Kapitel 78

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A u r o r a


„Nein."

„Bitte, Enzo! Wie oft muss ich dich denn noch darum bitten?" Meine Stimme war verzweifelt, und ich war bereit, alles zu geben, um ihn zu überreden.

„Gar nicht mehr. Hör auf, mir auf die Eier zu gehen, Aurora."

„Bitteee! Bitteeee!" Ich setzte meinen besten Hundeblick auf, den ich über die Jahre perfektioniert hatte. Sein Kopf neigte sich leicht zur Seite, und ich bemerkte, wie seine Kiefermuskeln arbeiteten.

„Dios mío, hör auf, mich mit diesem verdammten Blick anzusehen, Aurora!" Sein Zischen war wütend, aber ich erkannte den Hauch von Schwäche in seinen Augenwinkeln. Ich hatte ihn fast.

„Lucia will mich ihrem neuen Freund vorstellen, und sie wollte unbedingt, dass du auch mitkommst!" Ich ließ meine Stimme flehend klingen und zog alle Register.

Enzo schnalzte unruhig mit der Zunge und schüttelte den Kopf. „Ich hasse Menschen. Ich hasse Clubs. Und ich hasse es noch mehr, mit irgendwelchen Typen zu reden. Du weißt, dass ich nicht gerne rede." Er zog sich eine Zigarette aus der Hosentasche, die am Fußende des Bettes lag, doch bevor er sie anzünden konnte, schlug ich sie ihm energisch aus der Hand.

„Im Schlafzimmer wird nicht geraucht!" Meine Stimme war streng, und ich stellte mich mit verschränkten Armen vor ihn. Sein Blick verengte sich, aber er ließ es geschehen und lehnte sich stattdessen zurück, die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Sein nackter Oberkörper wirkte noch bedrohlicher, als er stumm die Wand anstarrte.

„Mit mir redest du doch auch, also kannst du auch mit ihrem Freund reden", sagte ich stur und setzte mich entschlossen auf seinen Schoß. Der Ausdruck in seinen Augen veränderte sich sofort. Sein Blick wanderte über meinen halb bekleideten Körper, und ich spürte, wie seine Muskeln unter mir anspannten.

„Du bist eine Ausnahme", brummte er schließlich, doch seine Hände fanden wie von selbst meinen Hintern und zogen mich direkt auf seine Härte. Mein Atem stockte, aber ich schüttelte den Kopf und drückte ihn weg.

„Das kannst du vergessen! Wenn du heute nicht mitkommst, wirst du mich eine Woche lang nicht anfassen dürfen", sagte ich mit fester Stimme, die keinen Widerspruch duldete. Sein Kiefer mahlte, seine Augen verengten sich, aber er wusste, dass ich es ernst meinte.

„Es ist wichtig für Lucia. Es ist ihr erster richtiger Freund. Bitte..", fügte ich leise hinzu, in der Hoffnung, seine Wut zu besänftigen. Dann strich ich langsam mit meinen Fingern über seine Brust, glitt sanft zu seinem rechten Oberarm und ließ meine Nägel über das Delta-Force-Tattoo gleiten, das mich jedes Mal mit Stolz erfüllte.

Seine Augen flackerten gefährlich. „Du wirst nichts Kurzes anziehen. Wenn dich jemand falsch anschaut, werde ich ihn umbringen. Wenn mir ihr Freund auf den Sack geht, gehen wir. Keine Diskussion. Du bleibst an meiner Seite und schaust keinen anderen Mann an. Haben wir uns verstanden?" Seine Stimme war leise, aber voller Kontrolle, und sein Blick ließ keinen Raum für Verhandlungen.

Ich konnte meinen Jubel nicht zurückhalten. Mit einem lauten Quietschen sprang ich auf und warf mich in seine Arme. „Danke, Enzo! Danke!"

Sein Körper verspannte sich augenblicklich. „Mierda, wegen dir werde ich schwerhörig", knurrte er, doch ich konnte das leichte Zucken seiner Lippen sehen, das andeutete, dass er nicht ganz so genervt war, wie er es vorgab.

„Das wird so lustig! Oh Gott, ich hoffe, Lucias neuer Freund wird dein bester Freund. Das wäre perfekt!" sagte ich träumerisch, als ich zum Kleiderschrank lief, um nach einem Outfit zu suchen, das Enzo keinen Herzinfarkt bescheren würde.

Dark PassionWo Geschichten leben. Entdecke jetzt