Kapitel 67

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Das Kapitel hat unfassbare 9000 Wörter!!! Um es euch mal deutlich zu machen: Standard Kapitel bei mir sind : 2000 d.h. dieses Kapitel könnte eigentlich rein theoretisch 4/ 5  Kapitel sein. Votennnn nicht vergessen 💗

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A u r o r a

Mein Herz hämmerte wie wild, als ich mich im Spiegel betrachtete. Das rote Abendkleid schmiegte sich an meinen Körper, elegant und gleichzeitig verführerisch, mit einem Rückenausschnitt, der mir eine Gänsehaut über den Rücken jagte. Der Stoff war weich, fließend, und es ließ mich schlucken, als ich mich selbst so ansah – so anders, so... kraftvoll. Meine langen, blonden Haare hatte ich zu großen, weichen Wellen frisiert, die sanft über meine Hüften fielen. Meine hellblauen Augen waren mit einem dunklen Lidschatten betont, der ihnen eine intensive Tiefe verlieh, und meine Lippen glänzten in einem tiefen Rot, das jede Zurückhaltung vergessen ließ.

Noch nie zuvor hatte ich mich so geschminkt oder ein Kleid wie dieses getragen. Normalerweise hielt ich mich auf Events eher im Hintergrund, bescheiden, fast unauffällig. Doch heute... heute war alles anders. Heute sollte ich in der Menge auffallen, die Aufmerksamkeit auf mich ziehen – und mit Enzo an meiner Seite würde es uns leichter fallen, jeden Gast genau zu beobachten. Mein Atem ging flach, und ein leises Zittern durchlief mich, als ich daran dachte, was auf uns zukam.

Es war, als hätte sich das ganze Zimmer in ein Schlachtfeld verwandelt. Bald würde die Mission beginnen, und jeder unserer Schritte musste perfekt sitzen. Die Gäste würden aufmerksam sein, misstrauisch, und unser Auftrag war klar: Die Beziehungen auf dieser Gala zu analysieren, die richtigen Kontakte zu knüpfen und herauszufinden, wer hinter dem Frauenhandel steckte, der sich in diesen Kreisen verbarg. Die Verantwortung lastete schwer auf mir, wie eine unsichtbare Hand, die mir die Luft abschnürte.

Meine Hände zitterten, und ich hob sie, um den Verlobungsring von Enzo zu berühren. Meine Finger strichen vorsichtig darüber, und die kühle Härte des Metalls beruhigte mich. Ich schloss kurz die Augen, ließ die Angst von mir abfallen und konzentrierte mich auf die Aufgabe vor uns.

Gestern Abend, nach dem Streit mit Enzo, hatte ich mich nicht mehr aus meinem Zimmer gewagt. Die Wut und die Enttäuschung brannten noch immer in mir. Seine Worte, sein Verhalten... Es hatte alles in mir aufgewühlt, und jetzt musste ich dennoch mit ihm vor all diesen Menschen erscheinen – als das perfekte, verliebte Paar. Ich wusste nicht, wie ich das nach allem, was passiert war, schaffen sollte.

Ein leises Klopfen an der Tür riss mich aus meinen Gedanken. Mein Herz setzte kurz aus, als ich mir vorstellte, dass Enzo derjenige war, der jetzt auf mich wartete. Der Gedanke, ihm gleich wieder gegenüberzustehen, ihn in einem Anzug zu sehen, den ich für ihn ausgesucht hatte... Mein Magen krampfte sich zusammen, die Nerven spannten sich. Ich musste all das beiseiteschieben, die Wut, die Verletzung, und mich ganz auf die Rolle konzentrieren.

Langsam, mit einem letzten prüfenden Blick in den Spiegel, drehte ich mich zur Tür.

Mit zittrigen Händen öffnete ich langsam die Tür, mein Herz schlug unregelmäßig, während ich tief durchatmete. Doch sobald sich der Spalt weitete und ich in die dunkelblauen Augen von Enzo sah, erstarrte ich. Alles um mich herum verschwamm, wurde zur Nebensache. Mein Blick war fest auf ihn gerichtet, auf die Intensität in seinen Augen, die mich förmlich festhielt und mir die Luft abschnürte. Mein Atem stockte, und mein Herz begann unkontrolliert zu rasen, als ich ihn vor mir stehen sah – zum ersten Mal, seitdem ich ihn kannte, in einem Anzug.

Der dunkle Stoff schmiegte sich perfekt an seinen Körper, betonte seine breiten Schultern und die kraftvollen Arme, die unter dem edlen Stoff verborgen lagen. Der Schnitt des Anzugs war maßgeschneidert, elegant und doch mit einer versteckten Schärfe, genau wie er selbst. Das schwarze Jackett lag glatt an seinem Körper an, die schwarzen Knöpfe bildeten einen scharfen Kontrast zu seinem weißen Hemd, das unter dem Sakko hervorlugte. Die Krawatte, ebenfalls schwarz, war straff gebunden, und der Gesamteindruck verlieh ihm eine unnahbare Autorität, eine schneidende Präsenz, die den Raum erfüllte.

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