Kapitel 37

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Hastig stolperte Lauren über den Hof. Der Schnee ließ ihn rutschen und straucheln und ein paar Mal wäre er fast gestürzt. Der Kuss mit Chloe schwirrte durch seinen Kopf und sein Körper fühlte sich taub an. Er schaffte es kaum die Tür zur öffnen und in die warme Luft zu schleichen. Alle anderen hatten schon angefangen sich aufzuwärmen. Lauren sah sich um. Er suchte sie. Doch nirgendwo braune Locken und eine zarte Silhouette. Chloe war nicht da. Stattdessen stand plötzlich eine junge Frau mit verschränkten Armen vor ihm. „Wie ist Ihr Name, Soldat?“ Lauren war kurz davor zu salutieren. Er fühlte sich fast wie im Militär. Nun, so etwas Ähnliches waren sie ja auch. Das Militär des Königs. „Lauren Lie, Coach.“ Erst jetzt traute er sich ihr ins Gesicht zu schauen. Sie war schön. Sie war schlank. Und er verschluckte sich als er feststellte, wie ähnlich sie ihr sah. Sein Blick flitzte zwischen ihren auffällig bernsteinfarbenen Iren hin und her und auch sie schien kurz zu stocken. „Warum sind Sie zu spät.“, sagte sie dann jedoch klar. „Ich habe verschlafen.“ „Ich habe Sie heute Morgen gesehen, als sie zum Speisesaal gegangen sind.“ „Das war ich nicht.“ „Oh, sie haben einen Zwillingsbruder? Sehe ich das richtig?“ „Nein Sir, äh Miss.“ Lauren lief rot an. „Wegtreten. Und beeilen Sie sich. Ich werde auf niemanden warten.“ Er fuhr sich durchs Haar und nickte. Dann entfernte er sich und wärmte sich auf. Das Klicken, als die Tür ein weiteres Mal aufging und Chloe Cadence herein kam, hörte er gar nicht. Glücklicherweise bemerkte auch Coach Scarlett sie nicht und somit tänzelte sie schnell zu ihren Freunden. „Chloe, was war los?“, fragte jemand sie, doch sie wusste nicht wer. Ihr Kopf dröhnte. Vorsichtig sah sie auf in Ava‘ s dunkle Augen, die ihr einen fragenden Blick zuwarfen. Dem wich sie aber ängstlich aus und Ava‘ s Mund verwandelte sich blitzartig in einen schmalen Strich. Sie wusste es.

„Du hast es mir versprochen.“, flüsterte Ava. Chloe sah erst zu Boden und dann wieder Ava an. Sie hatten sich in den Kraftraum geflüchtet. Ava zitterte. Chloe auch. „Ich weiß. Es tut mir leid.“ Chloe‘ s Augen verwandelten sich in einen tiefen glitzernden Bergsee und tausend Bäche brachen aus ihm hervor. „Ich…ich kann nicht…“, kratzte Ava und fuhr sich durch die Locken. „Was kannst du nicht? Babe bitte, ich liebe dich.“ Ava schüttelte den Kopf. Dann lachte sie. „Und ich Idiotin habe dir noch geglaubt, als du mir gesagt hast da wäre nichts. Ich bin so eine Idiotin.“ Chloe schüttelte den Kopf und trat auf die Latina zu. Als sie ihr die Hand an die Wange legen wollte, zuckte sie allerdings zurück und Chloe‘ s Hand tat es ihr gleich. „Es hatte nichts zu bedeuten.“, versuchte Chloe zu erklären und verstand selbst nicht, warum sich diese Worte so falsch anfühlten. „Du lügst.“ Ava sah auf und hielt nun Chloe‘ s Blick fest. „Ich kenne dich, Chloe Cadence. Ich sehe es doch in deinen Augen. Du magst ihn. Du bist in ihn verknallt. In einen kleinen, unschuldigen Jungen.“ So wie sie es aussprach, hörte es sich fast fürsorglich an. „Das ist so ekelhaft.“ Chloe‘ s Augenbrauen zogen sich zusammen. „Es ist nicht ekelhaft. Und ich liebe ihn nicht, Ava. Du bist meine Liebe.“ Die letzten Worte flüsterte sie nur noch brechend. „Mag sein. Aber ich teile nicht gerne.“ Ava hatte einen Kloß im Hals. „Bitte, bitte lass es mich wieder gut machen.“ Ava lachte emotionslos auf. „Es ist aus Chloe. Es ist aus.“

Adam war gerade dabei den Coach unauffällig zu beobachten, als eine völlig aufgelöste Ava an ihm vorbei rauschte. Sie wischte sich übers Gesicht und verließ wie ein brodelnder Vulkan die Halle. Verwirrt schüttelte Adam den Kopf und widmete sich wieder Scarlett Silverstone. Es war diese sanfte Kurve ihrer Hüften, dieser muskulöse Hals, diese tiefgründigen Gesichtszüge. Sie sah aus wie sie. Eindeutig, er dachte zu viel an Mar. Verrückt schien er zu werden. Ein kalter Windzug fegte über seinen Nacken und kurz darauf sah er Morgan, der zum Coach trat. Es schien als wollte er was sagen, doch dann überlegte er es sich wohl anders und lief zu Adam. „Wie macht sie sich so?“, fragte er beiläufig. „Sie ist gut.“ Adam durchforstete Morgan‘ s Blick. Er traute sich nicht das auszusprechen, was er die ganze Zeit in sich gefangen hielt. Doch er tat es nicht. Coach Scarlett fischte gerade einen Haargummi aus der Hosentasche und band die langen Strähnen zusammen. Dann steckte sie die Finger zwischen die Lippen und pfiff einmal laut auf. Doch als sie in Morgan‘ s und Adam‘ s Richtung sah stoppte sie und Adam meinte einen bläulichen Schimmer in ihren Augen erkennen zu erkennen. Wahrlich, er musste wohl verrückt geworden sein.

Die SoldatinWo Geschichten leben. Entdecke jetzt