Als es zwei Mal kurz an der Tür pochte, war Ava die erste, die aufsprang. Es waren bereits einige Stunden vergangen, seit Jackson sich auf den Weg gemacht hatte und Ava hatte angefangen, sich die wildesten Szenarien auszumalen. Und jede einzelne lief unweigerlich darauf hinaus, dass das blonde Mädchen getötet wurde. Max hatte sich mittlerweile mit einem anderen Ausbilder, Heath, in die Küche gestellt und angefangen Dosen zu öffnen und aufzuwärmen. Ava war dazu nicht in der Lage gewesen, Hailey und Adam hatten sich auf ihr Zimmer verzogen und sonst hatte sich keiner gemeldet. Hunger hatten sie alle, bis auf die junge Latina, der speiübel gewesen war. Der Palast war nicht weit weg und Jackson hatte ihre Zeit gebraucht. Nun öffnete Ava ihr und sah einer völlig entspannten jungen Frau entgegen, die sie angrinste. Ava fiel ihr um den Hals, was ihr gegenüber erst überrumpelte, doch dann verstand sie.
„Ich dachte, es ist etwas passiert“, murmelte Ava, doch Jackson konnte sie beruhigen.
„Du bist nicht reingekommen, hm?“, schlussfolgerte sie dann, weil Jackson alleine war.
„Doch doch, die zwei müssen wir noch abholen.“ Sie drängte Ava dazu, sich etwas anzuziehen. Dann liefen sie los, Richtung Palast. Mittlerweile kannten sie einige Abkürzungen, Pfade und Unterführungen, die ihren Weg verkleinerten. Doch das letzte Stück zu den Mauern des Gebäudes, in dem mal ein König lebte nutzten sie anders. Hinter dem leerstehenden und demolierten Altersheim machten sie kurz Halt und Jackson wies auf die kleine Erhebung, hinter dessen Mauer sie und Ava sich das erste Mal geküsst hatten. Auf leisen Sohlen hasteten sie hoch und dann sah die Latina die beiden Jungen. Jackson hatte sie an den Händen hinter ihren Rücken zusammengebunden, sowie die Knöchel und jedem steckte ein Stück Stoff im Mund. Das einzige, was noch frei war, war ihre Sicht. Jackson fackelte nicht lange, sondern knotete sie auseinander und zog sie hoch.
„Dann mal auf nach Hause“, grinste sie und lief los, von Ava und ihrer Geisel gefolgt. Der Weg zu Haileys Elternhaus war wieder deutlich in die Länge gezogen, da die beiden Jungen immer wieder über ihre eigenen Füße stolperten, sich umsahen und allgemein nicht die schnellsten waren.
„Fällt echt kaum auf, wieso ihr nicht nach Pugno gekommen seid“, grummelte Jackson spottend und zerrte den Jungen mit sich. Die beiden waren vielleicht fünfzehn, höchstens sechzehn. Noch nicht so alt, dass sie für Jackson und Ava ernsthaft gefährlich werden konnten, aber schon so reif, dass sie einen Sprengsatz bauen konnten. Immerhin hielten die beiden die Klappe, was zwar Dank ihrer Knebel ohnehin nicht anders ging, aber sie machten auch keine Anstalten diesen Zustand zu ändern. Nach einer halben Ewigkeit hatte die kleine Gruppe die bekannte Straße erreicht und Ava klopfte an der Tür. Ein Ausbilder, dessen Namen sie allerdings schon wieder vergessen hatte, öffnete ihnen und sie traten ein. Die zwei Jungen wurden hinein manövriert und als sie ins Wohnzimmer geschoben wurden, lagen bereits Bausätze auf dem Tisch, die ihnen mehr als bekannt vorkamen. Ava löste ihre Fesseln mit einem sehr strengen Blick und alsbald versperrten Alec und Max Fenster und Türen, um ihnen auch nur den Gedanken an eine Flucht auszutreiben.
„Baut etwas, das ein Schloss zerstören kann.“
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George rührte gerade in einer kleinen Schüssel mit einer Tinktur gegen Brandverletzungen herum, die Schwester Catherine ihm aufgetragen hatte zu entwickeln. Robyn war hinaus gegangen, um sich die Füße zu vertreten und jetzt war er alleine in der Hexenküche. Alle anderen waren an die Front geschickt worden, nur er und seine große Freundin waren übrig geblieben.
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Die Soldatin
FantasíaMisstrauisch blickte Mar aus dem Fenster. Ihr Atem schlug an das kalte Glas. Ruckartig zog sie die Vorhänge zu. „Okay, pass auf. Ich erzähle es dir einmal und dann nie wieder, verstanden?“ Hailey nickte. „Wir wurden her gebracht um zu kämpfen.“ Verw...
