Kapitel 53

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Ich legte nun auf und unterhielt mich noch ein wenig mit Julia, bis Jenny dann kam und ich mit ihr zusammen wieder zurück zum Turnierplatz fuhren. Dort herrschte bereits geschäftiges Trieben und wir mussten uns einen Weg durch die Masse schlagen.
Wir waren allerdings kaum bei unserem kleinen Camp angekommen, als Ben mir auch schon entgegen kam.
"Hey Schatz!", sagte ich und gab ihm einen Kuss. Er erwiderte diesen und löste sich dann wieder von mir.
"Habt ihr die Pferde schon fertig?", fragte ich.
"Ne. Die haben das Rennen heute abgesagt. Wir waren gerade so gut, wie fertig und dann kam die Durchsage, dass die 160 Kilometer erst morgen sind und dafür heute die 60 Kilometer."
"Okay. Wann startet das?"
"Um acht."
"Gut. Wie viel Uhr haben wir überhaupt?"
"Wir haben jetzt drei Uhr. Ihr wart normalerweise genau pünktlich gewesen."
"Gut. Habt ihr den Kleinen noch gesattelt?"
"Ja. Ich wollte gerade los und ihn absatteln."
"Super. Brauchst du nicht. Ich werd den eben ein bisschen bewegen. Wenn der zwei Tage gestanden hat ist er morgen sonst unerträglich.", meinte ich.
So ritt ich den Hengst nun locker ein wenig, bevor ich dann auch schon mit dem nächsten Pferd und Janina zum Start reiten konnte.
Die 60 Kilometer ließen wir locker hinter uns und ich schaffte es sogar mit der Stute unter mir zu gewinnen.
Den Rest des Tages verbrachten wir dann damit die anderen Pferde ein wenig zu bewegen und schließlich zu Bett zu gehen.
Kurz bevor ich allerdings zu Bett ging klopfte es an der Tür des Transporters, wo ich uns Ben schliefen.
"Was ist denn jetzt?", fragte Ben verschlafen.
"Schlaf weiter. Ich geh gucken.", meinte ich und stand auf, um die Tür zu öffnen. Vor mir stand eine ziemlich blasse Emely und fragte: "Kannst du mal kommen?"
"Einen Moment. Ich zieh mir nur eben was über.", sagte ich und zog mir schnell was an, um dann raus zu gehen. Nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen hatte, fragte ich besorgt: "Was ist denn los?"
"Ich glaub es kommt.", sagte Emely. Ich verstand sofort und fragte entgeistert: "Das ist jetzt nicht dein Ernst oder?"
"Doch. Ich glaube schon."
"Es darf nicht wahr sein! Julia die Hexe! Die hat das schon voraus gesagt."
"Ist das nicht viel zu früh?"
"Du kamst auch fast einen Monat zu früh. Hast du mal die Zeit von den Abständen gemessen?"
"Ja.", sagte Emely und ich merkte, wie sie sich verkrampfte.
"Ganz ruhig. Entspann dich. Ruhig atmen!", wies ich sie an und legte sanft einen Arm um sie, bis sie sich langsam wieder entspannte.
"Wie lang sind die Abstände?", fragte ich nun.
"Etwa drei Minuten.", sagte Emely.
"Bist du sicher?", fragte ich. So wirklich konnte ich das noch nicht glauben.
"Ja."
"Verdammt! Warum sagst du nicht eher bescheid?"
"Du warst so beschäftigt und..."
"Das ist doch völlig egal! Du hättest nur was sagen müssen. Dann hätte ich die anderen Pferde später bewegt und wär mit dir sofort los gefahren. Wir fahren von hier aus eine ganze Weile bis ins Krankenhaus und wir müssen auch erstmal jemanden finden, der uns fährt."
Von Emely kam keine Reaktion.
"Du wartest jetzt hier und ich hol deinen Vater.", sagte ich und ging wieder rein.
"Und? Was war?", fragte Ben verschlafen.
"Zieh dir schnell was drüber und komm raus.", wies ich ihn an.
"Wieso? Was ist?", fragte Ben verwundert.
"Emely hat Wehen. Ich hol jetzt Jenny und fahr mit ihr und Emely ins Krankenhaus."
"Ich komme mit!", sagte Ben und sprang auf, um sich etwas über zu ziehen.
"Vergiss es! Du bleibst hier und guckst nach den anderen. Ich Ruf zwischendurch an."
"Nein! Ich..."
"Ben! Du bleibst hier und fertig! Es bringt nichts, wenn du auch noch mit kommst!"
"Ich kann sie doch jetzt nicht alleine lassen!"
"Tust du ja auch nicht. Ich bin doch bei ihr. Wir kommen schon klar. Keine Sorge.", sagte ich und ging wenig später mit Ben zusammen zu Emely.
"Okay. Du bleibst bei ihr und ich hol Jenny.", sagte ich zu Ben und ging zu dem Zelt, wo Jenny und Tom schliefen. Vorsichtig öffnete ich den Reißverschluss und fragte leise: "Jenny?"
Tom schlug die Augen auf und flüsterte: "Kann ich dir vielleicht auch helfen? Jenny ist total fertig und muss jetzt mal ein bisschen schlafen."
"Ja. Komm schnell.", sagte ich und schloss die Öffnung des Zeltes wieder um davor auf Tom zu warten. Dieser kam wenig später auch schon zu mir raus und fragte: "Was ist denn?"
"Emely hat Wehen. Kannst du uns schnell ins Krankenhaus fahren?", fragte ich.
"Ja klar. Kein Problem.", meinte Tom und kramte Jennys die Autoschlüssel hervor.
Kurz danach kam plötzlich ein panischer Ben auf mich zu und sagte voller Panik: "Du musst schnell kommen!"
"Warum? Was ist los?", fragte ich verwundert.
"Ich glaub die Fruchtblase ist geplatzt."
"Ganz ruhig! Davon geht jetzt nicht die Welt unter. Sag ihr sie soll sich was frisches anziehen und dann ist alles gut.", meinte ich und so war Ben auch schon wieder verschwunden.
"Scheint als könnte das noch lustig werden.", meinte Tom.
"Ja. So wirklich wohl ist mir nicht dabei Ben jetzt hier alleine zu lassen."
"Der kommt schon klar. Ob er den Nervenzusammenbruch jetzt hier oder im Krankenhaus bekommt ist doch auch egal."
"Das stimmt allerdings auch wieder."
"Na siehst du. Der kommt schon klar. Die Frage ist eher, ob die anderen ihn hier ertragen."
"Die haben gelitten."
"Gut. Dann lass uns los.", meinte Tom und ging mit mir zurück zum Transporter, wo Emely gerade mit frischen Sachen wieder kam. Ich schnappte mir nun noch von drinnen ein Handtuch, da ich aus Erfahrung wusste, dass man sich wohler fühlte, wenn man darauf saß. Dann gingen wir zu Toms Auto, wo wir uns dann von Ben verabschiedeten.
"Und ihr kommt wirklich alleine klar?", fragte Ben gefühlt schon zum hundertsten Mal.
"Ja! Wir kommen klar! Schatz, es ist alles in Ordnung! Ich pass schon auf sie auf. Du musst dir wirklich keine Sorgen machen!", sagte ich in der Hoffnung, dass er jetzt endlich aufgeben würde.
"Ich bin ja schon ruhig. Ruf zwischendurch an!"
"Mach ich. Ich kann dir nur nicht versprechen, dass ich alle zwei Minuten anrufe. Da musst du mit leben, aber ich rufe zwischendurch an."
"Gut. Tschüss!", sagte Ben und gab mir noch einen Kuss. Ich erwiderte diesen imd sagte: "Bis später."
Dann setzte ich mich neben Emely in das Auto und wir fuhren los.

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