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"Du hast sie getötet, nicht wahr?", entkam es Ellis schwach. Eine leichte Trunkenheit schwang in seiner Stimme mit, als er einen Schritt in das kaum beleuchtete Badezimmer trat, sich umdrehte und leise die Tür hinter sich schloss. Für eine Weile lehnte er seine Stirn gegen das kalte Metall der Tür, tief ein und ausatmend, ehe er sich wieder der dunklen Gestalt wenige Meter von ihm entfernt zuwandte, welche zweifelsohne Tom gehörte. "Das muggelstämmige Mädchen, dass heute hier gefunden wurde. Du hast sie getötet."
Er konnte selbst bei geringem Licht erkennen, wie sich ein Lächeln auf Toms Lippen schlich. Es jagte Ellis eine Gänsehaut über den ganzen Körper, nicht etwa, weil er sich vor dem Jungen vor sich fürchtete, sondern weil es so unglaublich kaltherzig war zu lächeln, wenn man doch auf den Tod eines Menschens angesprochen wurde. Noch nicht einmal er hätte bei Tom damit gerechnet. Und er hatte geglaubt, die boshaftesten und sadististen Seiten des Slytherins bereits kennengelernt zu haben.
"Vor einigen Wochen hättest du es noch vermieden, mich alleine anzutreffen und jetzt folgst du mir bereits in grösster Dunkelheit an einen so abseits liegenden Winkel des Schlosses und bezichtigst mich des Mordes.", sprach der Dunkelhaare, seinen Kopf schief legend und den Gryffindor vor sich einmal von oben bis unten musternd, "Ich kann mich nicht entscheiden, ob du dümmer geworden bist oder doch mutiger. Oder ob bloss der Alkohol dafür verantwortlich ist. Ich schätze, es spielt auch keine sonderliche Rolle."
"Du hast sie getötet, Tom.", wisperte Ellis, seine Worte mehr einem Wimmern gleichend als einem tatsächlichen Satz. Sein Gesicht gequält verziehend, versuchte er sich zusammenzureissen.
"Das Erste von zahlreichen Opfern.", murmelte Tom gleichgültig, sich noch nicht einmal darum kümmernd, die harte Anschuldigung des Gryffindors abzustreiten, als er sich von ihm abwandte und auf eines der Spülbecken zu trat. "Jetzt, da ich darüber nachdenke, beinahe ein unwürdiges Opfer."
"Tom..."
"Weisst du, es ist gut, dass du mir gefolgt bist. Ich wollte es dir so oder so zeigen.", unterbrach Tom ihn. Ellis beobachtete, wie er den Wasserhahn aufdrehte, sich ungestört seine Hände wusch und dann bereits wieder zu ihm herumfuhr. Er trat langsam einige Schritte näher auf Ellis zu, bis er bloss wenige Zentimeter vor ihm anhielt. Seine rechte Hand hob sich, Ellis rechnete bereits damit, dass sie sich auf ihn legte, an seine Wange oder irgendwo sonst, als Tom in der Bewegung innehielt und sie wieder senkte. "Du wirst allerdings deine Augen schliessen müssen, wenn du es sehen willst. Ansonsten wirst du enden wie sie."
"Ich will es nicht sehen.", sprach Ellis ehrlich, ehe er einen Schritt zurück stolperte, "Ich will es nicht sehen. Ich will auch nicht wissen, wie du es getan hast. Ich bin bloss hierher gekommen, um dich zu fragen, ob du es gewesen bist." Er schluckte. "Ich... ich habe gehofft, dass du es nicht warst, weil... weil ich den Gedanken nicht habe aushalten können, dass ich den Tod vielleicht hätte verhindern können."