Kapitel 40

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Ich riss mich allerdings zusammen und ritt trotzdem ein.
Auf dem Platz angekommen, parierte ich meine Stute vor den Richtern durch und grüßte. Ginger tänzelte unruhig auf der Stelle. Sie spürte, dass mich etwas beunruhigte und das ließ sie unsicher werden.
Ich atmete nun einmal tief durch und zwang mich nicht mehr an den Unfall zu denken.
"Komm meine Kleine. Wir machen das zusammen. Du kannst das! Das weiß ich!", flüsterte ich und tätschelte ihren Hals. Dann galoppierte ich aus dem Stand an und zeigte ihr kurz noch den Platz, bevor ich dann durch die Zeitschranke ritt. Meine Stute legte direkt ein ordentliches Tempo vor, aber ließ sich gut kontrollieren. So kamen wir nahezu perfekt über den ersten Sprung und galoppierten in einem guten Tempo mit sechs Galoppsprünge auf das nächste Hindernis zu. Auch diese überwanden wir perfekt. Die meine Stute lief an diesem Tag einfach zu Hochtouren an. Sie war extrem aufmerksam, reagierte auf jede noch so kleine Hilfe und meisterte das einfach perfekt! Jeder einzelne Galoppsprung saß perfekt und all meine Sorgen waren völlig unbegründet.
So schafften ich an diesem Tag das Unmögliche. Ich gewann tatsächlich mit einem vierjährigen Pferd, das gerade mal seit einem Jahr unter dem Sattel war die Qualifikationen für Olympia! Und das auch noch nahezu perfekt! Davon waren wir alle so begeistert, dass wir am Abend erst einmal eine Runde feiern mussten und mein kleines Team, dass auch dieses Jahr wieder vereint war, auf unser Gestüt einluden. Da dieses extra aus Deutschland angereist war, war es für sie sogar ziemlich praktisch, denn so konnten sie die Pferde für die Nacht bei uns unter stellen und sparten sich ein wenig Boxenmiete.
Wir fuhren also alle gemeinsam zurück zum Gestüt, wo wir schnell die Pferde versorgten und drinnen dann erst einmal eine Runde feierten.

Nach einer Weile ging ich dann allerdings mit Lotta zusammen ein wenig raus. Der Hündin war das alles noch etwas suspekt und sie war mit den ganzen fremden Leuten in ihrem Zuhause ein wenig überfordert. So ging ich mit ihr in Ruhe etwas über den Hof, um dann noch einmal nach Ginger zu schauen. Ich war wirklich stolz auf meine Kleine! Das hatte sie super gemacht und das sollte sie auch wissen. Daher wurde sie heute von mir mit allen möglichen Leckereien vollgestopft und kam zum Abendessen noch eine kleine Banane von mir. Sie liebte Bananen über alles und die hatte sie sich heute wirklich verdient.
Ginger kaute also bald schon zufrieden auf ihrer Banane rum, als Lotta neben mir zu knurren begann.
"Was ist denn los, Kleine?", fragte ich und schaute in die Richtung in die sie wütend schaute. Dort erkannte ich Katrin, die erschrocken ihre Arme hob.
"Ich bin unschuldig! Ich wollte nur gucken, wo du bist.", sagte sie.
"Lotta ist gut! Das ist nur Katrin. Die ist kein Einbrecher.", sagte ich zu meiner Hündin, doch diese glaubte mir nicht so wirklich und knurrte weiter.
"Schluss jetzt!", sagte ich etwas lauter und schon war sie ruhig.
Katrin kam nun langsam zu uns ind fragte: "Wer ist das denn? Die kennen ich ja noch gar nicht."
"Das ist Lotta. Unser neuer Wachhund."
"Ein sehr guter, wie es scheint.", meinte Katrin.
"Ja. Sie ist noch recht jung und kann noch nicht so wirklich unterscheiden, ob das jetzt ein Einbrecher ist oder ein Freund."
"Ich merks. Darf die Kleine denn ein Leckerchen?"
"Wenn sie es nimmt ja. Sie ist da ein bisschen eigen und frisst nicht alles."
Katrin gab der Hündin nun ein Leckerchen und diese fraß ihr dieses brav aus der Hand.
"Anscheinend hast du ihren Geschmack getroffen.", meinte ich, denn Lotta kaufte zufrieden.
"Scheint so. Meine Kleine liebt die Leckerchen auch."
"Wie geht es der denn so?"
"Ganz gut. Sie war nur ein bisschen beleidigt, dass sie zuhause bleiben musste."
"Die Diskussion führen wir jedes Mal."
"Und was gibt es sonst so neues? Hat Emely wieder irgendwelchen Mist verzapft?"
"Ja. Könnte man so nennen."
"Was hat sie diesmal gemacht? Irgendwas geklaut? Teure Autos kaputt gemacht?"
"Ne. Die Zeit ist vorbei."
"Na dann ist ja gut. Und was hat sie dann gemacht?"
"Ich hatte dir doch von diesem Vielseitigkeitsreiter erzählt, der bei mir den Lehrgang geritten ist oder?"
"Ja. Was ist mit dem?"
"Emely ist schwanger von ihm."
"Jetzt ernsthaft?"
"Ja."
"Weiß er das schon?"
"Ja. Er ist jetzt bei uns eingezogen."
"Okay. Wie alt ist der eigentlich?"
"18."
"Dir ist aber schon bewusst, dass du den dann anzeigen könntest? Es ist nicht erlaubt mit minderjährigen zu schlafen."
"Ja, aber nur, wenn sie es nicht wollen. Emely hatte ja nichts dagegen. Und wir sind hier in Polen und nicht in Deutschland. Hier sind die Gesetze etwas lockerer als bei euch. Außerdem hab ich ja nichts gegen ihn. Er ist schwer in Ordnung und wir kriegen das schon alles hin. Dann werd ich halt schon mit 40 Oma."
"Also manchmal frag ich mich echt, wie du es schaffst in diesem Chaos hier nicht vollständig zu verzweifeln."
"Ach. Das ist alles Übungssache. Wenn du von klein auf nichts anderes kennst bist du das irgendwann gewohnt. Außerdem bin auch ich ab und zu mal am Verzweifeln."
"Ich beneidet dich echt um deine Ruhe. Deine Tochter ist mit 16 von irgend einem Typen schwanger und du hast die Ruhe weg. Das wird schob alles. Das muss man auch erstmal schaffen!"
"Warum sollte ich mich denn aufregen? Das bringt doch eh nichts."
"Oh man! Deine Einstellung will ich haben!"

Sprung ins ChaosGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt