„Das sechste Mal, dass ich dich rette." Seine Stimme war rau und unruhig, und er schnalzte gereizt mit der Zunge. Diese Worte trafen mich wie ein Schlag, und ich erstarrte. Sechs Mal. Mein Kopf wirbelte. Es war, als ob all die Mauern, die ich so mühsam um mein Herz errichtet hatte, in diesem Moment zusammenbrachen, als ich realisierte, dass er selbst die unzähligen Male, die er mich gerettet hat, nicht vergessen hatte.
Ich blickte in seine Augen, und da war es – das Wissen, das Erinnern. Jedes Mal, wenn ich gefallen war, hatte Enzo mich aufgefangen. Jedes Mal, wenn ich in Gefahr gewesen war, hatte er mich gerettet. Und jetzt stand er hier, zum sechsten Mal, wieder bereit, alles für mich zu riskieren, obwohl ich ihn eigentlich nie wieder sehen wollte.
„Du könntest niemals Gänseblümchen hassen, weil sie dich an deine Mutter erinnern." Enzos Stimme war eine gefährliche Mischung aus Wut und Entschlossenheit, während er näher trat. Mein Herz raste, mein Atem ging flach, und ich fühlte mich, als würde der Boden unter meinen Füßen erzittern. Jede Faser meines Körpers schrie danach, zu fliehen, doch meine Beine waren wie gelähmt. Er hatte sich jedes Wort gemerkt, was ich ihn gesagt hatte, jedes verdammte einzelne Wort.
„Geh. Bitte geh", flehte ich ihn an, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. Doch statt zu weichen, zischte Enzo leise vor sich hin, seine Augen verengten sich misstrauisch. „Ich glaube dir nicht."
Sein Blick war hart und durchdringend, als er mich ansah, als könnte er jede Lüge, die ich versuchte auszusprechen, sofort durchschauen. Sein Kiefer war angespannt, so wie damals, als er noch der unnahbare, eiskalte Soldat gewesen war.
Ich ließ meinen Blick an ihm entlanggleiten und bemerkte, wie wenig sich sein Stil in den letzten zwei Jahren verändert hatte. Während ich in einem der teuersten Clubs von New York stand, perfekt gestylt für die gehobene Gesellschaft, trug Enzo nichts weiter als eine schlichte, lockere Jeans und einen ebenfalls schlichten Pullover. Es war fast absurd – ein Mann wie er, so unbeeindruckt von all dem Luxus um uns herum. Und dennoch passte es zu ihm. Unter dem Pullover konnte ich die Konturen seiner Muskeln erahnen, die sich in den letzten zwei Jahren noch weiter ausgeprägt hatten.
Seine kurz geschorenen, dunklen Haare unterstrichen die Schärfe seiner markanten Gesichtszüge. Die Augenbraue, an der ich unweigerlich hängen blieb, trug eine Narbe – ein Relikt aus seiner Zeit im Militär, das mich zurück in die Vergangenheit katapultierte. Es war, als ob er nichts von seinem alten Selbst verloren hatte. Der eiskalte Soldat, der immer bereit war zu kämpfen, schien direkt vor mir zu stehen, genauso unerbittlich wie damals.
„Du verabscheust Luxus", fuhr er fort, seine Stimme voller Verachtung, während sein Blick kurz zu Fernando glitt, der noch immer bewusstlos auf dem Boden lag. „Und dieser Wichser ist die verdammte Definition davon." Sein Blick verfinsterte sich, während er Fernando von Kopf bis Fuß musterte. „Er trägt eine verdammte goldene Kette und goldene Ringe, als wäre er eine verdammte Frau."
Ich starrte ihn nur an, unfähig zu antworten. Die Worte, die ich sagen wollte, verblassten unter seinem durchdringenden Blick. Warum konnte er mich immer noch so leicht durchschauen?
Enzo kam noch einen Schritt näher, bis kaum mehr Platz zwischen uns war. „Du hasst das alles", zischte er. „Du hasst diese verdammten roten Rosen, du hasst diesen Luxus, und du hasst ihn." Seine Stimme wurde leiser, als er mich anstarrte, und sein Griff um meinen Arm lockerte sich ein wenig. „Warum lügst du mich an, Aurora?"
Sein Zorn war greifbar, und obwohl meine Lippen sich öffneten, konnte ich keine Worte finden. In seinem Blick lag eine Mischung aus Verzweiflung und Wut, und es zerriss mich innerlich, ihn so zu sehen. Aber ich durfte nicht schwach werden. Nicht jetzt.
„Was hat er gegen dich in der Hand, huh? Sag es mir!", Enzos Stimme vibrierte vor aufgestauter Wut, während seine Augen mich durchbohrten, als würde er versuchen, all meine Geheimnisse zu erfassen. Seine Hand packte meine, und mit einem Ruck zog er mich näher an sich, so nah, dass ich seinen rasenden Herzschlag spüren konnte. Mein Herz raste ebenfalls, aber aus einem völlig anderen Grund – Panik stieg in mir auf, jede Faser meines Körpers war angespannt, als wäre ich bereit, unter dem Druck seiner Worte zu zerbrechen.
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Dark Passion
Storie d'amoreEnzo Henington ist der beste Soldat seiner Delta Force-Einheit. Mit 28 Jahren hat er sich durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten im Kampf und seine unerschütterliche Disziplin den Respekt aller erarbeitet. Eiskalt, unberechenbar und ernst - so ke...
