werwölfen. Sobald man diese eine Person sieht, für die man bestimmt ist, ist es, als würde von ihr eine Anziehungskraft ausgehen, gegen die man sich nicht wehren kann. Die ganze Welt, jeder Gedanke, dreht sich plötzlich um diese Person. Und ...
für mich bist DU diese Person Nessie.", beendete er seine Erklärung leise und hob den Blick wieder.
Ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte. Erst einmal musste ich die ganzen Informationen verarbeiten, die er mir gerade mitgeteilt hatte. Wieder einmal war ich sehr dankbar, ein Halbvampir zu sein.
Diese Tatsache ermöglichte es mir immer schon, an mehrere Dinge gleichzeitig zu denken oder auch ein ganz bestimmtes Thema sehr schnell zu bearbeiten. Das machte ich mir jetzt zu nutze und konzentrierte mich voll und ganz auf seine Worte.
„Wie lange ist das denn schon so?", wollte ich schließlich wissen und sah ihn nachdenklich an.
„Hm ... das ist schwer zu sagen. Schon, als Bella mit dir Schwanger war, konnte ich sie kaum eine Stunde allein lassen. Es schien mir, als würde sie mich, je größer ihr Bauch wurde, immer mehr anziehen. Aber so richtig passierte es wohl erst am Tag deiner Geburt, als ich dich auf Rosalies Arm zum ersten Mal sah.", sagte er und sah mir liebevoll in die Augen.
Ich starrte ihn ungläubig an.
„A-also natürlich waren es damals nicht die gleichen Gefühle wie heute, das wäre ja irgendwie ...", versuchte er zu erklären, aber ich legte ihm einen Finger auf die Lippen und bedeutete ihm so, zu schweigen. Schließlich wusste ich, dass es nicht dieselben Gefühle waren, denn er hatte ja früher nie versucht, mich zu küssen.
„So lange liebst du mich schon ...", murmelte ich staunend.
Lächelnd nahm er meine erhobene Hand und legte sie auf sein Herz.
„Und ich werde nie aufhören, dich zu lieben.", flüsterte er und küsste mich sanft.
Ich erwiderte seinen Kuss und legte meine andere Hand im selben Moment auf seine Schulter, als er mich näher zu sich zog.
„Warte ...", sagte ich, als seine Lippen fordernder auf meinen lagen.
Sofort löste Jake sich wieder von mir und sah mich fragend an.
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Biss - die nächste Generation
FanfictionIn dieser Geschichte geht es um Renesmee und Jacob. Nessie ist mittlerweile schon fast Erwachsen. Früher war Jake für sie wie ein Bruder und ein bester Freund. Doch mittlerweile Empfindet sie doch mehr als nur brüderliche liebe für ihn. Wenn ihr...
