Enzo Henington
Es dauerte keine Minute.
Die massiven Türen des Clubs wurden mit einem einzigen brutalen Ruck aufgerissen, so heftig, dass sie gegen die Wand krachten und das dumpfe Dröhnen der Musik für einen Moment übertönten. Gespräche verstummten augenblicklich, mehrere Köpfe drehten sich zur Tür und selbst einige der Tänzerinnen hielten inne. Mein Herz begann sofort schneller zu schlagen, noch bevor ich überhaupt sah, wer dort stand, denn irgendetwas sagte mir bereits, dass diese Nacht noch vollkommen eskalieren würde.
Und dann sah ich sie.
Aurora.
Sie kam nicht herein, sie stürmte förmlich in den Club, als wäre sie persönlich gekommen, um jedem einzelnen Menschen in diesem Raum die Hölle heiß zu machen. Ihr Brustkorb hob und senkte sich schnell, ihre hellblauen Augen funkelten vor Wut und jeder einzelne Schritt verriet, dass sie nur mit äußerster Mühe die Beherrschung bewahrte. Allein ihr Anblick ließ meinen Puls beschleunigen, während sich etwas Dunkles und vollkommen Zufriedenes in meiner Brust ausbreitete.
Dios mío.
Sie war eifersüchtig.
Als sich unsere Blicke trafen und Hellblau auf Dunkelblau prallte, schien für einen kurzen Moment alles andere zu verschwinden. Die Musik wurde bedeutungslos, die Stimmen um uns herum rückten in weite Ferne. Es gab nur noch Aurora und diesen unverkennbaren Ausdruck in ihren Augen, der mir sofort verriet, weshalb sie hier war.
Mein Mundwinkel zuckte ungewollt nach oben.
Mierda.
Ich liebte ihre Eifersucht viel zu sehr.
Ich beobachtete, wie sich ihre kleinen Hände zu festen Fäusten ballten und sich ihre Knöchel hell unter der Haut abzeichneten, bevor ihr Blick sich von mir löste und direkt zu der Tänzerin wanderte. Sofort spannte sich ihr Kiefer an, ihre Schultern wurden härter und ihre gesamte Haltung veränderte sich auf eine Weise, die mir nur allzu vertraut war.
Während sich im gesamten Club eine unangenehme Spannung ausbreitete und selbst meine Männer plötzlich verdächtig still wurden, musste ich mir ein Grinsen verkneifen. Die Tänzerin bemerkte es nicht. Sie hatte keine Ahnung, was gleich auf sie zukommen würde.
Und genau deshalb tat sie mir zum ersten Mal an diesem Abend beinahe leid.
„Du wagst es tatsächlich, dich an meinen Mann ranzumachen?", zischte Aurora durch zusammengebissenen Zähnen und durchbohrte sie mit ihren hellblauen Augen.
Die Tänzerin hingegen schien den Ernst der Lage noch immer nicht begriffen zu haben.
„Wer bist du überhaupt?", fragte sie genervt und verschränkte die Arme vor der Brust. „Und was fällt dir eigentlich ein, die Türen so aufzuschlagen? Du kannst jeden einzelnen Kratzer aus deiner Tasche bezahlen. Damit das klar ist."
Sofort spannte sich mein gesamter Körper an.
Meine Kiefer mahlten.
Wut schoss durch meine Adern, während mein Blick auf der Frau liegen blieb. Niemand sprach so mit Aurora.
Niemand.
Ich wollte bereits aufstehen, doch bevor ich mich überhaupt bewegen konnte, hörte ich Aurora plötzlich lachen.
Es war kein freundliches Lachen.
Kein verlegenes Lachen.
Es war das Lachen eines Menschen, der so wütend geworden war, dass er die Phase des normalen Ärgers längst hinter sich gelassen hatte.
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Dark Passion
RomanceEnzo Henington ist tödlich. Als bester Soldat seiner Delta-Force-Einheit lebt der 28-Jährige für Disziplin, Kontrolle und Gewalt. Gefühle sind für ihn eine Schwäche, Vertrauen ein Fehler. Seine Kameraden kennen ihn als eiskalten Kämpfer mit dunkler...
