"Nimm deine Hände von ihr.", brachte James zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und versuchte dabei seinen Puls und seine Atmung unter Kontrolle zu bringen, welche durch die Wut in seinen Adern um einiges zu schnell gingen. Rodolphus' Zauberstab lag sicher in seinen Händen und während sein ganzer Körper zitterte, so blieb dennoch seine rechte Hand still und der Zauberstab zeigte zielgerichtet auf Rabastan Lestrange. "Nimm deine Hände von ihr, bevor ich dich töte."
James blickte Raine nicht an, denn er wusste, dass wenn er das tun würde, er nicht mehr wegblicken konnte, etwas, dass in einem Haus voller Todesser gefährlich sein würde. Nein, er musste sich konzentrieren, auf das Einzige, was in diesem Moment zählte und das war, sie von hier wegzubringen, sie von Rabastan wegzubringen und ihn nie wieder auch nur in ihre Nähe zu lassen. Er hörte sie leise schluchzen, vom Schock, von der Angst, von den Schmerzen, doch das Schlimmste von allem hatte er ihr ersparen können. Hätte er es nicht gekonnt, hätte er sich dafür nie verziehen.
Er erinnerte sich noch daran, wie sie mit ihm und Sirius eine Debatte geführt hatten. Es war bereits Jahre her, doch er wusste noch genau, was sie gesagt hatte und wie sehr ihre Worte ihn damals erschüttert hatten.
"Würde ich in eine Situation geraten, in der ich mich zwischen dem direkten Tod und einer Vergewaltigung mit anschliessender, gelingender Flucht entscheiden müsste, würde ich mich immer für den Tod entscheiden."
Sirius und er hatten ihre Worte nicht verstanden. Sie konnten nicht verstehen, wie irgendjemand den Tod irgendetwas anderem bevorzugen konnte, sie konnten nicht verstehen, was eine Vergewaltigung anrichten konnte. Sirius hatte sogar noch einen Witz darüber gerissen, dass er nichts gegen Sex vor einer Flucht hätte und James hatte darüber gelacht. Raine war daraufhin wütend weggelaufen und er war ihr gefolgt und hatte geglaubt, sie hätte überreagiert.
"Du und Sirius glaubt, eine Vergewaltigung wäre einfacher Sex. Das liegt daran, dass ihr euch nicht vorstellen könnt, einmal der Schwächere in der Beziehung zu sein. Ihr glaubt, ihr hättet selbst bei einer Vergewaltigung noch immer die Kontrolle, weil ihr die Männer seid. Das stärkere Geschlecht. Aber stell es dir doch einmal anders vor. Stell dir vor, du würdest gegen deinen Willen von jemandem, der stärker ist als du, missbraucht werden, Jamie."
"Raine, du weisst, dass wir das nicht wirklich ernst gemeint haben. Wir würden niemals eine Vergewaltigung gutheissen, allein der Gedanke, irgendjemand könnte dir jemals so etwas antun, bringt mich um."
"Ich weiss, Jamie.", wisperte Raine leise und ergriff sanft seine Hände. "Es ärgert mich bloss unglaublich, dass eine Vergewaltigung so oft heruntergespielt wird. Ich verstehe schon, du und Sirius seid gerade in einer Phase, in der ihr Sex liebt und euch gar nicht vorstellen könnt, dass es jemals schlecht sein könnte, doch stell dir einmal vor, dass keine Frau dich vergewaltigen würde, sondern ein Mann. So wärst du der Schwächere, so wärst du derjenige, der Schmerzen verspürt, du wärst derjenige, der Scham, Angst und Verzweiflung spürt und ebenfalls derjenige, der sich so fühlt, als würde er seinen ganzen Stolz verlieren. Ich werde nicht zulassen, dass mir jemals so etwas passiert.
"Potter.", sprach Rabastan ruhig und tatsächlich nahm er die Hände von Raines Körper, bevor er langsam aufstand. In Zeitlupe hob er seine Hände langsam nach oben, so, als würde er James demonstrieren wollen, dass er keinen Zauberstab besass und es deshalb nicht nötig war, dass dieser seine Drohung wahr machte. Ein leises Lachen entkam Rabastans Lippen, als er den Zauberstab in James' Händen musterte. "Sag, Potter, woher hast du denn den Zauberstab?"
James ignorierte seine Frage. Allein Rabastans Stimme machte ihn krank und rief in ihm eine unfassbare Wut hervor, dass er sich konzentrieren musste, nicht den einen verbotenen Fluch auszusprechen, der alles beenden würde.
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One-Shots
FanfictionOne-Shots zu absolut allem, was mir oder euch gefällt, hautpsächlich zu James Potter.
