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James war der Erste, der Ariel Black entdeckte. Er war immer der Erste, der sie entdeckte. Vielleicht war es einfacher Zufall, vielleicht lag es allerdings auch einfach daran, dass seine Augen automatisch nach ihr Ausschau hielten, wann immer er in ein neues Klassenzimmer kam, in einen neuen Gang trat oder das Hogwartsgebäude verliess. Sie war die Sonne und er einer der unzähligen Planeten, die ihre Umlaufbahn um sie zogen, nicht von ihr getrennt sein konnten. Sie war das Zentrum seiner Aufmerksamkeit und zu seinem Missfallen war sie nicht bloss sein Zentrum. Da war etwas an Ariel Black, was die Blicke anzog, etwas, dass die Männer dazu brachte, ihr ihre Herzen zu schenken und von ihr zu träumen. Bereits unzählige Male hatte James versucht herauszufinden, was genau es an dem jungen Mädchen war, was ihn so anzog, auf eine exakte Antwort war er nie gekommen. Es hätte wahrscheinlich Stunden gebraucht, um alles aufzählen zu können, was ihm an ihr gefiel, vielleicht sogar Tage.
Das, wovor Sirius sich so sehr gefürchtet hatte, nämlich dass sie brechen würde, war nicht eingetreten. Ganz im Gegenteil, das Mädchen hatte sich ihren neuen Lebensumständen angepasst, hatte es geschafft jeden Tag mit einem Lächeln auf den Lippen aus dem Hufflepuffgemeinschaftsraum herauszutreten und ihr Umfeld mit ihrer blossen Anwesenheit zu erhellen. Sie hatte sich schnell von einem Kind zu einer jungen Frau entwickelt. Bereits in ihrem zweiten Jahr schien sie aus dem Körper eines Kindes herausgewachsen zu sein, so, als hätte die Unabhängigkeit von ihrer Familie, zu der sie auf Grund ihres Hauses gezwungen war, sie nicht bloss emotional und charakterlich reifen lassen, sondern auch körperlich. Obwohl sie zwei Jahre jünger war als die Rumtreiber, übertraf sie Peter mit ihrer Grösse um Längen und an ihrem Körper hatten sich bereits Rundungen gebildet, welche Mädchen in James' Jahrgang noch nicht besass. Ihr Gesicht war voll und liess sie, auch wenn ihre grossen, blauen Augen und ihre runden Lippen noch immer eine gewisse Kindlichkeit ausstrahlten, älter wirken, als sie war. Ihre Hüften waren breit, ihre Taille schmal, doch auch wenn es James oft schwer fiel, seinen Blick von ihrem Körper zu nehmen, wenn sie an ihm vorbei lief, so war es immer ihr Lächeln, welches sich in seine Gedanken drängte. Dennoch, es gab Momente, in denen ihr Lächeln von ihrem Gesicht verschwand, immer dann, wenn sie an ihrem Zwillingsbruder vorbeikam, immer dann, wenn sie sich in die Augen blickten, sich allerdings nicht begrüssten, immer dann, wenn sie Regulus sah, umgeben von seinen verdorbenen Slytherinfreunden und realisierte, dass sie ihn verloren hatte.
"Es ist wie ein Tritt in die Magengrube.", hatte sie den Rumtreibern einmal gebeichtet, "Jeder hassende Blick von Regulus fühlt sich an, als läge ich am Boden und er hätte es sich zur Aufgabe gemacht, mich wieder und wieder zu treten."
Diese Worte hatte James nie vergessen können. Genauso wenig den Moment, in dem er Ariel Black das erste Mal sprechen gehört und weinen gesehen hatte. Es war an ihrem ersten Tag in Hogwarts gewesen, nach der Einteilungszeremonie. Sie hatte während des Festmahls nichts gegessen, hatte stattdessen immer wieder den Blickkontakt zu Regulus gesucht und schliesslich zu Sirius, als sie es bei Regulus aufgab. Sirius hatte ihr das gegeben, was sie gebraucht und sich gewünscht hatte. Ein Blick voller Verständnis, Akzeptanz und Liebe. Sogar ein wenig Stolz war in seinen Augen zu erkennen gewesen. Die beiden Geschwister hatten an diesem Abend nichts gegessen, hatten bloss den Blickkontakt gehalten und damit ein Band geschaffen, dass kaum zu durchtrennen war. James erinnerte sich noch genau daran, wie ihr Blick auch einmal auf ihn gefallen war, als sie die Freunde ihres Bruders neugierig gemustert hatte. Von Tränen verschwommene Augen. In diesem Moment hatte James' und Sirius' Beschützerinstinkt Wurzeln gefasst und war über die Jahre hinweg ins Unendliche gewachsen.