Kapitel 13

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"Ach Schatz! Ich werde so schnell nicht sterben. Keine Sorge!"
"Das hast du in dem letzten Traum auch gesagt und dann... dann... wurdest du... umgebracht."
"Hey. Alles ist gut! Mir geht es gut und ich bezweifle, dass mich irgendwer umbringen wird. Das würde auch keiner schaffen, weil ich einfach nie ganz alleine bin. Ich hab immer irgendwen bei mir. Und wenn es ein Pferd ist. Selbst das könnte mich verteidigen."
"Nachts, bei der Büro Arbeit, bist du alleine. Da könnte man dich ohne Probleme umbringen."
"Johannes und Julia schlafen direkt gegenüber und Johannes hat absolut keinen tiefen Schlaf. Der wird von jedem noch so kleinen Geräusch wach. Der kommt teilweise sogar vorbei, wenn ich nur zu laut auf die Tasten drücke. Der würde es garantiert mitbekommen, wenn mich irgendwer umbringen will. Du musst dir also echt überhaupt keine Sorgen machen. Es schafft niemand mich irgendwie um zu bringen. Wirklich nicht. Außerdem wohnen wir hier in dem letzten Kaff. Hier kommt so schnell keiner hin."
"Ich weiß ja. Das beunruhigt mich nur irgendwie alles."
"Was ist sonst noch so? Ist das alles was dich beschäftigt?"
"Ist das denn nicht genug?"
"Doch schon, aber ich bin es nicht gewohnt, dass du mir auf Anhieb wirklich alles erzählst."
"Entschuldigung, aber mir fällt so etwas echt schwer."
"Ich weiß. Das ist okay. Ich bin es von dir nicht anders gewöhnt."
Von Ben kam nur noch ein Nicken.
"Ist alles okay?", fragte ich.
"Ja. Danke!", sagte er.
"Okay. Dann leg dich hin und schlaf ein bisschen."
"Ich weiß nicht, ob das so gut ist."
"Ich bin bei dir. Alles ist gut. Mir passiert nichts.", sagte ich und zog ihn sanft noch etwas näher zu mir. Er gähnte und lehnte sich leicht an mich.
"Leg dich hin und schlaf. Du brauchst das."
Von ihm kam nur ein Nicken, bevor er sich hin legte. Mich ließ er jedoch nicht aus den Augen.
Ich rückte nun näher zu ihm und hob vorsichtig seinen Kopf an, um ihn auf meinen Schoß zu legen. Er schaute mich nur groß an.
"Schlaf ein bisschen. Ich bin da. Alles ist gut.", sagte ich und strich ihm sanft durch das Haar. Ben schloss nun seine Augen und umklammerte meinen Arm. Mit der freien Hand strich ich ihm immer wieder beruhigend durch das Haar.
Kurze Zeit später war Ben dann auch schon eingeschlafen. Ich blieb jedoch wach und ließ mir alles, was Ben mir gesagt hatte, noch einmal durch den Kopf gehen. Jetzt, wo ich die komplette Geschichte kannte, konnte ich ihn verstehen. Er gab sich die Schuld an dem Tod seines Bruders und allgemein an allen Toden. Das machte ihn total fertig. Dazu kamen noch diese Träume, die ihn zusätzlich belasteten. Er tat mir echt leid.

Am nächsten Morgen klingelte schon früh wieder mein Wecker. Schnell stellte ich ihn aus und wollte eigentlich unbemerkt aufstehen, aber da schkug Ben auch schon seine Augen auf.
"Schlaf weiter. Ich komm gleich wieder.", sagte ich.
"Wo willst du hin?", fragte er.
"Ich bring Emely eben in die Schule. Ich komme gleich wieder. Versprochen!", sagte ich und ging nun raus, um Ginger fertig zu machen. Die Stute begrüßte mich freudig und rieb ihren Kopf an meiner Schulter.
"Hallo meine Kleine! Heute geht's mal wieder zur Schule!", sagte ich und schwang mich auf ihren Rücken, um sie auf einem der Reitplätze etwas warm zu reiten.
Als sie dann warm war, kam auch schon Emely vorbei.
"Wir können.", kam es von ihr.
"Ist alles okay?", fragte ich mit einem Blick auf ihr blasses Gesicht. Von ihr kam nur ein Nicken.
"Okay. Dann komm."
Emely setzte sich nin hinter mich und so trabten wir locker vom Hof.
"Nehmen wir die Abkürzung oder den normalen Weg?", fragte ich.
"Den normalen Weg.", kam es von Emely.
"Jetzt ernsthaft? Bist du krank?"
"Mir ist nur ein bisschen schlecht."
"Okay. Wenn es gar nicht geht dann ruf an. Ich hol dich jeder Zeit wieder ab!"
"Ja."

Da wir nun doch wieder etwas spät dran waren, trieb ich meine Stute nun ordentlich vorwärts.
Im Jagdgalopp rasten wir an der Straße entlang über die Felder und so einige Autofahrer schauten uns komisch an.
Am Anfang des Dorfes hatte ich dann eigentlich vir locker im Trab weiter zu reiten, doch meine Stute hatte da irgendwie andere Pläne. Sie hatte an dem rasanten Tempo gerade so richtig Spaß gefunden und so rasten wir nun durch das kleine Dorf. Nun wurden wir endgültig von allen Seiten dumm angeguckt, aber das war mir mehr oder weniger egal. Daran hatte ich mich mittlerweile gewöhnt.
Vor der Schule legten wir einen eleganten Sliding Stop hin und rutschten ein paar Meter über den Asphalt. Das würde garantiert Ärger mit dem Schmied geben, wiel die Eisen schon wieder so gut wie hinüber waren und auf der Straße waren nun auch ein paar hübsche Brems Spuren, aber immerhin waren wir noch rechtzeitig zum Stehen gekommen.
Emely stieg nun ab und sagte nur kurz: "Ich komme sofort wieder.", bevor sie eilig rein gingen.
"Was ist denn jetzt?", fragte Lea, die bereits auf uns gewartet hatte.
"Ich hab keine Ahnung.", meinte ich.
"Na dann. Wo war sie eigentlich letzte Woche?"
"Zuhause. Sie hat sich in den Vielseitigkeits Reiter verliebt, der das Wochenende davor einen Lehrgang mit geritten ist und nachdem er dann gefahren ist, hatte sie ganz schön Liebeskummer. Aber offiziell war sie krank!"
"Achso. Okay."
"Mit ein bisschen Glück hab ich bald übrigens eine Stunde frei und könnte dich ein bisschen trainieren."
"Jetzt echt?"
"Ja. Ich hab angefangen mit Emely und ihrem Hengst in der Vielseitigkeit zu trainieren und du könntest dann einmal in der Woche das Springtraining mitreiten."
"Klasse! Das wäre echt genial!"
"Gut. Ich sag dir dann Bescheid, aber ich weiß nicht, ib das dieses Jahr noch was wird. Ich bin jetzt wieder öfter zu Turnieren weg und wir haben momentan sowieso Chaos schlecht hin."
"Würde denn die Möglichkeit bestehen, dass ich Scarlett bei euch unterstelle? Sie muss demnächst umziehen und ich finde keinen ordentlichen Stall in der Nähe."
"Ist Scarlett dein Pferd?"
"Ja."
"Braucht sie irgendwelche Extrasachen? Irgendwie besonderes Futter oder so?"
"Nein. Sie bekommt einfach ganz normal Müsli und steht auf Stroh."
"In wie weit verträgt sie sich mit anderen Pferden?"
"Sie ist absolit verträglich. Die kannst du zu jedem Pferd stellen."
"Okay. Irgendwo haben wjr bestimmt noch eine Box frei. Ich guck mal nach und dann sprechen wir morgen nochmal."
"Super. Danke!"
"Du misst dann aber selber kommen und dich um wie kümmern. Das ist klar oder?"
"Ja klar. Ich kann auch alleine füttern und misten. Es geht nur drum, dass sie eine Box und eine Weide hat."
"Okay. Und wunder dich bitte nicht, wenn sie erstmal komisch angeguckt wird. Die sind es bei uns nicht gewohnt, dass auch andere Pferde außer Araber auf den Hof kommen und Springen ist für die meisten schon fast eine andere Welt. Ich bin eigentlich die einzigste die da so richtig Ahnung von hat. Und Jenny auch."
"Ich bin es gewohnt komisch angeguckt zu werden. Das ist nichts neues."
"Super. Und du kannst dich schonmal drauf einstellen, dass bei uns eigentlich grundsätzlich immer Chaos herrscht und wir ein absolut komischer und verrückter Haufen sind."
"Klingt als wäre ich bei euch genau richtig."
"Das sehen wir dann noch."

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