Immer noch nervös aber deutlich beruhigter stolperte Morgan auf die Krankenstation zu. Als die Schwestern und seine eigenen Kollegen ihn vorhin aus Mar‘ s Zimmer manövriert hatten, wäre er vor Zorn beinahe explodiert. Mittlerweile hatte er sich beruhigt und zwei der Sicherheitsmänner hatten ihn abgeholt um ihn zur Löwin zu bringen. Ihre Mienen waren vollständig neutral und jeder noch so kleinste Scherz von Morgan schien sie nur noch kühler werden zu lassen. Daher hatte er beschlossen, am besten gar nichts mehr zu sagen. Nicht mal auf seine Frage, wie es Mar ging hatten sie geantwortet. Er redete sich ein, dass es ihr schon besser gehen würde. Die Tür verursachte einen leichten Luftzug, als die Uniformierten sie aufstießen. Mit wenigen Schritten war Morgan bei Mar‘ s Zimmer, doch als er die Klinke herab drückte war sie verschlossen. „Was ist das hier für ne Nummer?“, knurrte er. Eine warme Hand legte sich auf seine Schulter. Wütend fuhr er herum. Ein weißer Zombie lächelte ihn warm aber müde an. „Wo ist sie?“ Der Monotone erblasste ein wenig, legte dann aber seinen Arm um Morgan‘ s Schulter. „Setzen wir uns doch erst mal!“ Doch Morgan wollte sich nicht setzen. Er wusste, worauf das hinauslaufen würde. Stumm schüttelte den Kopf. „Was ist mit ihr?“, wisperte er und das Glitzern seiner Augen verschleierte seine Sichtweise. „Morgan…“ Der Arzt räusperte sich und legte die Stirn in Falten. „Sie hatte einen Herzstillstand!“ Morgan schüttelte den Kopf. Er wollte etwas sagen, schimpfen, schreien. Doch er war nicht im Stande zu sprechen. „Das kann nicht sein!“, flüsterte er scheinbar Stunden später. „Wir haben alles versucht. Es tut mir leid!“ Das war der Moment, in dem millionen Lichter vor Morgan‘ s Augen flatterten und er körperlos wurde.
Hailey schwebte. Sie war sich der Tatsache bewusst, zu träumen. Vorhin hatten sie, Adam und die beiden Mädchen versucht zu Mar zu gelangen, doch es gab kein Durchlassen und so hatten sie sich in Adam‘ s und Lauren‘ s Zimmer eine DVD angesehen und irgendwann war Hailey in seinen Armen versunken. Ihr Traum war seltsam. Um genau zu sein, war es nicht mal ein Traum. Es war mehr eine höhere Dimension, außerhalb der Galaxis. Alles war weiß und Hailey spürte sich selbst nicht. So hatte sie sich das letzte Mal gefühlt, als sie an der Infusion gehangen hatte. Doch nun war es anders. Geborgen fühlte sie sich, auch wenn sie etwas fror. Eine Weile irrte sie hüllenlos durch die Sphären, bis sie in diesem Traum begann zu verschwinden und tatsächlich so etwas in der Art wie einzuschlafen. Etwas schien sie wie ein schwarzes Loch zu verschlucken und bei dem schmatzenden Geräusch musste sie an die Teletubbies denken. Ein Oldie ihres alten Lebens. Ihre Großeltern hatten diese Serien geschaut und ihr einige alte DVD‘ s davon besorgt. Am meisten mochte sie den Staubsauger Nono. Und genau diese Geräusche von Nono, hörte sie nun, bevor sie mit einem Ploppen zurück in die Wirklichkeit geschubst wurde. Als sie verwirrt die Augen öffnete merkte sie, dass auch die anderen blinzelnd wach wurden und wer, sie denn aus dem Schlaf gerissen hatte. Im Zimmer war es dunkel, doch die Tür war nun weit aufgerissen und Licht strahlte ihnen blendend in die Augen. Im Türrahmen erkannten sie eine Silhouette. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an das Licht und Hailey stutzte, als sie einen Freund erkannte. Doch sie musste mehrmals blinzeln um sich sicher zu sein. Einige Sekunden sagte keiner etwas, bis das laute Schluchzen des Freundes die Luft zerriss und Morgan im Türrahmen zusammenbrach.
DU LIEST GERADE
Die Soldatin
FantasíaMisstrauisch blickte Mar aus dem Fenster. Ihr Atem schlug an das kalte Glas. Ruckartig zog sie die Vorhänge zu. „Okay, pass auf. Ich erzähle es dir einmal und dann nie wieder, verstanden?“ Hailey nickte. „Wir wurden her gebracht um zu kämpfen.“ Verw...
