Hailey und Ava lagen in Hailey' s Zimmer auf ihrem und Mar' s Bett und starrten die Decke an. Sie hatten beide seit Ewigkeiten nichts mehr gesagt und Hailey wollte gerade zu einer Entschuldigung ansetzen, als ihre Tür aufgestoßen wurde und ein hektisch atmender Morgan herein kam. Im Ernst, die wirkten in letzter Zeit alle so untrainiert, wenn sie schon keuchend herein kriechten.
„Ava, es ist so weit.“
Hailey' s Blick wanderte zwischen den beiden hin und her.
„Wann?“, war das einzige, was Ava antwortete.
„Noch heute, ihr dürft keine Zeit verlieren.“
Die Mädchen setzten sich auf, Morgan blieb stehen und seine Hände wippten auf und ab, durch seine sich stetig hebende Brust. Das sah irgendwie aus, wie ein Wackeldackel.
„Ist ja nett, dass ihr euch so gut ohne sinnvolle Worte versteht, aber ich tue es nicht“, bemerkte Hailey, doch sie wurde nicht weiter beachtet.
„Ich hole den Rest. Setz dich!“, murmelte Ava ziemlich ernst und verschwand. Hailey verschränkte die Hände im Nacken und versuchte gar nicht erst, aus Morgan irgendetwas rauszubekommen. Schließlich war der noch damit beschäftigt, seine Lunge wieder in einen ordentlichen Rhtythmus zu bringen. Sie fing an zu zählen und bei Einundneunzig sprang die Tür knallend auf und eine verwirrte Meute kam herein. Lauren setzte sich zu Hailey, Chloe auf die Fensterbank, Adam blieb im Türrahmen angelehnt stehen und drehte den Schlüssel um und Ava stellte sich zentral in den Raum. Scarlett fehlt., huschte es Hailey durch den Kopf und sie schüttelte den Kopf. Was hatte Scarlett schon damit zu tun?
„Leute, es ist soweit. Wir können uns jetzt sicher sein“, begann Morgan düster. Fragende Gesichter sprangen ihm entgegen.
„Mar hatte Recht, Mar hatte mit Allem Recht. Bei der Versammlung kam nicht ein Wort zum König zur Sprache. Nicht ein Wort, ihn wieder an die Macht zu bringen. Ich verwette meinen verdammten Arsch darauf, dass sie ihn irgendwo versteckt halten, bis sie alles an sich gerissen haben. Um ihn dann zu töten, vermute ich.“
Er sprach ihren Namen fest aus, da war nicht länger Trauer. Stolz. Er war stolz auf seine Maryann.
„Und jetzt?“, fragte Adam nüchtern. Die Nachricht schien ihn tatsächlich nicht sonderlich zu überraschen.
„Ihr brecht heute Nacht auf. Noch heute.“
„Und dann? Was bringt uns das? Wenn wir verdammt nochmal gefasst werden?“, fragte Hailey.
„Ich bringe euch an den Kontrollen vorbei“, meinte Morgan.
„Kontrollen?“
„Überall. Auf dem gesamten Gelände.“
„Na herzlichen Glückwunsch, wird ja immer besser. Und wer sind dann „ihr“?“
Ava öffnete den Mund um etwas zu sagen und Morgan ließ sie.
„Chloe, du und ich.“
Hailey konnte für einen Moment nicht begreifen, was man ihr da gerade sagte. Sie zog die Augenbrauen zusammen.
„Was ist mit Adam?“, presste sie hervor. Sie sah zu ihm und er war sofort bei ihr. Seine Hand lag auf ihrer Schulter.
„Adam, Lauren und Morgan bleiben hier. Wir werden sie später brauchen um Resistentia und Defensio auf unsere Seite zu ziehen. Wenn alle ausgerückt sind“, erklärte Ava weiter.
„Warum bringen wir nicht Pugno gegen den Orden auf?“
Ava lachte trocken und auch Morgan musste grinsen.
„Versuch es. Sie werden es nicht tun, sie sind alle manipuliert und haben eine scheiß Angst.“
„Ich hab auch Angst“, flüsterte Hailey.
„Außerdem würde es auffallen, wenn ein Ausbilder fehlen würde“, ergänzte Morgan leise.
„Was machen wir, wenn wir draußen sind?“, meldete sich nun Chloe zu Wort.
„Ich erkläre euch das alles, wenn es soweit ist.“ Trotzdem Ava zu ihrer Ex-Freundin sprach, strahlte sie Wärme aus. Erstaunlich viel.
„Warum kann Adam nicht mit?“, fragte Hailey leise und schon beinahe schmollend. Ava verdrehte die Augen, blieb aber ruhig.
„Es wäre nicht gut.“
„Warum wäre es nicht gut?“
„Er würde für dich sterben. Du würdest für ihn sterben und am Ende haben wir die selbe Scheiße wie bei Romeo und Julia: Ihr bringt euch alle gegenseitig um.“
Ein schlagfertigeres Argument hätte sie nicht geben können.
„Ihr müsst packen. Nur das Nötigste! Denkt dran, wir wissen nicht, wo sich das Gelände befindet. Es kann sein, dass ihr eine Weile laufen müsst. Es kann sein, dass ihr Wochenlang laufen müsst. Und jetzt los, ich besorg währenddessen mit Lauren ein Auto.“
Morgan klatschte in die Hände und diese interne Absprache war somit beendet. Chloe und Ava gingen an ihre Schränke und sortierten Kleidung raus. Lauren heftete sich an Morgan, obwohl er keinen blassen Schimmer hatte, wo zur Hölle sie ein Auto herbekommen sollten und Adam zog Hailey hoch.
„Komm mit, wir gehen deine Sachen holen.“
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Die Soldatin
FantasyMisstrauisch blickte Mar aus dem Fenster. Ihr Atem schlug an das kalte Glas. Ruckartig zog sie die Vorhänge zu. „Okay, pass auf. Ich erzähle es dir einmal und dann nie wieder, verstanden?“ Hailey nickte. „Wir wurden her gebracht um zu kämpfen.“ Verw...
