Kapitel 37 - Fesseln und Schokolade

327 21 1
                                        

„Ich gehe sie jetzt holen."
„Ominis, jetzt lass sie doch einfach in Ruhe auf die Toilette gehen.", sagte Sebastian. „Die Arme."
„Was macht sie denn solange? Es ist schon über eine Stunde her."
„Ja, na und? Wäre das so schlimm? Und es waren höchstens vierzig Minuten, Ominis.", sagte Will.

Jamie beobachtete von seinem Sessel aus, wie Ominis mehrmals versuchte in die Richtung der Tür zu laufen, aber Sebastian und Will hielten ihn jedes Mal dabei auf. Seit dreißig Minuten sah er sich das schon an und konnte nicht aufhören zu grinsen.

Arme Lia

„Ominis, stell dir mal vor, sie will dich zur Toilette begleiten. Sag mal, wann gehst du denn eigentlich, wenn du ständig bei ihr bist?", fragte Sebastian.
„Wenn sie schläft."
„Fesselst du sie dann ans Bett, wenn du gehst damit sie auch im Bett bleibt, wenn du zurück bist?", sagte Will sarkastisch und lachte.

Ominis schwieg und damit hatte er alles gesagt.

„Ominis!", rief Sebastian und schlug ihn am Kopf. „Was haben Anne und ich dir beigebracht? Das kannst du doch nicht machen, ohne ihr Einverständnis!"
„Wer sagt denn, dass sie etwas dagegen hat?"
„JEDER VOLLIDIOT SAGT DAS!", schrie Sebastian, schmiss sich auf ihn und sie landeten raufend auf dem Boden, während Will ihn auslachte.

Für Jamie war dieser Anblick sein Alltag geworden, aber heute hatte er am meisten Spaß dabei zuzusehen, wie Sebastian Ominis menschliche Grundkenntnisse einprügelte. Seitdem Amelia wieder da war, fühlte es sich so an, als wäre eine dunkle Wolke über ihre Gruppe verschwunden und jeder schien mehr zu lächeln oder zu lachen. Jamie war nur froh zu sehen, dass es ihr wieder (halbwegs) gut ging. Auch wenn sie leider einen sehr anhänglichen Ominis nicht mehr los wurde. Wahrscheinlich war das ihr schlimmster Alptraum; es wunderte Jamie nicht im Geringsten, dass die Mädchen ihre Zeit im Bad gelassen haben. Gerade als Will die Beiden wieder auseinander bringen wollte, kamen sie alle Arm-in-Arm durch die Tür zum Raum der Wünsche hinein. Jamie runzelte die Stirn, als er ihre Gesichtsausdrücke entdeckte und ging schnell auf sie zu.

„Alles in Ordnung mit euch?", fragte er und sah in Jennifers verweintes Gesicht.

Unglaublich, dass er bereits ihr verweintes Gesicht kannte, obwohl sie sich nicht mal ein Jahr kannten.

„Ja, alles gut, Jamie.", sagte sie erschöpft.
„Wir hatten nur eine große Heul-Runde, aber uns geht es jetzt besser. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich könnte jetzt einen Schoko-Pudding vertragen.", sagte Poppy.
„Schokolade!", keuchte Amelia.

Jamie lachte und drehte sich wieder um. Und wie zu erwarten, rannte Ominis bereits auf Amelia zu, als er ihre Stimme hörte. Er schob Poppy und Jennifer zur Seite und nahm sie wieder in seine Arme.

„Wieso hast du so lange gebraucht?", fragte Ominis besorgt.
„Ominis, bist du verschwitzt? Du bist so warm!", fragte sie und schob ihn sofort von ihr weg. „Kriege ich meinen Zauberstab wieder? Bitte."

Er gab ihr ihren Zauberstab wieder und Jamie konnte in seinem Gesicht erkennen, dass es ihm nicht gefiel und musste deswegen grinsen.

„Endlich!", sagte sie und nahm ihn gierig.

Sie schwang ihren Zauberstab und es kamen goldene Funken heraus. Sie schmollte und schwieg. Jamie ahnte, was in ihr vorging und sein Lächeln erlosch augenblicklich.

„Was ist, Liebes?", fragte Ominis, weil sie nichts mehr sagte.
„Nichts."

Er wollte sie wieder berühren, aber dann hob sie ihren Zauberstab gegen seine Brust.

Depulso."

Ominis flog wie ein Pfeil rückwärts durch den ganzen Raum und landete in einer Ecke neben ihren Bücherregalen. Plötzlich hoben sich die langen Holzbänke, die an den Wänden des Raumes standen und rahmten ihn ein. Er war gefangen.

Magic Is Might (A Hogwarts Legacy Story)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt