Aurora
„Bist du bereit mi hermosa?"
Mein Herz schlug so schnell, dass ich das Gefühl hatte, es würde mich jeden Moment verraten. Ich lauschte angestrengt in die Stille des Autos, doch außer dem gleichmäßigen Brummen des Motors und Lucias gelegentlichem, viel zu fröhlichem Summen konnte ich nichts hören. Die Augenbinde, die sie mir angelegt hatte, machte mich nervös. Jede Sekunde im Dunkeln ließ meine Gedanken wilder werden. Wir waren nun schon seit einer halben Stunde unterwegs und obwohl ich versuchte, ruhig zu bleiben, gelang mir das nicht im Geringsten.
Heute war mein Junggesellinnenabschied und ich konnte nur hoffen, dass Lucia nicht ausgerechnet heute meinen Untergang geplant hatte. Enzo war alles andere als begeistert gewesen, als sie vorhin vor unserer Tür gestanden hatte, um mich abzuholen. Sein Blick war dunkel, gefährlich und eindeutig gewesen, als er Lucia mit verschränkten Armen gegenüberstand.
„Sollten da Männer dabei sein, werde ich sie alle vor euren Augen töten", hatte er gezischt, so leise, dass nur wir beide es hören konnten. Es reichte jedoch vollkommen, um den Sturm in seiner Stimme zu spüren.
Lucia hatte daraufhin nur frech gegrinst, als hätte sie gerade die größte Freude ihres Lebens gefunden, und mich dann lachend aus dem Apartment gezogen.
-
„Bist du bereit, Rori?", wiederholte sie jetzt und ihre Stimme schwankte zwischen Ungeduld und schelmischer Vorfreude.
Ich wollte antworten, doch in genau diesem Moment trat sie so abrupt auf die Bremse, dass mein Körper nach vorn katapultiert wurde und ein erschrockener Schrei aus meiner Kehle brach. Das Dröhnen meines Herzschlags war plötzlich lauter als der Motor.
„Ja bin ich! Dios mío, ich hoffe, dass du nicht unser Todesurteil unterschrieben hast, Lucia", stammelte ich nervös, während ich mich mit beiden Händen am Sitz festklammerte. Alles in mir sehnte sich danach, diese verfluchte Augenbinde endlich abzunehmen und zu sehen, wohin sie mich gebracht hatte. Doch Lucia liebte es, mich zu quälen.
Ich hörte, wie sie leise lachte. Ein Lachen, das nichts Gutes verhieß.
„Keine Sorge, Rori. Wenn ich dein Todesurteil unterschreibe, dann wenigstens stilvoll."
Mein Magen zog sich zusammen, und gleichzeitig stieg die Neugier in mir wie ein heißer Dampf auf. Wo auch immer wir waren, es konnte nur verrückt sein. Es war schließlich Lucia.
Und ich?
Ich war blind und ihr komplett ausgeliefert.
-
„Wir sind da, mi hermosa."
Mit einer abrupten Vollbremsung brachte Lucia den Wagen zum Stehen, sodass ich erschrocken aufquiekte und mein Körper reflexartig nach vorn schnellte. Mein Herz schlug mir bis zum Hals.
„Mierda, Lucia, willst du uns umbringen?!" presste ich hervor, während ich langsam meinen Griff lockerte. Meine Finger hatten sich schmerzhaft um den Türgriff verkrampft, als hinge mein Leben davon ab. Mein Atem ging hastig, unruhig. Wir waren eindeutig viel zu lange gefahren, um uns noch in der Nähe von New York zu befinden. Alles in mir sagte mir, dass wir weit draußen waren, irgendwo fernab vom gewohnten Trubel.
„Muss doch ein bisschen Action dabei sein heute", lachte sie nur, völlig unbeeindruckt.
Mein Atem beschleunigte sich noch mehr. „Sag mir bitte einfach, dass keine halbnackten Männer auf uns warten", sagte ich hastig, während meine Beine nervös wippten und meine Handflächen feucht wurden. „Gott, Enzo würde uns umbringen."
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Dark Passion
Roman d'amourEnzo Henington ist der beste Soldat seiner Delta Force-Einheit. Mit 28 Jahren hat er sich durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten im Kampf und seine unerschütterliche Disziplin den Respekt aller erarbeitet. Eiskalt, unberechenbar und ernst - so ke...
