„Es bleibt nicht mehr viel Zeit. Im neuen Jahr war es geplant auszurücken und die Soldaten haben noch nicht mal mit einem Säbel, geschweige denn mit einem Schwert gekämpft.“ Der Offizier verschränkte die Arme vor der Brust.
„Es muss erst noch die letzte Lieferung von der Schmiede kommen.“, entgegnete ein Krieger.
„Und warum dauert das so lange?“
Die Krieger sahen betreten zu Boden.
„Weil die Listen zu spät eingereicht wurden. Die komplette Lieferung von Äxten, Speeren und Dolchen wurde nicht beachtet. Wir mussten alles von vorne bestellen.“
Die Augen des Offiziers weitetensich.
„Habe ich Ihnen nicht aufgetragen, sich rechtzeitig darum zu kümmern, Seargent?“
Er baute sich vor einem jüngeren Krieger auf und der wurde immer kleiner.
„Das ist richtig, Leutnant Rosehill.“
„Und ich nehme an, Sie wissen was das für Konsequenzen mit sich führt?“
„Das ist richtig, Leutnant Rosehill.“
Der Krieger schluckte. Er würde eine würde bluten für seinen Fehler.
Hailey erhielt gerade eine ihrer letzten Rationen an Antibiotikum. Chloe war gegangen, Adam hatte sie auf ihr Zimmer gebracht. Ava war nicht da gewesen. Sie war nicht da. Sie war weg. Adam war wieder gekommen und jetzt war er bei ihr, brachte sie zum lachen, strahlte, leuchtete.
„Ich liebe dich.“
„Sei nicht so kitschig.“ Sie lachte. Er zog eine Grimasse
„Ich bin doch nicht kitschig.“
„Oh doch, das bist du. Ist ja ekelhaft.“
„Ach komm schon, tu nicht so, als sei es bei dir anders.“
„Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur gesagt, dass du nicht so kitschig sein sollst.“
„Ich bin ehrlich.“
„Kitschig.“
„Du nervst Hailey. Ich gehe jetzt.“
„Okay Romeo, dann such dir ne andere Julia.“
„Hast du gerade ernsthaft aus diesem tausend Jahre alten Shakespeare-Schinken Figuren auf mich projeziert?“
„Habe ich.“
„Ganz schön kitschig.“
Sie lachten. Adam stand auf und machte Anstalten zu gehen. Er war schon an der Tür, als Hailey schnaubte. Ihr den Rücken zugewandt grinste er.
„Soll ich etwa bleiben?“
„Nö, aber wär cool, wenn du mir was zu Essen mitbringen könntest. Und bitte in den nächsten Stunden. Ich habe Hunger.“
Sie lächelte und er tat es ihr gleich. Er drehte sich um und war binnen weniger Schritte bei ihr. Und auch wenn es kitschig war, Adam Air konnte nicht anders, er musste Hailey küssen. Er musste einfach. Es war die Ungewissheit. Jedes Mal wenn sie ihn zwang in sein Zimmer für ein paar Stunden Schlafen zu gehen, plagte ihn die Angst. Er konnte Hailey einfach nicht verlieren. In diesen Zeiten war sie sein größter Halt, auch wenn sie es eher andersrum sah. Und wie düster es noch werden würde, wusste er zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal.
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Die Soldatin
FantasíaMisstrauisch blickte Mar aus dem Fenster. Ihr Atem schlug an das kalte Glas. Ruckartig zog sie die Vorhänge zu. „Okay, pass auf. Ich erzähle es dir einmal und dann nie wieder, verstanden?“ Hailey nickte. „Wir wurden her gebracht um zu kämpfen.“ Verw...
