Kapitel 71

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E n z o   H e n i n g t o n

„Ach du heilige Scheiße, träume ich?! Ich wusste doch, dass du mich liebst, Enzoline!"

Dean grinste breit, kaum dass er die Tür geöffnet hatte. Sein Grinsen war so breit, dass ich es ihm am liebsten aus dem Gesicht schlagen wollte.

„Ich bereue es jetzt schon," knurrte ich und trat wortlos an ihm vorbei in die Wohnung. Noch bevor ich überhaupt zwei Schritte machen konnte, schlang Dean seine Arme wie ein Kleinkind um meinen Hals. „Vier ganze Monate habe ich dich nicht mehr gesehen, Enzoline! Ich habe dich so vermisst, Kumpel!"

„Dean," knurrte ich, meine Stimme tief und warnend, doch er drückte mich nur noch fester an sich, als würde er mich damit brechen können.

„Solltest du mich nicht sofort loslassen," zischte ich, während ich meine Zähne zusammenbiss, „werde ich dir eine Kugel in den Kopf jagen."

Das schien ihn endlich zur Vernunft zu bringen. Mit einem übertriebenen Schnauben ließ er mich los, trat einen Schritt zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Sein breites Grinsen verschwand jedoch keine Sekunde. „Immer diese Gewalt, Enzoline. Eine richtige Dramaqueen."

Ich ignorierte ihn und ließ mich schwer auf seine Couch fallen. Mein Körper fühlte sich an, als hätte ich in den letzten 24 Stunden keinen einzigen Moment Ruhe gefunden – was auch stimmte. Aurora... Ihr Name war wie ein stetiges Echo in meinem Kopf, und je mehr ich versuchte, ihn zu verdrängen, desto lauter wurde es.

„Was verschafft mir die Ehre, dass du plötzlich vor meiner Tür auftauchst?" fragte Dean und ließ sich mit einer übertriebenen Geste in seinen Sessel fallen.

Ich schwieg. Was hätte ich auch sagen sollen? Dass ich hergekommen war, weil ich nach der Sache von vorhin keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte? Dass mich der Gedanke an Aurora, an das, was zwischen uns passiert war, in den Wahnsinn trieb?

„Ach, meine kleine Diva," begann Dean erneut, sein Grinsen wurde noch breiter, als er sich nach vorne lehnte. „Wer hätte gedacht, dass du eines Tages erwachsen wirst und dich mit Aurora verlobst..."

„Woher weißt du von ihr?" fragte ich scharf, mein Blick schnappte zu ihm hoch, scharf und durchdringend.

Dean grinste nur, zuckte mit den Schultern, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. „Ganz New York weiß von euch, Enzo. Ihr seid überall – Nachrichten, Klatschspalten, Social Media. Herzlichen Glückwunsch, du bist jetzt ein Star. Es gibt bereits Fanpages von dir, in dem die Frauen über dich schwärmen."

Ich knirschte mit den Zähnen und wandte den Blick ab, meine Hand fuhr unbewusst über mein Gesicht, als wollte ich die Gedanken an sie vertreiben. Aber das war unmöglich. Die Erinnerung an den gemeinsamen Sex war zu frisch, zu intensiv.

Wie sie unter mir gelegen hatte, wie sie sich an mich geklammert hatte, mit dieser Mischung aus Angst und Verlangen in ihren Augen. Die Art, wie sie mich angesehen hatte, als ob ich die einzige Person auf der Welt wäre, die sie retten könnte – oder zerstören. Und ich hatte es zugelassen. Ich hatte mich verloren, in ihr, in uns, in dieser verdammten Dunkelheit, die uns beide umgab.

„Möchtest du Matcha?" fragte Dean plötzlich, und seine Stimme riss mich aus meinen Gedanken. Er stellte ein Glas mit grünem Zeug vor mir ab, seine Miene viel zu unschuldig.

„Willst mich vergiften, huh?"

„Wie könnte ich meine geliebte Diva vergiften wollen?! Es ist gesund!," verteidigte er sich, während er sich in den Sessel zurücklehnte.

„Sieht aus wie dein Dünnschiss in Afghanistan," antwortete ich trocken und schob das Glas von mir weg.

Mein Blick wanderte unweigerlich zu meinem Handy, und ich öffnete die Standort-App. Aurora war bei Lucia angekommen, wie ich erwartet hatte. Mein Puls beruhigte sich ein wenig, als ich die Bestätigung hatte. Ich hatte ihr Handy gehackt, nur um sicherzugehen, dass ich sie jederzeit überwachen konnte.

Dark PassionWo Geschichten leben. Entdecke jetzt